- VonLukas Münchschließen
Die Niederschläge der vergangenen Tage haben mancherorts in Niedersachsen Hochwasserwarnungen hervorgebracht. Eine Übersicht, wie sich die Pegelstände entwickeln.
Niedersachsen – Dieser Tage schau man wegen der Schnee- und Regenmengen in Niedersachsen mit einer gewissen Anspannung auf die jeweiligen Pegelstände vor Ort. Die orange Meldestufe, die Meldestufe 2, wird derzeit an einem Pegelmessstand im Gebiet Niedersachsen-Bremen gerissen, in Rethem an der Aller. Dort ist die Prognose des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) aber vorsichtig optimistisch, dass sich der Pegelstand nicht in einen kritischen, roten Bereich – die Meldestufe 3 – entwickeln wird.
Erwartet werden am kommenden Wochenende in Rethem an der Aller etwa gleichbleibende Pegelstände, die allenfalls leicht steigen könnten. So geringfügig, dass nicht annähernd die nächste Meldestufe erreicht werde, so ist dem Prognose-Graphen des NLWKN zu entnehmen. Auf Nachrage von kreiszeitung.de verweist ein Sprecher derweil auf die aktuellen Vorhersagen aus jener Statistik. Diese ist auf der Website der Behörde abrufbar.
Hochwasser in Niedersachsen: So ist die Lage im Aller-Gebiet
Am 9. Januar verzeichnete das Flussgebiet der Aller durchschnittlich etwa 10 Millimeter Niederschlag pro Quadratmeter. Mäßig kalte Meeresluft strömt aus nordwestlicher Richtung nach Niedersachsen, heißt es vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Im Unterlauf der Aller sowie am Zufluss Fuhse und am Unterlauf der Leine steigen die Pegelstände an.
Einige Pegel zeigen bei nahezu vollen Abflüssen Wassermengen über der Meldestufe 1, nämlich Brenneckenbrück, Eitze und wie bereits erwähnt Rethem (Meldestufe 2). Es sei möglich, dass weitere Pegel an der Aller diese Stufe am Wochenende erreichen. An der Unteraller werden die Wasserstände voraussichtlich bis in die nächste Woche über der Meldestufe 1 bleiben. Der Pegel Rethem liegt über der Meldestufe 2, was zu Überflutungen vor allem auf land- und forstwirtschaftlichen Flächen führen kann. Nach aktuellen Vorhersageberechnungen sind weitere Überschreitungen der Meldestufe 2 jedoch ausgeschlossen, so gibt das NLWKN an.
Seit Donnerstag fiel der Niederschlag im gesamten Einzugsgebiet von Aller, Leine und Oker hauptsächlich als Schnee, der bisher nur teilweise in die Flüsse gelangt ist, heißt es weiter. In den flacheren Gebieten setzt derzeit ein langsames Abtauen des Schnees ein, was zu einem verzögerten Anstieg der Pegelstände führt. Das Hochwasser wird als kleines bis mittleres Ereignis eingestuft. Ein größeres Hochwasser ist in den kommenden Tagen nicht zu erwarten, heißt es abschließend.
Die Pegelstände entlang der Leine
Die Pegelstände im südlichen Niedersachsen werden aufgrund der Niederschlagsprognosen wieder ansteigen. Im Unterlauf der Leine flaut die Hochwasserwelle der letzten Tage allmählich ab. An den Pegeln Neustadt und Schwarmstedt herrscht weiterhin Meldestufe 1, was bedeutet, dass der Abfluss randvoll ist und es vereinzelt zu ersten Ausuferungen kommt, wird seitens des NLWKN mitgeteilt.
In den nächsten Tagen wird erneut mit steigenden Wasserständen gerechnet. Nach aktuellen Berechnungen könnten zum Wochenende hin die Pegelstände die Meldestufe 2 überschreiten, wobei dies vom aktuellen Stand der Abflussberechnungen abhängt. Das hieße, dass etwa angrenzende landwirtschaftliche Flächen überschwemmt werden könnten. Im Ober- und Mittellauf der Leine könnten die Pegelstände die Meldestufe 1 überschreiten, während das Erreichen der Meldestufe 2 derzeit als unwahrscheinlich gilt, jedoch nicht ausgeschlossen werden kann, teilt das NLWKN mit.
In Südniedersachsen entwickeln sich die Pegelstände nicht bedenklich
Der DWD teilt mit, dass in den kommenden Tagen kein Regen erwartet wird, der die Abflussmengen im südlichen Niedersachen beeinflussen könnte. Die Niederschläge der letzten Tage haben im Weser-Einzugsgebiet zu einem leichten Anstieg der Wasserstände geführt. In Hannoversch Münden wurde die erste Meldestufe überschritten, und es wird prognostiziert, dass der Wasserstand weiter ansteigen könnte.
Flussabwärts von Hannoversch Münden bis zum Pegel Porta sollen die Wasserstände ebenfalls bis Sonntagmittag weiter steigen und voraussichtlich Meldestufe 1 überschreiten. An den Pegeln Rinteln und Vlotho ist es derzeit nicht ausgeschlossen, dass die zweite Meldestufe überschritten wird. Auch im weiteren Verlauf der Mittelweser könnte vereinzelt die erste Meldestufe überschritten werden. Eine erhebliche Hochwassergefahr bestehe allerdings dennoch nicht, gibt die Behörde an.