VonFabian Raddatzschließen
Beamte des Bremer Zolls haben eine traurige Entdeckung gemacht. Sie retteten zahlreiche Hunde und Katzen. Ein Tier überlebte das Martyrium nicht.
Ganderkesee/Delmenhorst – Als Mitarbeiter eines Tierheims kriegt man nicht selten traurige Tier-Schicksale mit. So wie das Drama um Kater Sirius, der trotz des Einsatzes aller, den Kampf ums Leben verlor. Und auch das Tierheim Bergedorf in Ganderkesee (Landkreis Oldenburg) teilte nun auf Instagram eine herzzerreißende Geschichte.
Dabei handelte es sich nicht nur um ein Tier, sondern gleich um einen ganzen Haufen, gerettet von Einsatzkräften des Bremer Zolls. Als die insgesamt neun Hunde und vier Katzen im Heim ankamen, seien sie sehr verängstigt und verstört gewesen, hätten in ihren eigenen Ausscheidungen gesessen, berichtet Jana Güler vom Tierheim Bergedorf gegenüber kreiszeitung.de.
Neun Hunde und vier Katzen aus Schmuggel-Transport gerettet: Ein Tier überlebte nicht
Ihr Geruch sei erbärmlich gewesen. „Manche saßen schon 20 Stunden lang in ihrem eigenen Kot und Urin. Das wünscht sich keiner, auch kein Tier“, schreibt das Tierheim in einem emotionalen Post auf Instagram. Andere hätten zitternd vor Angst ganz hinten in ihrer Box gesessen.
Unter den geretteten Hunden hätten sich ein Barsoi, ein Dackel-Mix, zwei Französische Bulldoggen, ein Samojede, ein Miniatur-Bullterrier, ein Maltipoo und ein Toypudel befunden. „Manche leider viel zu jung, um von der Mama getrennt zu sein.“ Auch ein Zwergspitz sei dabei gewesen.
Zoll rettet Hunde-Welpen: Der Zwergspitz überlebte nicht
Er überstand das Martyrium nicht. „Leider hat die kleine Maus es nicht geschafft“, schreibt das Tierheim auf Instagram. Und auch Jana Güler sagt: „Der Zwergspitz hatte Parvovirose und ist leider beim Tierarzt verstorben.“ Die tödliche Virus-Infektion kann bei Hunde-Welpen auftreten, die nicht geimpft sind.
„Sie war definitiv noch keine acht Wochen alt, also viel zu jung, um von der Mutter getrennt zu werden und auszureisen“, so die Tierhelferin. Auch der Maltipoo und der Toypudel hätten sich mit dem tödlichen Virus infiziert. Derzeit würden sie sich in Quarantäne befinden.
Zoll stoppt Tier-Schmuggel: Unklar, wie es mit den Tieren weitergeht
Was nun mit den Tieren passiert, ist unklar. Laut Jana Güler würde es sich bei den Hunden und Katzen um die Tiere von Geflüchteten aus der Ukraine handeln. Ob die Menschen die Tiere zurückerhalten, oder sie im Tierheim bleiben, soll sich später entscheiden. Das Tierheim würde sich bei der Versorgung der Tiere über Spenden freuen.
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Der Zoll hatte den Tierschmuggel-Transport am 17. April in Delmenhorst gestoppt. Da die beiden Fahrzeug-Insassen (27, 36) keinen Impfausweis für die Tiere vorlegen konnten, wurde eine Amtsärztin hinzugezogen. Sie ordnete die Unterbringung im Heim an. „Gegen die Fahrzeugführer wurde ein Strafverfahren eingeleitet“, teilte das Hauptzollamt Bremen mit.
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