83 Fälle in einem Quartal: Whatsapp-Betrüger täuschen Vertrautheit vor

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Es gibt viele Beispiele, wie Betrüger sich ins Vertrauen ihrer Opfer tippen.

„Hallo Mama ich bin’s. Wollte dir kurz Bescheid geben, dass mein Handy kaputt ist.“ Zwei kurze Sätze, eine eingängige Erklärung für die unbekannte Nummer - wer mag da schon zweifeln?

Landkreis Diepholz – Sollte „Mama“ oder in anderen Fällen vielleicht „Papa“ nicht einen anderen Kosenamen von den Kindern erhalten haben, dürfte der Betroffene kaum ins Zweifeln kommen, dass die Nachricht aus der eigenen Familie kommt. Doch Zweifel sind angebracht.

Allein in den Monaten Mai, Juni und Juli sind der Polizeiinspektion Diepholz 83 solcher Whatsapp-Betrüge angezeigt worden, berichtet sie in einer Pressemitteilung. 26 dieser Fälle seien vollendet gewesen, sie haben einen Schaden von insgesamt etwa 62 350 Euro verursacht. Die Polizei vermutet jedoch, dass die Dunkelziffer noch weitaus höher liegt.

Whatsapp-Betrüge sind die am häufigsten angewandte Masche

Die Whatsapp-Betrüge seien aktuell die am häufigsten von Verbrechern angewandte Masche. Auf Platz zwei folgen, so die Polizei auf Nachfrage der Kreiszeitung, Betrüger, die sich am Telefon als falsche Polizisten ausgeben.

Ein paar Emojis und schon haben Betrüger im Chat etwas Vertrautheit hergestellt. Wer eine Nachricht ähnlich des abgebildeten Verlaufs – dabei handelt es sich um einen fiktiven Chat, den die Polizei zu Anschauungszwecken erstellt hat, von einer fremden Nummer erhält, sollte immer versuchen, die bekannte Nummer des Chatpartners anzurufen und so überprüfen, ob die Angaben korrekt sind.

Bei der Whatsapp-Masche sind es, wie beschrieben, die angeblichen Kinder, die sich bei den Betroffenen melden. Emojis und ein einfaches „Wie geht es euch?“ stellen schnell Vertrautheit her, dann wird um Hilfe bei einer Überweisung gebeten, die die vermeintlichen Kinder selbst nicht tätigen können, weil ihr Handy kaputt sei.

Betroffene sollen keine Scheu haben darüber zu sprechen

Die Betroffenen sollten sich in keinem Fall davor scheuen, über das zu sprechen, was ihnen passiert ist. Wenn sie Polizei und Bank schnell genug benachrichtigen, könnte auch eine Rücküberweisung noch möglich sein, der Schaden also verhindert werden.

In jedem Fall rät die Polizei zu Misstrauen und dem Anrufen der bekannten Nummer des Kindes. So kann der Betrug normalerweise schon in Sekundenschnelle erkannt werden, wenn die gewünschte Person nämlich doch rangeht – da das echte Gerät ja gar nicht kaputt ist.

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