- VonKatrin Kösterschließen
Umweltschützer im Landkreis Nienburg werden die kommenden beiden Tage Ausschau nach Wasservögeln halten. Angela Schiewe berichtet, wie sich das anfühlt.
Landkreis – Mit Klemmbrett, warmer Jacke und Thermostiefeln sind sie voraussichtlich am Samstag und Sonntag, 20. und 21. Januar, in der freien Natur im Landkreis unterwegs: Umweltschützer, die wilde Wasservögel zählen. Angela Schiewe ist eine von ihnen und berichtet, wie die Aktion funktioniert.
Zwölf ehrenamtliche Vogelzähler sind unterwegs
Bereits seit zwölf Jahren unterstützt Angela Schiewe das Projekt. Mittlerweile ist sie ein alter Hase, auch was ihre Ausrüstung angeht. Sie ist mehrmals im Jahr unterwegs, um die Bestände an Wasservögeln in bestimmten Gebieten des Kreises zu erfassen.
Bei den aktuell herrschenden Minusgraden sind wasserdichte Thermostiefel, Handschuhe, Mütze und Jacke ein Muss. „Und natürlich lange Unterhosen!“, scherzt sie. Ebenso unverzichtbar ist das Zählwerkzeug: Klemmbrett, Klickzähler sowie ein Fernglas oder ein Spektiv.
Rücksichtsvolles Beobachten
Viele Naturfreunde beobachten Vögel mit Begeisterung. Auf ornitho.de geben Fachleute Hinweise, worauf Laien achten sollten, wenn sie sich in der Natur bewegen. So sollten Beobachter die Tiere möglichst wenig stören und ihre Lebensräume respektieren. Das gelingt, indem Besucher auf Distanz und auf ausgewiesenen Wegen bleiben, damit sie die Vögel nicht aufscheuchen, vor allem an Nist-, Rast-, Balz- und Nahrungsplätzen. Wer eine seltene Art entdeckt, sollte mit Bedacht handeln. So kann es für die Tiere heikel werden, wenn ihr Entdeckungsort plötzlich vielen Menschen bekannt gemacht wird und sie dort durch Besuchergruppen aufgeschreckt werden. „Respektieren Sie die Rechte der Landbesitzer, zum Beispiel indem Sie auf Straßen, Wegen und Pfaden bleiben und indem Sie nicht mit Fahrzeugen den Weg versperren“, heißt es weiter.
Auch das Wetter muss mitspielen, damit Schiewe und rund zwölf weitere ehrenamtliche Vogelzähler die Tiere eindeutig erkennen und zuordnen können. „Da muss man schon schnell sein“, sagt die Expertin. Am besten geeignet seien klare, kalte Tage. Bei Schneefall oder Nebel würden sich die Tiere verstecken.
Die Vogelzähler suchen in Gruppen vorgegebene Bereiche ab. „Wir arbeiten uns entlang der Weser vor und suchen von Hoya bis Stolzenau“, erläutert Schiewe. Vor allem an den Uferzonen und im Bereich von renaturierten Kiesgruben halten sie die Augen offen. Sichten sie die gesuchten Tiere, gilt es, vorsichtig zu sein. „Meistens schleichen wir uns an, damit wir sie nicht aufschrecken und gut zählen können“, erzählt Angela Schiewe.
Zahlreiche Blessgänse im Landkreis Nienburg beobachtet
Die Umweltschützer registrieren unter anderem Schwäne, Enten, Teichhühner, Haubentaucher und verschiedene Gänsearten. Einige sind Schiewe zufolge lediglich Wintergäste im Landkreis. Dazu gehören Nonnengänse, Graugänse und Blessgänse. Die erfassten Vögel melden die Ehrenamtlichen digital an den Landkreis, die Untere Wasserschutzbehörde sowie den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Die erfassten Bestände geben sie online in das Portal Ornitho ein.
Ein Blick auf die Internetseite zeigt, welche Arten im Landkreis Nienburg gesichtet wurden (Stand 18. Januar): Bei Binnen waren demnach rund 500 Blessgänse gesichtet worden, in Steimbke 17 Stockenten und ein Mäusebussard. Die nächste Zählung sei für März avisiert, sagt Schiewe.