Unwetter in Landkreis und Stadt Oldenburg: Pumpen und sägen im Akkord

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Nachdem das Unwetter gewütet hatte, gab es bei Wüsting erst einmal kein Durchkommen mehr.
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Unwetter sorgt am Mittwoch für Hunderte Feuerwehr-Einsätze: Einumstürzender Baum triff einen fahrenden Zug, eine Gasleitung wird beschädigt, Tiefgaragen und Keller laufen voll.

Wardenburg/Hatten – Tagsdarauf schien die Sonne nach Kräften, doch die teils dramatischen Situationen des Vortrags hatten vielerorts ihre Spuren hinterlassen: Das heftige Unwetter, das am Mittwoch über den Landkreis Oldenburg gezogen ist, hat dort mehr als 100 Feuerwehreinsätze ausgelöst. Die Einsatzschwerpunkte lagen laut Bericht der Kreisfeuerwehr in den Gemeinden Hatten, Hude und Wardenburg. Die Gemeinde Großenkneten sei teilweise betroffen gewesen.

„Die Einsatzkräfte waren vor allem damit beschäftigt, umgestürzte Bäume zu beseitigen und vollgelaufene Keller und überflutete Straßen begehbar zu machen“, zieht die Feuerwehr Bilanz. Aufgrund des enormen Notrufaufkommens richteten die Feuerwehren in den betroffenen Kommunen Führungsstellen ein, heißt es weiter. Diese übernahmen die Koordination der einzelnen Einsätze, die zuvor von der Leitstelle in Oldenburg digital übermittelt worden waren: „So konnte eine zügige Abarbeitung der zahlreichen Schadensstellen gewährleistet werden.“ Gleichwohl werde die Bevölkerung weiterhin gebeten, erhöhte Vorsicht walten zu lassen, da noch zahlreiche abgebrochene Äste und Baumkronen in den Bäumen hängen und herabstürzen könnten.

Mehrere umgestürzte Bäume am Borchersweg in Hatten.

In Sandkrug mussten laut Mitteilung mehrere Straßen, darunter auch Hauptverkehrsstraßen wie der Borchersweg, wegen umgestürzter Bäume gesperrt werden. Die Aufräumarbeiten wurden am Donnerstag von der Straßenmeisterei fortgesetzt. In Hude wurde ein Zug von einem umgestürzten Baum getroffen und musste seine Fahrt unterbrechen. Etwa 200 Fahrgäste waren gezwungen, auf einen Ersatzzug umzusteigen. Bei der Kollision sei aber niemand verletzt worden, so die Feuerwehr. In dem Klosterort beschädigte zudem ein entwurzelter Baum eine Gasleitung. Für die Bevölkerung bestehe keine Gefahr, der Netzbetreiber habe die Reparaturarbeiten aufgenommen, heißt es. In Wardenburg lief eine Tiefgarage mit Wasser voll, was ebenfalls die Feuerwehr auf den Plan rief.

Lastwagen auf von umgestürzten Bäumen eingeschlossen

„Besonders schwierig gestaltete sich ein Einsatz auf der Holler Landstraße in Hude, wo mehrere umgestürzte Bäume einen Lastwagen trafen. Laut erster Meldung sollte der Fahrer in seinem Fahrzeug eingeklemmt sein, die Einsatzstelle war jedoch aufgrund der vielen umgestürzten Bäume nicht zugänglich“, schildern die Brandschützer eine weitere brenzlige Situation. Mehrere Feuerwehren fuhren die Einsatzstelle von verschiedenen Punkten aus an, um schnell zum Unfallort zu gelangen. Eine Rettungswagenbesatzung, die sich zu Fuß auf den Weg zum Unfallfahrzeug gemacht hatte, konnte schließlich Entwarnung geben: Der Fahrer war nicht eingeklemmt und konnte das Fahrzeug selbstständig verlassen.

Das Technische Hilfswerk (THW) Wardenburg war mit Hochleistungspumpen im Einsatz, um Geschäftsgebäude in der Bahnhofstraße in Sandkrug vor den Wassermassen zu schützen. „Besonders hervorzuheben ist die tatkräftige Unterstützung von Privatpersonen und Landwirten, die mit Radladern und Traktoren halfen, um die Beseitigung der umgestürzten Bäume und die Räumung der Straßen zu beschleunigen“, spricht die Kreisfeuerwehr ihren Dank an die Unterstützer aus.

Fahrgäste mussten bei Hude den Zug wechseln.

In der Stadt Oldenburg gestaltete sich das Einsatzgeschehen nicht weniger dramatisch: „Das Unwetter, das am Mittwoch ab etwa 16 Uhr die Stadt erreichte, war laut Feuerwehr in diesem Ausmaß nicht vorhersehbar und kam überraschend“, blickt die Stadtverwaltung auf den Verlauf. Insgesamt sei die Feuerwehr Oldenburg zwischen 16 Uhr und 1.30 Uhr am Donnerstagmorgen zu rund 120 Einsätzen ausgerückt.

„Dabei waren alle Freiwilligen Feuerwehren der Stadt und die Berufsfeuerwehr im Einsatz“, heißt es weiter. Unterstützung habe es aus den Nachbarlandkreisen von den Freiwilligen Feuerwehren Achternmeer, Metjendorf, Neuenkruge und Petersfehn sowie dem THW Oldenburg gegeben. Die Einsatzschwerpunkte lagen dieses Mal im Bereich Innenstadt und Eversten sowie Bümmerstede. Dabei kamen keine Menschen zu Schaden. Zu den besonderen Einsätzen zählt laut Bericht der Verwaltung unter anderem ein teilweiser Deckeneinsturz durch den starken Wasserdruck in einem Geschäft in der Haarenstraße. Im Bereich Stau/Rosenhöfe stand eine rund 4 000 Quadratmeter große Tiefgarage etwa 50 Zentimeter hoch unter Wasser. In der Folge kam es zu einem Stromausfall im gesamten Gebäude. Beim Evangelischen Krankenhaus sei erneut Wasser in den Bereich der Notaufnahme gedrungen. „Schlimmere Schäden konnten aber dank des schnellen Einsatzes der Feuerwehren verhindert werden“, so die Stadt.

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