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Sonne und sommerliche Temperaturen bringen die Motorradfahrer zurück auf die Straßen. Doch die Freude kann zur Gefahr werden und im Streit enden.
Hannover – Am Wochenende soll es bis zu 30 Grad warm werden in Niedersachsen. Da die reinen Freibäder noch geschlossen haben, kann man sich noch nicht dort abkühlen. Eine andere Art der Abkühlung ist Fahrtwind. Bei diesem Wetter werden wieder zahlreiche Motorräder auf den Straßen unterwegs sein. Heißt aber auch: erhöhte Vorsicht ist von allen Verkehrsteilnehmern gefordert. Die Polizei warnte auch vor zu schnellem Fahren. Mindestens jeder fünfte im deutschen Straßenverkehr Verunglückte sei ein Motorradfahrer.
„Motorräder haben oft ein extremes Gewichts-Leistungsverhältnis und somit unglaubliche Beschleunigungsmöglichkeiten“, warnte der Verkehrssicherheitsberater der Lüneburger Polizei, Martin Schwanitz. „Diese Eigenschaften des Motorrades müssen aber mit dem eigenen Charakter gebändigt werden.“
Sonniges Wetter lockt Motorradfahrer auf die Straße – Polizei mahnt zur Rücksichtnahme
Martin Schwanitz forderte, die Regeln einzuhalten – Schutz- und Warnkleidung tragen, immer mit Licht fahren, den Zustand des Motorrades regelmäßig prüfen lassen, das Fahrverhalten entsprechend der jeweiligen Situation anpassen und nicht zu schnell fahren. Laut Polizei müssen sich aber auch die übrigen Verkehrsteilnehmer erst einmal wieder an die Zweiradfahrer gewöhnen. Kurzum: Gegenseitige Rücksichtnahme ist gefordert.
Gerade nach den langen Wintermonaten ist es wichtig, alles gründlich zu überprüfen. Denn ein technisch einwandfreies Motorrad ist die halbe Miete für eine sichere Tour, erklärt der ADAC. Nachdem das Motorrad überprüft ist, ist es Zeit, einen Selbsttest zu machen. Machen Fahrer sollten sich vor der ersten Fahrt wieder mit der Maschine vertraut machen. Tipp: Zunächst auf einer ruhigen Straße fahren und die Bremsen im Fahrbetrieb testen. Auch das Fahren in Schräglage und das Ausweichen sollten Motorradfahrer vor der ersten großen Tour noch einmal üben.
Viele Kurven, schnelle Passagen, schöne Landschaften – solche Strecken lieben Motorradfahrer. Was für die einen (Fahrer) ein Hauch von Freiheit ist, bedeutet für die anderen (Anwohner von viel befahren Strecken) Lärmbelästigung. Der ADAC schreibt: Die meisten Biker sind rücksichtsvoll unterwegs, achten bei Ortsdurchfahrten auf niedrige Drehzahlen. Aber nicht alle. Anwohner der Orte entlang der Biker-Routen ärgern sich immer öfter über Lärm, gründen Bürgerinitiativen.
Mit dem Projekt „Leise kommt an“ appelliert der Club an Motorradfahrer, mehr Rücksicht zu nehmen. Mit Hinweistafeln, auf denen zum Beispiel „Bitte nicht röööhren“ steht. „Mit unserer Aktion wollen wir Motorradfahrer gezielt ansprechen“, sagt ADAC Verkehrspsychologe Ulrich Chiellino, „und das Problembewusstsein schärfen, damit ihr Hobby nicht zu einer Belastung für andere wird.“ Schließlich könne der Biker durch seinen Fahrstil die Lautstärke seiner Maschine stark beeinflussen.
Eine Einstellung, die auch viele Biker teilen: In einer Umfrage der Hochschule Worms unter Motorradfahrenden sagten rund drei Viertel, dass die Maschinen nicht laut sein müssen. Und 89 Prozent gaben an, dass nur einige schwarze Schafe alle anderen Biker in Verruf bringen. Mit Material der dpa.
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