Ausbreitung kommt oft zum Erliegen

Tag des Wolfes: Nabu will Tiere schützen statt schießen

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Wirksamer Schutz gegen Wolfsübergriffe: Ein sechs-reihiger Elektro-Festzaun für Pferde.

Der Wolf bereitet sich nicht mehr ungebremst aus. Das berichtet der Nabu Heidekreis zum Tag des Wolfes am Sonntag, 30. April, – und setzt sich für den Schutz des Tieres ein.

Heidekreis – „Kaum hatte das Wolfsmonitoring der Landesjägerschaft den ersten Quartalsbericht des Jahres herausgegeben, da titelte die Nordwest Zeitung ,Population wächst exponentiell’ und verbreitete damit einmal mehr eine seit Jahren durch die Medien geisternde Behauptung, die schon lange nicht mehr stimmt“, schreibt Pressesprecherin Dr. Antje Oldenburg in einem Kommentar des Nabu Heidekreises zum Tag des Wolfes.

Das Wachstum der Wolfspopulation habe sich nicht nur bundesweit deutlich verlangsamt, sondern sei in einigen Bundesländern fast zum Erliegen gekommen, heißt es vom Nabu Heidekreis.

Nabu weist Vorwurf der Bereicherung scharf zurück

„In Sachsen und Brandenburg hat sich die Anzahl der Wolfsreviere in den letzten beiden Jahren kaum verändert“, fasst Oldenburg die Ergebnisse der Monitoringberichte zusammen und vermutet, dass auch in Niedersachsen der Maximalbestand bald erreicht sein dürfte. Zwar habe sich im Vergleich zum vierten Quartal 2022 die Anzahl der Wolfsrudel durch den Reproduktionsnachweis in Braunlage und Wietzendorf leicht von 44 auf 46 und die der Territorien von 49 auf 51 erhöht, doch handelt es sich dabei um beobachtete Gebiete, in denen nun jeweils ein Wolfspaar nachgewiesen werden konnte. Da außerdem sechs Rudel noch immer nicht bestätigt seien, müsse sogar mit einem Rückgang der Wolfsvorkommen gerechnet werden.

„Wer angesichts dieser Zahlen von exponentiellem Wachstum spricht, muss sich den Vorwurf gefallen lassen, gegen die Sorgfaltspflicht zu verstoßen oder gezielt Falschinformationen zu verbreiten“, konstatiert der Vorsitzende Klaus Todtenhausen. „Wir weisen Vorwürfe, der Nabu würde sich am Wolf finanziell bereichern, aufs Schärfste zurück“, sagt Peggy Welz. Sie betont, dass es dem Nabu ausschließlich um den Erhalt, den Schutz und die Förderung der Biodiversität geht.

Der Wolf als Schützer des Waldes

Wie erste Studien zeigten, führe die Anwesenheit von Wölfen nicht nur zur Regulierung der Wildpopulationen, sondern wirke sich auch positiv auf den Waldumbau aus: Aufgrund sinkender Reh- und Hirschbestände sowie durch ein verändertes Raumnutzungsverhalten der Beutetiere nähmen Verbiss-, Nage- und Schälschäden an jungen Bäumen ab. Ein weiterer Effekt sei die Schaffung neuer ökologischer Nischen für Organismen, die sich von Beuteresten ernähren.

Auch wenn Nutztiere mit bis zu 1,6 Prozent der erbeuteten Biomasse nachweislich nur eine marginale Rolle im wölfischen Speiseplan spielen, sind die mit Übergriffen verbundenen Belastungen für Nutztierhalter nicht von der Hand zu weisen. Aus diesem Grund setzt sich der Nabu weiterhin für eine fachliche sowie finanzielle Unterstützung ein. Dass Herdenschutzmaßnahmen wirken, spiegele sich auch in der Statistik der Landesjägerschaft wider, die einen Rückgang der Übergriffe um 30 Prozent dokumentiert. „Die zunehmende Forderung nach einer Bejagung von Wölfen ist nicht nur rechtswidrig, sondern vollkommen sinnlos“, resümiert Klaus Todtenhausen. „Wie Vergleiche zwischen europäischen Ländern zeigen, ist nicht die Größe der Wolfsbestände oder die Anzahl der Nutztiere für das Ausmaß der Schäden an Nutztieren entscheidend, sondern wie gut oder schlecht sie vor Wolfsübergriffen geschützt sind.“

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