Vorsicht, Feuer!

+
Die Waldbrandgefahr ist groß. Bis zu fünf Feuer pro Überwachungstag hat die Waldbrandzentrale in Lüneburg schon registriert.
  • schließen

Im Landkreis Diepholz wächst mit der anhaltenden Trockenheit die Waldbrandgefahr. Das Gefahrenbewusstsein ist wichtig.

Landkreis Diepholz – Immer wieder verheißen dunkle Wolken Regen, aber sie lösen sich auf und er bleibt aus: Anhaltende Trockenheit macht Gartenbesitzern große Sorgen, vor allem aber den Forstbeamten und Waldbesitzern. Denn die Waldbrandgefahr steigt. Im Landkreis Diepholz lag der Index am Dienstag auf der Grenze zwischen 2 und 3, so Knut Sierk als Pressesprecher der Niedersächsischen Landesforsten für die Region Nord-Ost Niedersachsen. Weil 5 die höchste Warnstufe ist, besteht im Landkreis Diepholz zurzeit keine akute Gefahr, doch erhöhte Wachsamkeit ist in jedem Fall wichtig.

An seinen Stationen in Diepholz und Bassum erhebt der Deutsche Wetterdienst die Daten für den Waldbrand-Index. Eine stetige Überwachung mit stationären Kameras haben die Niedersächsischen Landesforsten in diesem Lebensraum nicht installiert. Denn mit rund zehn Prozent bewaldeter Fläche gehört der Landkreis Diepholz ohnehin zu den waldarmen Bereichen des Landes, und der große Anteil an Mischwald birgt zumindest einen gewissen Schutz – der aber nicht überschätzt werden darf.

Buchstäblich brenzlig ist die Lage in der Lüneburger Heide und der Ostheide, wo auf extrem sandigen und trockenen Böden vor allem Nadelhölzer – Kiefern und Fichten – wachsen, die leichter entflammbar sind. Deshalb ist es kein Wunder, dass der Waldbrand-Index in der Lüneburger Heide am Dienstag bei 4 lag. Die dortige Waldstruktur erklärt auch, warum die Waldbrandzentrale der Niedersächsischen Landesforsten ihren Sitz in Lüneburg hat – und warum sie in diesem trockenen Jahr schon seit März im Dauereinsatz ist.

Kameras an 17 Standorten in Niedersachsen

Knut Sierk beschreibt die Dynamik so: „Die sehr niedrige Luftfeuchtigkeit und der leichte Wind trocknen das im Wald am Boden liegende Reisig, die Vegetation und den Oberboden stark aus.“ Was fatale Folgen hat, denn an mittlerweile 76 Einsatztagen (die Zentrale ist ab dem mittleren Waldbrand-Gefahrenindex 3 besetzt) hat es bisher sage und schreibe 385 Meldungen gegeben. „Durchschnittlich wurden also etwa fünf Brände pro Einsatztag erkannt und gemeldet“, so der Pressesprecher.

In der Waldbrandzentrale laufen die Bilder und Daten von Überwachungskameras an 17 niedersächsischen Standorten zusammen, mittlerweile auch von jeweils drei Standorten in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Speziell geschulte Forstbeamte werten sie aus. „Die hochmodernen Kameras haben einen Rundumblick von mehr als zehn Kilometern und erkennen frühzeitig Rauchentwicklungen“, erläutert Knut Sierk, „damit ist bei Auftreten eines Waldbrandes eine kurzfristige Alarmierung der Einsatzkräfte möglich.“ Buchstäblich im Keim können Brände so erstickt werden.

Durch Überlappung und Kreuzpeilung der Kameras haben die Brandwächter rund 440 000 Hektar Waldfläche im Blick. Bei absolut klarer Sicht sogar mehr: „Sie haben schon mal einen Brand in 80 Kilometern Entfernung in der Nähe von Bremen entdeckt“, berichtet Knut Sierk.

Schutzmaßnahmen per Verordnung

Beim höchsten Gefahrenindex 5 hilft bei der Überwachung auch die Feuerwehr – mit zwei speziellen Flugzeugen in Niedersachsen, die in Hildesheim und in Lüneburg stationiert sind. Sie starten im Auftrag des Innenministeriums, in Abstimmung mit den Niedersächsischen Landesforsten.

Der Landkreis Diepholz hat die Möglichkeit, auch bei Warnstufen unter 5 per Verordnung Schutzmaßnahmen festzulegen. So hatte er im Juli 2018 verfügt, dass Spaziergänger in Wäldern, Mooren und Heidegebieten die Wege nicht verlassen dürfen.

Kommentare