VonFabian Raddatzschließen
Niedersachsens Wolfs-Population wird weiter wachsen. Davon geht eine neue Studie aus, die Umweltminister Olaf Lies nun vorgestellt hat.
Hannover – 1.000 Wölfe im Jahr 2030. Das ist das Ergebnis einer am Donnerstag vorgestellten Studie des Landes Niedersachsen. In Auftrag gegeben hatte sie Landesumweltminister Olaf Lies bei der Universität für Bodenkunde in Wien. Die wissenschaftliche Untersuchung zur Wolfspopulation zeige, dass sich der Wolf unter den gegenwärtigen Bedingungen bis 2030 in Niedersachsen und in Deutschland in allen potenziellen Lebensräumen niedergelassen haben werde.
Lies hält es aufgrund einer neuen Studie für möglich, den Abschuss von einzelnen Wölfen rechtlich zu vereinfachen. Denn die Studie zeige laut dem Minister, dass der Abschuss einzelner Tiere das Wachstum der Gesamtpopulation nur verlangsame, aber nicht bedrohe, sagte der SPD-Politiker am Donnerstag in Hannover.
Laut Lies betrüge der aktuelle Wolfsbestand etwa 350 Tieren, der Erhalt der Art sei somit gesichert. Der Wolf ist in der EU eine streng geschützte Art; Abschüsse sind nur unter strengen Auflagen in Einzelfällen erlaubt. Der Bund habe mit der Studie nun eine Grundlage, die rechtlichen Regeln für ein Wolfsmanagement zu vereinfachen, sagte Lies. Das Beispiel Frankreichs zeige, dass das auch unter Einhaltung des EU-Rechts möglich sei.
Bald 1.000 Wölfe in Niedersachsen? Immer wieder Attacken in der Region
Wolfsattacken sind in Niedersachsen keine Seltenheit: Im Landkreis Osterholz tötete ein Wolf 25 Schafe – trotz Zaun. Nach dem Vorfall im Dezember vergangenen Jahres schmiss ein Wolfsberater aus Frust hin. Mutmaßlicher Wolfsangriff auch in Sulingen, dort lagen tote Schafe weit verstreut im Sulinger Moor.
Schafshalter in Niedersachsen schlagen bereits seit Längerem Alarm, ein Schutz vor Wölfen sei „unmöglich“. Auch der Schäfer Kay Krogmann hat genug vom Wolf und warf das Handtuch, nachdem 50 seiner Tiere qualvoll durch Angriffe gestorben sind. Die FDP fordert eine Obergrenze von 300 Tieren.
Bremer Forscher arbeiten zudem an einer Künstlichen Intelligenz gegen Wolfsangriffe.
