VonMatthias Röhrsschließen
Sonntag wird der Landtag gewählt, und im Nordkreis sind Marco Mohrmann (CDU) und Bernd Wölbern (SPD) die Favoriten. Insgesamt gibt es fünf Kandidaten im Wahlkreis Bremervörde, die alle gewinnen müssen. Ein Mandat über die Liste ist nahezu ausgeschlossen.
Bremervörde – Am kommenden Sonntag wählt Niedersachsen einen neuen Landtag. Die Parteien und Kandidaten sind somit auch im Südkreis Rotenburg mitten auf der Zielgeraden des Wahlkampfs. Immer ein wenig für den kompletten Landkreis mitverantwortlich fühlen sich jene Abgeordnete aus dem Norden, deren Parteien keinen eigenen Mandatsträger im Süden haben. Die Wahlkreise 53 Rotenburg und 54 Bremervörde sind also auf gewisse Weise miteinander verwoben. Zeit, einmal über den Tellerrand oder die Autobahn-Grenze zu schauen, in den Norden des Landkreises.
Wie ist der Wahlkreis 54 Bremervörde zugeschnitten?
Reicht der südliche Rotenburger Wahlkreis mit Oyten und Ottersberg auch in den Kreis Verden hinein, bleibt der Nordkreis bei der Wahl unter sich. Der Wahlbezirk besteht aus der Stadt Bremervörde, der Gemeinde Gnarrenburg sowie den Samtgemeinden Geestequelle, Selsingen, Sittensen, Tarmstedt und Zeven. Rund 70 000 Wahlberechtigte gibt es.
Wer sitzt bis jetzt im Landtag?
Im Norden gibt es zwei Landtagsabgeordnete. 2017 setzte sich CDU-Kandidat Marco Mohrmann mit 50,2 Prozent der Erststimmen gegen seinen SPD-Kontrahenten Bernd Wölbern (33 Prozent) durch. Wölbern rückte allerdings im November 2021 in den Landtag nach. Beide stehen auch in diesem Jahr wieder ganz oben auf dem Wahlzettel.
Wer sind die Favoriten?
Ähnlich wie in Rotenburg sind die beiden CDU- und SPD-Kandidaten auch in Bremervörde in der Favoritenrolle. Mohrmann stammt aus Rhadereistedt und ist seit 2017 Angeordneter im hannoverschen Leineschloss und eigentlich Landwirt. Wölbern lebt in Wohnste und arbeitete als Lehrer. Beide sitzen auch im Rotenburger Kreistag und anderen kommunalpolitischen Gremien. Die Nase vorn hat Marco Mohrmann. Das am Ende doch eindeutige Ergebnis bei der Wahl 2017 ist ein klares Zeichen, der Nordkreis gilt zudem als CDU-Gebiet – noch mehr als der Südkreis.
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Wer sind die Herausforderer?
Im Wahlkreis 54 Bremervörde gibt es drei weitere Direktkandidaten für den niedersächsischen Landtag, die im Süden des Landkreises aber weitgehend unbekannt sein dürften. So sitzt zum Beispiel keiner der Herausforderer im vor einem Jahr gewählten Kreistag und hat auch sonst wenig auf sich aufmerksam machen können. Immerhin könnte Faruk Maulawy, der für die Grünen ins Rennen geht, bei manchen in Erinnerung geblieben sein. Er hatte 2021 Ambitionen angemeldet, für den Wahlkreis Rotenburg I – Heidekreis als Direktkandidat in den Bundestagswahlkampf zu ziehen, musste sich dann aber in einer parteiinternen Abstimmung geschlagen geben. Kommunalpolitisch tritt er vor allem im Tarmstedter Gemeinderat in Erscheinung. Ebenfalls kommunalpolitisch aktiv in ihren Gemeinden sind die beiden verbleibenden Direktkandidaten: Kevin Leonhardt aus Tiste für die FDP und Willi Heins aus Farven für die AfD.
Hat jemand Außenseiterchancen?
Die Kandidaten im Wahlkreis Bremervörde haben fast nur eine Chance, ins Landesparlament einzuziehen: die Direktwahl. Hoffnung, im Falle einer Wahlniederlage über die Landesliste ins Parlament einzuziehen, kann sich allenfalls noch Faruk Maulawy auf Platz 32 der Grünen-Liste machen. Voraussetzung dafür ist allerdings ein ausnehmend großer Wahlerfolg seiner Partei. Es könnte knapp werden: 2017 errang sie mit 8,7 Prozent der Stimmen zwölf Mandate, die alle mit Listenkandidaten ausgefüllt wurden. Eine aktuelle Forsa-Umfrage geht von 19 Prozent Stimmanteile für die Grünen aus. Für Bernd Wölbern, der bei der SPD auf Platz 39 steht, sind die Chancen über die Liste bestenfalls minimal. Marco Mohrmann, Platz 80 bei der CDU, und Kevin Leonhardt, Platz 78 bei der FDP, können sich diesen Weg direkt aus dem Kopf schlagen. Willi Heins ist nur Direktkandidat und steht nicht auf der AfD-Liste.
Was sind die wichtigsten Themen im Nordkreis?
Die im Norden relevanten Themen kommen auch im Süden bekannt vor. Die medizinische Versorgung wird immer wieder angesprochen, ebenso die Digitalisierung von Schulen. Oft diskutiert wird auch die Reaktivierung von Bahnstrecken – insbesondere zwischen Bremervörde und Rotenburg.
