Wetter-Prognose

Niedersachsen in der Kältezange: Hochwasser und Orkane drohen

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Eine Kältezange hat Europa fest im Griff. So strömt warme Luft nach Deutschland rein. Das hat jedoch auch Auswirkungen auf das Niedersachsen-Wetter. Es droht schwerer Sturm und Hochwasser.

Bremen/Hannover – Niedersachsen befindet sich in einer Kältezange: Wie Experten erklären, zieht der Winter gerade an Europa vorbei, milde Luft strömt nach Deutschland. Doch das bringt auch Gefahren, erklärt Meteorologe Dominik Jung. Das Wetter in Niedersachsen könnte bald von schweren Sturm- und Orkanböen gezeichnet sein. Wegen des enormen Regens herrscht zudem eine Hochwassergefahr. Die Wetter-Aussichten für den Norden:

Hochwasser und Orkane drohen: Kältezange beeinflusst Wetter in Niedersachsen

„Der Winter, der formiert sich langsam“, erklärt Meteorologe Dominik Jung von wetter.net. Während milde Luftmassen das Wetter in Deutschland bestimmen, ist die Kälte besonders in Russland und Sibirien angekommen – die Nachttemperaturen betragen mittlerweile schon minus 25 Grad. Auch in Grönland ist es bereits bitterkalt – und mittendrin befindet sich „das milde Wetter in Europa“, so Jung. Es sei sogar zu warm für diese Jahreszeit.

Es drohen schwere Sturmböen und Hochwasser. Laut eines Wetterexperten kommen mit der warmen Luft des Atlantiks immer wieder Tiefdruckgebiete nach Deutschland. Davon ist auch Niedersachsen betroffen. (Montage)

Die Frage sei, wann sich die kalte Luft in Richtung Deutschland bewege. „Die nächsten 10 bis 15 Tage sehen noch sehr mild aus“, erklärt Jung. Doch die Kältezange, die sich um Europa befindet, lasse die milde Luft vom Atlantik her in den Norden ziehen. Bedeutet konkret: „Viel Regen, Hochwasserpotenzial und ein großes Sturm- und Orkanpotenzial“, so der Experte.

Es geht also ziemlich ruppig in den kommenden Tagen weiter.

Dominik Jung, Meteorologe

So sollen bis Sonntag, 29. Oktober, immer wieder Tiefdruckgebiete Deutschland streifen, die an der Nordseeküste Niedersachsens zu schweren Sturm- und Orkanböen führen. „Es geht also ziemlich ruppig in den kommenden Tagen weiter“, prognostiziert Meteorologe Jung. Im Südwesten Deutschlands werden sogar 100 bis 150 Liter an Regen erwartet.

Sturm- und Orkanböen in Niedersachsen: Laut DWD bleibt das Wetter im Norden mild

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) kann dies jedoch so nicht bestätigen. Zwar erklären die Experten, dass es am Sonntag und am kommenden Montag im Norden auf dem Brocken zu schweren Sturmböen (bis 102 km/h) und an der Nordseeküste zu stürmischen Böen (bis zu 74 km/h) kommen soll, in der aktuellen Prognose sieht das Wetter in Niedersachsen in den kommenden Tagen statt einer Kältespitze mit Sturm eher mild und recht ruhig aus.

Am Donnerstag, 26. Oktober, zeigt sich das Niedersachsen-Wetter meist stark bewölkt oder bedeckt. Zeitweise kommt es nach Angaben der Experten zu Regen. Die Höchstwerte betragen etwa 12 Grad, dabei weht lediglich ein schwacher bis mäßiger, an der Küste zeitweise frischer Wind aus Südost.

Sturm am Sonntag an den Küsten Niedersachsens: Wind nimmt am Wochenende an Fahrt auf

Dasselbe Wetter-Szenario auch am Freitag, 27. Oktober. Wieder ist es in weiten Teilen Niedersachsens stark bewölkt bis bedeckt. Der Regen könnte in manchen Gebieten schauerartig herunterkommen. Die Höchstwerte liegen zwischen 11 und 14 Grad. Von Sturm keine Spur: es weht ein schwacher bis mäßiger, von Südost auf Südwest drehender Wind.

Wer auf ein sonniges Wochenende in Niedersachsen hofft, wird auch am Samstag, 28. Oktober, enttäuscht. Wieder ziehen viele Wolken über das Bundesland, wieder gibt es zeitweise viel Regen und wieder könnte dies auch in richtige Regenschauer ausarten. Die Temperaturen bleiben bei etwa 13 Grad und der Wind weht auch erst einmal mäßig weiter. An der Küste nimmt er aber aus Südwest an Fahrt auf, heißt es.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/wetter.net

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