Bauernregel

Der Siebenschläfer hat offenbar recht – Dauerregen in Niedersachsen droht

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Eine Bauernregel sagt düstere Wetter-Aussichten für den Juli voraus. Niedersachsen und auch Norddeutschland droht wochenlanger Regen.

Hannover – Manche glauben an sie, manche nicht: Bauernregeln sollten in Zeiten, in denen es noch keine professionellen Prognosen gab, das Wetter und die Folgen für die Landwirtschaft vorhersagen. Auch heute erfreuen sich die Regeln noch immer großer Beliebtheit. Wohl auch, weil sie hin und wieder eintreten.

Droht in Niedersachsen wochenlanger Dauerregen? Das besagt zumindest die Siebenschläfer-Regel.

Neben den Eisheiligen ist die sogenannte „Siebenschläfer“-Regel eine der bekanntesten. Sie besagt: „Ist der Siebenschläfer nass, so regnet's ohne Unterlass.“ „Ohne Unterlass“, das meint in diesem Fall sieben Wochen. Der Siebenschläfertag fällt wie jedes Jahr auf den 27. Juni. Und tatsächlich: Nicht nur regnete es an diesem Tag in weiten Teilen Niedersachsens – auch die Tage danach zeigten sich nass.

Droht Niedersachsen nun wochenlanger Dauerregen?

Der Siebenschläfer hat offenbar recht – Beim Wetter in Niedersachsen droht Dauerregen

Laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) liegt die Wahrscheinlichkeit für kühles Wetter in dieser Zeit bei 70 Prozent, für Regen bei 62 Prozent. Ein Blick in den 10-Tages-Trend des DWD zeigt: Bis kommende Woche Montag, 8. Juli sind für die Regionen Bremen und Hannover Regenschauer vorhergesagt. Diese fallen mal kräftiger, mal schwächer aus. Die Temperaturen kratzen dabei an der 20-Grad-Marke.

Dauerregen scheint hingegen vorerst nicht Einzug zu halten. So soll es am Wochenanfang zwar Schauer und einzelne Gewitter geben, diese sollen aber nur zeitweise anhalten.

Auch am Dienstag, 2. Juli, ist bei starker Bewölkung zeitweise Regen vorhergesagt. Viele Wolken und von Westen her zeitweise Regen können am Mittwoch auftreten. An der See kann dieser schauerartig werden. Ähnlich sieht es am Donnerstag aus: wechselnde Bewölkung, im Binnenland südostwärts abziehende Schauer, in Küstennähe weitere Schauer und einzelne Gewitter.

So ist die Siebenschläfer-Regel zu ihrem Namen gekommen

Eine andere Auslegung der Siebenschläfer-Regel lautet: „Scheint am Siebenschläfer Sonne, gibt es sieben Wochen Wonne.“ Dabei hat der Name der Regel nichts mit dem gleichnamigen Nagetier zu tun. Viel mehr geht der Siebenschläfertag auf die Heiligenlegende der Sieben Schläfer von Ephesus zurück.

Zur Zeit der Christenverfolgung durch Kaiser Decius sollen diese im dritten Jahrhundert gelebt haben. Die Legende besagt, dass sich die sieben junge Christen in einer Höhle versteckt hatten. Als der Kaiser sie aufspürte, begrub er die Gläubigen lebendig, indem er den Höhleneingang verschließen ließ. Doch die Verfolgten konnten dank Gottes Hilfe in einen 195 Jahre andauernden Schlaf fallen.

Als sie am 27. Juni 446 aus der Höhle befreit wurden und erwachten, sahen sich die Christen an ihren Glauben und an die Wiederauferstehung bestätigt. Um ihnen zu gedenken, wurde der Siebenschläfertag ausgerufen.

Wochenlanger Dauerregen für Niedersachsen? So verlässlich ist die Bauernregel

Was diese Legende nun mit der Wetter-Regel zu tun hat? Wie bei den anderen Bauernregeln handelt es sich auch beim Siebenschläfertag um eine sogenannte meteorologische Singularität. Damit werden wiederkehrende Großwetterlagen bezeichnet, die in bestimmten Abschnitten innerhalb eines Jahres mit hoher Wahrscheinlichkeit auftreten und von dem für die Jahreszeit typischen Wetter abweichen.

Um die erste Juliwoche herum ist die Wetterlage tatsächlich relativ stabil. Gutes oder schlechtes Wetter kann sich über einen mehrwöchigen Zeitraum erstrecken, das kommt auf das Zusammenspiel von Hoch- und Tiefdruckgebieten an. Laut dem Deutschen Wetterdienst liegt die Wahrscheinlichkeit für kühles Wetter in dieser Zeit bei 70 Prozent, für Regen bei 62 Prozent.

Allerdings kann die Bauernregel in ihrer Vorhersagekraft regional abweichen: Treten die Vorhersagen für Süddeutschland und das südliche Mitteleuropa relativ verlässlich ein – mit einer Quote von über 50 Prozent – sind sie für den Norden und Küstennähe hingegen eher unwahrscheinlich.

Für Freunde von Sonnenschein und warmer Temperaturen gibt es somit noch Hoffnung, dass der Sommer wieder zurückkehrt.

Rubriklistenbild: © Matthias Balk

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