Oldenburg erwägt gezielte Deichöffnung durch Sprengung - Friedhöfe machen derzeit Pause

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In Oldenburg wird ein Friedhof durch Sandsäcke geschützt.
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Könnte eine gezielte Deichöffnung durch eine Sprengung die Hochwassergefahr durch einen Deichbruch in Oldenburg bannen? Das Verfahren wird derzeit geprüft.

Aufgrund des Hochwassers in vielen Teilen Niedersachsens prüfen Einsatzkräfte und Behörden ständig neue Vorgehensweisen. In Oldenburg entwickele man derzeit für den Notfall ein Verfahren für eine gezielte Deichöffnung an der Hunte - notfalls auch durch eine Sprengung. Die Einsatzkräfte in Oldenburg seien auf eine mögliche sogenannte Entlastungsöffnung eines Deiches vorbereitet, sagte ein Sprecher des niedersächsischen Innenministeriums am Samstag der Deutschen Presse Agentur. Damit sollten Wohngebiete geschützt werden, falls der Wasserdruck zu hoch werde. 

Notfallöffnung oder Sprengung denkbar

Momentan gebe es nach Angaben der Stadt zwei Szenarien. Im ersten soll ein rund um die Uhr einsatzbereiter Bagger eine Notfallöffnung in den Deich zum Ablaufen des Wassers in den Osternburger Kanal graben. Sollte der Deich allerdings durch das Wasser zu durchnässt und nicht mehr vom Bagger befahrbar sein, könnte eine gezielte Sprengung in dem Bereich durchgeführt werden. Alle Maßnahmen werden ständig mit dem Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) und anderen zuständigen Behörden angestimmt.

Friedhöfe: Beerdigungen ausgesetzt

Unterdessen haben der viele Regen und das Hochwasser Auswirkungen auf Friedhöfe. In Oldenburg wird ein Friedhof mit einer mobilen Deichanlage geschützt. Seit dem 3. Januar finden dort und auf einer weiteren Friedhofsanlage in Oldenburg keine Beisetzungen mehr statt. „Die Aussetzung gilt voraussichtlich bis zum 12. Januar“, teilte eine Sprecherin der Stadt Oldenburg mit. Abgesackte Gräber seien trotz der hohen Grundwasserstände bislang nicht festgestellt worden, sodass es derzeit für Grabbesitzerinnen und Grabbesitzer keinen Handlungsbedarf gebe.

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