Dauer: 50 Stunden

Bahn-Streik in Niedersachsen: Züge der Nordwest-Bahn betroffen

  • schließen

Warnstreik dritter Teil: Die Gewerkschaft EVG legt den Bahnverkehr auch in Niedersachsen lahm. Ab Sonntag geht fast nichts mehr.

Update von Donnerstag, 11. Mai 2023, 13:20 Uhr: Nach der Ankündigung der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) für 50 Stunden zu streiken, hat die Nordwest-Bahn mitgeteilt: Nach den Erfahrungen des Streiks am 27. März und 21. April gehen wir aktuell leider davon aus, dass wir im Streikzeitraum gezwungen sein werden, unseren Betrieb ganz oder in weiten Teilen einzustellen. Hintergrund: Teile des bestreikten Schienennetzes von der Nordwest-Bahn mitbenutzt wird.

Erstmeldung von Donnerstag, 11. Mai 2023, 11:30 Uhr: Hannover – Bahnreisende müssen sich wieder einmal auf Zugausfälle einstellen. Im Tarifstreit mit den Arbeitgebern will die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) den Bahnverkehr deutschlandweit ab Sonntagabend, 14. Mai, für 50 Stunden lahmlegen. Es ist bereits der dritte Warnstreik in diesem Jahr. Der angekündigte Streik beginnt um 22 Uhr und soll bis Dienstagabend, 24 Uhr dauern, teilte die EVG mit. Betroffen sind der Fern-, Regional- und Güterverkehr in Niedersachsen und Bremen.

EVG-Tarifvorständin Cosima Ingenschay sagt diesbezüglich: „Da sich an den Verhandlungstischen nur wenig bewegt, wird jetzt noch einmal gestreikt.“ Und weiter: „Die Geduld der Beschäftigten ist am Ende.“ Verhandlungsführer Kristian Loroch ergänzte: „Insgesamt streiken wir 50 Stunden und erhöhen damit den Druck deutlich, weil uns die Arbeitgeber keine andere Wahl lassen.“

Bahn-Streik in Niedersachsen: Züge fallen vermutlich tagelang aus

Hintergrund: Die EVG verhandelt mit rund 50 Eisenbahn-Betrieben über höhere Tarife für insgesamt rund 230.000 Beschäftigte. Im Fokus ist dabei die Deutsche Bahn. Drei Gesprächsrunden mit dem bundeseigenen Konzern liefen bisher ergebnislos. Die nächste Gesprächsrunde soll am 23. Mai stattfinden, berichtet t-online.de. Betroffen von dem Streik sind auch Bahnreisenden in Niedersachsen.

Bahnstreik: Die Gewerkschaft EVG lässt viele Züge in den Depots – auch in Niedersachsen.

Die Forderung: Die EVG will bei den Verhandlungen mindestens 650 Euro mehr im Monat für die Beschäftigten herausholen oder zwölf Prozent bei den oberen Einkommen, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Das Angebot: steuer- und abgabenfreier Inflationsausgleich in mehreren Stufen von insgesamt 2.850 Euro, stufenweise Erhöhung von Löhnen und Gehältern ab März 2024 – um insgesamt zehn Prozent für die unteren und mittleren und um acht Prozent für die oberen Lohngruppen, so das ZDF.

Großer Streitpunkt ist der Mindestlohn. Viele Beschäftige erreichen ihn nur über Zulagen. Nach dem Willen der EVG soll der Mindestlohn in der Gehaltstabelle verankert werden.

Streik der Bahn in Norddeutschland: In Bremen fahren die Straßenbahnen trotzdem

Auch wenn der Zugverkehr, der durch Bremen geleitet wird, wohl ausfällt: Es gibt trotzdem gute Nachrichten aus der Hansestadt: In Bremen werden die Straßenbahnen weiter fahren. Die BSAG und die Gewerkschaft Verdi haben sich auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Vor kurzem gab es eine Tarifeinigung für tausende ÖPNV-Mitarbeiter.

Ebenso soll in Hamburg gestreikt werden. Dort sollen während des 50-stündigen Warnstreiks auch die S-Bahnen teilweise nicht fahren. Entsprechend große Auswirkungen werden erwartet.

Rubriklistenbild: © Bodo Marks/dpa

Kommentare