Wohl über Elektrozaun gesprungen

Trotz Herdenschutzhunde und 9000-Volt-Zaun – Wolfsrudel attackiert Schafsherde

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Die Herdenschutzhunde haben Schlimmeres verhindert. Dennoch starb ein Scharf.
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In und um Uelzen geht der Wolf um. Ein ganzes Rudel attackierte vor wenigen Tagen eine Schafsherde. Trotz Herdenschutzhunde starben Tiere. Jetzt sprechen die Schäfer.

Uelzen – Es war ein schrecklicher Anblick. Ein Wolfsrudel, so berichteten Betroffene, hat in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch, 24. Januar 2024, eine Schafsherde in Uelzen attackiert – trotz ausgebildeter Schutzhunde! Die nun getöteten Schafe in Uelzen sind allerdings nicht die einzigen Opfer des vermutlich selben Rudels.

Wolf-Angriff auf eine Schafsherde in Uelzen – Schutzhunde konnten gegen das Rudel nicht viel ausrichten

Die Schafe werden hinter einem 90 Zentimeter hohen Elektrozaun vor Wolfsangriffen geschützt. Der Zaun ist mit 9000 Volt unter Strom gesetzt. Dennoch schaffen es immer wieder Wölfe, Schafe zu reißen.

„Der zweite Angriff trotz Herdenschutzhunde innerhalb weniger Tage. Letzte Woche im Kreis Diepholz ebenfalls“, schreibt ein Nutzer unter den Beitrag der Bürgerinitiative Weidetier Mensch Wolf Nord-Ost Heide bei Facebook. Erst wenige Tage zuvor wurde ein Wolf mitten im Wohngebiet von Uelzen gesichtet. Auf einem Foto „posiert“ das Tier sogar direkt am Zaun eines Kindergartens.

„Der Wolf checkt die Lage, ob hier leicht an Beute zu kommen ist“, schreibt ein verärgerter Nutzer unter das Wolf-Foto am Kindergartenzaun. Die Nerven liegen blank. Einige fordern, dass der Wolfsbestand verringert wird. Aber wie sehen es direkt Betroffene? Verena Jahnke, Schäfermeisterin, ist stolz auf ihre Herdenschutzhunde. „Sie haben wohl Schlimmeres verhindert“, berichtet die Schäferin. Es gab bereits Wolfs-Attacken, wo 25 Tiere starben. Trotz des Verlusts eines Tieres möchte die Schäferin noch längst nicht alle Wölfe tot sehen.

Es ginge ihr um das Leben miteinander. Sie sagte zwar, dass es vielleicht nötig sei, einen Wolf aus einem Rudel „herausnehmen“ (töten) zu müssen, aber noch längst nicht gleich alle. Auch Patrick Fischer, Berufsjäger im Landkreis Uelzen, zeigte sich zwar bestürzt über den erneuten Wolfsangriff auf die Schafsherde, äußerte sich aber auch über den „Schutz-Erfolg“ der Herdenschutzhunde.

Nicht „einfach so“ ein Wolf töten – das Rudel darf nicht auseinander fallen

Aber auch er teilt die Meinung, dass man, falls ein Wolf „zu nah“ an einer Herde ist, diese „herausnehmen“ müsse. Damit soll eine Abschreckung gegenüber dem Wolfsrudel erwirkt werden. Dabei sei aber wichtig, dass man nicht die ältesten Wölfe tötet. Sonst könnte es passieren, dass das Rudel auseinander fällt, was gegebenenfalls noch mehr Schaden anrichten würde.

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