VonMarvin Köhnkenschließen
Der Sommer 2024 im Norden schwankt zwischen Sonne und Gewitter samt Starkregen. Nun steht fest, wie viele Hitzetage es im laufenden Jahr bereits gab.
Hannover/Bremen – Mitte Juli, zur Mitte des meteorologischen Sommers, hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) die bisherige Anzahl und Verteilung der Hitzetage in Deutschland in Form einer Übersicht veröffentlicht – und dabei auch den Norden nicht ausgespart. Sogenannte „Klimatologische Kenntage“ geben an, wie hoch die Temperaturen an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit waren.
An klimatologischen Sommertagen werden Höchsttemperaturen von mindestens 25 Grad und an Hitzetagen mindestens 30 Grad gemessen. „Ein andere Kenngröße für das Sommerhalbjahr sind Tropennächte“, schreibt der DWD. Das sind solche, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad sinkt. All dies fasst das Experten-Team in seiner Übersicht zusammen und nennt Beispiele.
Deutscher Wetterdienst zeigt Hitzetage 2024 auf
Der Sommer 2024 legte demnach einen regelrechten Frühstart hin. Bereits am 6. April sei in Deutschland der erste Hitzetag des Jahres registriert worden, so früh wie noch nie seit Aufzeichnungsbeginn der Wetterdaten in Deutschland Ende des 19. Jahrhunderts. 30,1 Grad Celsius gab es laut der diesjährigen „Hitzetagsstatistik“ in Ohlsbach im Oberrheingraben (Baden-Württemberg). Der erste Sommertag wurde demnach kaum früher erreicht, nämlich nur einen Tag zuvor. 25,0 Grad in Rheinfelden (ebenfalls Baden-Württemberg) für Sommertag Nummer eins.
Erst am 18. Juni, mehr als zwei Monate später, wurde wieder die 30-Grad-Marke erneut überschritten – und Deutschland sammelte im Osten und Süden des Landes weitere Hitzetage. Ein Grund für diese lange Pause: Im Süden, der Region, in der Sommertage besonders oft vorkommen, war es eher nass und bewölkt. Zum Stichtag, dem 15. Juli, war es 2024 bislang in Bad Muskau (Sachsen) mit elf Hitzetagen am meisten heiß.
Statistik für Bremen, Hamburg und die Küsten zeigt wenig Hitzetage
Ganz anders in Freiburg – und eben auch in Bremen. Beide Städte haben nur zwei dieser Hitze-Kenntage zu vermelden. Höher gelegene Stationen blieben in diesem Jahr bisher sogar komplett hitzefrei und auch einige Stationen an Nord- und Ostsee sowie in tieferen Mittelgebirgslagen verzeichneten bisher allenfalls Sommertage. In Hamburg wurde 2024 bislang ein Hitzetag gemessen.
Eine Erkenntnis aus den DWD-Zahlen: Im Osten Deutschlands gab es bisher überproportional viele Hitzetage: im Durchschnitt rund 15 im Referenzzeitraum bis zum 15. Juli. Sommertage wiederum gab es an bis zu 39 Sommertagen, unter anderem in Cottbus. Nur die höchsten Gipfel und manche Küstenabschnitte an Nord- und Ostsee verzeichneten laut DWD-Angaben bislang noch keine Temperaturen über 25 Grad.
Nach Gewittern und niedrigeren Temperaturen wird das Wetter bald wieder wärmer
Deutlich überschaubarer zeigt sich da die Statistik der Tropennächte. Die meisten Regionen hatten bisher keine dieser warmen Nächte. Vorreiter auch hier: der Osten samt der „Wärmeinsel“ Berlin.
Und wie geht es weiter mit den Temperaturen? Nach einer kurzen Pause am Dienstag, 16. Juli, und Mittwoch, 17. Juli, – währenddessen unter anderem Gewitter über Niedersachsen ziehen – werden ab Donnerstag zunächst in Süddeutschland, am Freitag und vor allem Samstag dann verbreitet neue Hitzetage zu registrieren sein. Am Samstag könnten sich dann auch Orte in die Statistik 2024 einreihen, die bisher unter der 30 Grad-Marke blieben. Im August könnte Bayern dann sogar unter einer Hitzeglocke stecken.
Rubriklistenbild: © Robin Taskin & Monika Skolimowska/dpa (Montage)

