Friederiken-Eiche

Mindestens 1200 Jahre alt: Das ist der älteste Baum in Niedersachsen

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Die Friederiken-Eiche im Hasbruch ist der älteste Baum in Niedersachsen. Trotz ihrer 1200 Jahre langen Geschichte ergrünt sie jedes Frühjahr aufs Neue.

Oldenburg – Der Hasbruch, ein Waldgebiet zwischen Delmenhorst und Oldenburg, zählt zu den prächtigsten unberührten Wäldern in Norddeutschland. Ein besonderes Juwel dieses Mischwaldes ist die Friederiken-Eiche. Mit einer grünen Krone, die über 30 Meter in den Himmel ragt, und einem Stammumfang von mehr als acht Metern, ist sie ein beeindruckender Anblick. Ihr Alter wird auf mindestens 1200 Jahre geschätzt. Damit ist sie der älteste Baum in Niedersachsen.

Die älteste Eiche Niedersachsens steht im Urwald Hasbruch bei Oldenburg

Seit 1982 ist die Friederiken-Eiche als die „Königin des Hasbruch“ bekannt. Es gab früher ältere Eichen im Wald, aber die „Dicke Eiche“ brannte 1923 nieder und die Emalien-Eiche stürzte am 10. Februar 1982 ein, wie auf der Website der Wald- und Kulturlandschaft zu lesen ist. Nun ist die Friederiken-Eiche die älteste noch lebende und die letzte der 1000-jährigen Eichen im Hasbruch. Sie hat bereits die durchschnittliche maximale Lebenserwartung von Eichen (800 Jahre) erreicht, doch jedes Frühjahr ergrünt sie erneut und präsentiert sich als einer der mächtigsten Bäume Norddeutschlands.

Mehr als 1200 Jahre alt und trotzdem noch grün: Die Friederiken-Eiche im Hasbrucher Urwald im Landkreis Oldenburg ist der älteste Baum Niedersachsens.

Im Gegensatz zum restlichen, wild wuchernden Naturschutzgebiet Hasbruch, steht die Friederiken-Eiche völlig isoliert. Die umliegenden Buchen werden regelmäßig beschnitten oder vollständig entfernt. Vor einigen Jahren bedrohte der Eichenwickler, eine Schmetterlingsart, die Eichen im Norden – doch die alte Eiche überlebte auch diese Herausforderung.

Beton im Stamm und unvorsichtige Besucher: Die mehr als 1200 Jahre alte Friederiken-Eiche hat mit Problemen zu kämpfen

Ein Wanderweg führt nur wenige Meter am Baum vorbei, wodurch man ihn aus nächster Nähe bewundern kann. Der Hasbruch ist als einer der letzten Urwälder Niedersachsens stark besucht, daher kommen auch viele an der alten Eiche vorbei. Trotz eines Zauns und mehrerer Hinweisschilder treten Besucher oft sehr nah an den Baum heran. Förster betrachten dies mit Sorge, da die Verdichtung des Bodens im Wurzelbereich die Wasseraufnahme und Nährstoffversorgung beeinträchtigt und zum Absterben von Wurzelteilen führen kann.

Es wurden auch Fehler bei den Bemühungen gemacht, die Friederiken-Eiche zu erhalten. 1960 wurde fauliges Holz aus dem Stamm entfernt und der Hohlraum mit Beton ausgefüllt. Heute ist bekannt, dass dies eher schädlich ist, da sich zwischen Beton und Holz Feuchtigkeit ansammelt. Bereits 1967 wurde deutlich, dass diese Lösung nicht ideal war, als ein Teil der Krone abbrach und sich ein Stück des Betons löste. Auch heute noch befindet sich Beton im Stamm der Eiche.

Töchter eines Herzoges als Namensgeber der uralten Hasbruch-Eichen

Nach Angaben der Waldlandschaft Hasbruch verdankt die Friederiken-Eiche ihren Namen der 1820 geborenen zweiten Tochter des späteren Großherzogs Paul Friedrich August von Oldenburg (1829 bis 1853) und seiner ersten Frau Adelheid von Anhalt-Bernburg (1800 bis 1820), Friederike. Friederike entschied sich später gegen das Leben am Hof, heiratete 1855 einen Baron von Washington und verbrachte den Rest ihres Lebens bis zu ihrem Tod 1891 in der Steiermark. Insgesamt wurden zu der Zeit drei der uralten Bäume nach Töchtern des Herzogs benannt: die Friederiken-, die Amalien- und die Charlotten-Eiche.

In Hasbruch wächst seit mindestens 2000 Jahren Wald. Auch wenn der Forst in dieser Zeit lange bewirtschaftet wurde, gilt er als Urwald. Ein besonderer Ort für alle Naturliebhaber also. Dennoch befindet sich das Paradies in Niedersachsen an einem anderen Ort.

Rubriklistenbild: © C. Kaiser/Imago

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