VonFabian Raddatzschließen
Obwohl es in der Region Hamburg in letzter Zeit nicht an Regen mangelte, schlagen Umweltschützer nun Alarm: Der Wasserstand der Elbe ist extrem niedrig.
Hamburg – Gerade einmal 83 Zentimeter: So viel beträgt der Wasserstand der Elbe, den Umweltschützer am Pegel Neu Darchau, südöstlich von Hamburg, am vergangenen Mittwoch gemessen hatten. Die Experten schlagen nun Alarm: Durch extreme Niedrigwasserstände könnten sich unter Umständen massiv auf das Leben im Wasser auswirken, also etwa auf Fische und andere Lebewesen.
Wie konnte es so weit kommen? Immerhin hatte es in der nördlichen Elb-Region um Hamburg in letzter Zeit nicht an Regen gemangelt. Carsten Lippe, Pressesprecher Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) kennt die Antwort: „Die Regenschauer in jüngster Zeit haben nicht ausgereicht, um das Defizit der letzten Jahre auszugleichen“, so der Experte.
Das bestätigte auch Bettina Dörr vom NLWKN: „Die Auswirkungen lokaler kleinerer Regenereignisse machen sich in dem sehr großen Einzugsgebiet der Elbe nicht so schnell bemerkbar. Hierbei ist auch zu berücksichtigen, dass in der zurückliegenden Zeit die langanhaltenden Trockenperioden dazu geführt haben, dass der Boden bis in die tieferen Schichten hinein weitgehend ausgetrocknet ist.“
Es bedarf laut Dörr längerer und ergiebiger Niederschlagsperioden, bis sich der Regen in den Flüssen abflusswirksam bemerkbar mache. „Aktuell reichen die Mengen aber nur aus, um den Wasserstand der Elbe zeitweise leicht steigen zu lassen“, so Dörr.
Trotz massig Regen: Wasserstand der Elbe historisch niedrig – auch andere Gewässer betroffen
Nicht nur die Elbe hätte ein Problem mit dem Niedrigwasser – es besteht laut den Umweltschützern auch in anderen Gewässern, Flüssen und Seen. „Auch die hohen Temperaturen Ende Mai und Anfang Juni haben dazu beigetragen, dass sich der Wasserstand schnell minimiert hat“, sagt Lippe.
Wegen teils extrem niedriger Wasserstände in der Elbe infolge der anhaltenden Trockenheit haben Experten in dieser Woche damit begonnen, das Gewässer zusätzlich zu überwachen. Neben den laufenden Routineuntersuchungen soll ein Sondermessprogramm helfen, die Auswirkungen des Niedrigwassers auf die Gewässergüte des Flusses zu untersuchen, so der NLWKN.
Rubriklistenbild: © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

