VonJohannes Nußschließen
32.000 Schülerinnen und Schüler mehr werden im Schuljahr 2022/23 an den Schulen in Niedersachsen unterrichtet – und das fast völlig ohne Corona-Regeln.
Hannover – Einen Tag vor Beginn des neuen Schuljahres hat der Kultusminister von Niedersachsen, Grant Hendrik Tonne (SPD), am Mittwoch, 24. August 2022, in Hannover einen Ausblick auf das kommende Schuljahr 2022/23 gegeben. Das Gute vorweg: Das neue Schuljahr in Niedersachsen wird trotz Corona ohne Masken- und Testpflicht starten.
Corona-Regeln an Schulen in Niedersachsen: Keine Maskenpflicht und keine Testpflicht
Die Corona-Regeln an Schulen in Niedersachsen lauten also wie folgt: An den ersten fünf Schultagen können sich Schüler zu Hause testen, bevor sie zur Schule gehen oder fahren. Das Angebot ist allerdings freiwillig, es besteht keine Testpflicht. Das Land empfiehlt, von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen. Das Land wird die Tests zur Verfügung stellen. Danach können Schüler, Lehrer und Beschäftigte bis zu zwei Tests pro Woche erhalten.
- Keine Maskenpflicht in Schulen – weder für Personal noch für Schüler
- Freiwillige Tests an den ersten fünf Schultagen – es besteht keine Testpflicht
- Keine Isolationspflicht für Kontaktpersonen
Die Pressekonferenz war im Vorfeld mit Spannung erwartet worden, da der Minister bereits im vergangenen Schuljahr wegen einer vergleichsweise niedrigen Unterrichtsversorgung in die Kritik geriet. Die Unterrichtsversorgung in Niedersachsen erreichte mit 97,4 Prozent damals den niedrigsten Wert seit 19 Jahren. Dabei werden in diesem Jahr rund 32.000 Schüler mehr in Niedersachsen unterrichtet als noch vergangenes Jahr. Und das fast ohne strikte Corona-Regeln an den Schulen in Niedersachsen
Schulbeginn in Niedersachsen nach den Sommerferien: GEW weist auf eklatanten Lehrermangel hin
In diesem Zusammenhang hatte die Bildungsgewerkschaft GEW zu Beginn der Woche erneut auf eklatanten Lehrermangel in Niedersachsen hingewiesen. Angaben zufolge fehlen in Niedersachsen bis zu 10.000 Beschäftigte an den Schulen, davon allein 7000 Lehrkräfte. Der GEW-Landeschef Stefan Störmer forderte daher ein parteiübergreifendes Bekenntnis zu einer nachhaltigeren Bildungspolitik. Konkret solle das Land einen Nachtragshaushalt von einer Milliarde Euro beschließen und diese Investitionen in den kommenden Jahren fortsetzen, sagte Störmer zu Wochenbeginn in Hannover.
Etwa 32 000 Schüler mehr an niedersächsischen Schulen
Im neuen Schuljahr werden in Niedersachsen etwa 32.000 Schüler mehr unterrichtet. Die Schülerzahl steigt im Vergleich zum vergangenen Schuljahr auf rund 875.000, wie das Kultusministerium in Hannover am Mittwoch mitteilte. Darunter sind etwa 15.000 Kinder und Jugendliche, die aus der Ukraine geflüchtet sind und nun im Bundesland zur Schule gehen. Hinzu kommen noch rund 250.000 Jugendliche, die Berufsschulen besuchen.
Besonders deutlich ist die Schülerzahl mit rund 20.000 demnach an den Grundschulen gestiegen. 84.000 Schülerinnen und Schüler werden eingeschult, etwa 6000 mehr als noch im Vorjahr.
1620 neue Lehrkräfte nehmen am Donnerstag beginnenden Schuljahr ihren Dienst an allgemeinbildenden Schulen auf – 120 davon sind Quereinsteiger. Mit sieben Prozent ist deren Anteil im Vergleich zum vergangenen Schuljahr demnach um zwei Prozentpunkte gestiegen. (dpa)
Auch der Landeselternrat blickt wegen fehlender Lehrkräfte mit Sorge auf das neue Schuljahr. „Ich befürchte massive Unterrichtsausfälle“, sagte die Vorsitzende des Gremiums, Kathrin Langel, der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. Schon im vergangenen Schuljahr hätten Schulklassen tageweise nach Hause geschickt werden müssen, weil schlichtweg Lehrkräfte fehlten. Und nun kommt das neue Schuljahr in Niedersachsen also fast ohne Corona-Regeln daher.
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