VonLeif Rullhusenschließen
Exxonmobil sich zur Erforschung von Lithium-Vorkommen große Gebiete in Niedersachsen gesichert. Dazu zählt auch die ehemalige Ergasspeicheranlage im Poggenpohlsand. Ein Abbau des seltenen Leichtmetalls ist dort dennoch nicht geplant, sagt Sprecher Klaus Torp.
Dötlingen – Ein ehrgeiziges wie zukunftsweisendes Geothermieprojekt in der Gemeinde Dötlingen war Anfang dieses Jahres endgültig gescheitert. Eine entsprechende, von der Norddeutschen Erdwärmegewinnungsgesellschaft (NDEWG) auf dem Gelände der ehemaligen Exxonmobil-Erdgasspeicheranlage geplante Pilot-anlage kommt nicht. Die dafür vom niedersächsischen Bergbauamt (LEBG) zeitlich begrenzt erteilte Erlaubnis war im Januar ausgelaufen und nicht verlängert worden. Für das Vorhaben wollte die NDEWG die stillgelegten Speicherbohrungen nutzen.
Wie geht es auf dem Areal im Poggenpohlsand nun weiter? Wird Exxon dort selbst geothermische Energie erzeugen oder sogar nach Lithium-Vorkommen forschen? Schließlich hatte sich das Energieunternehmen zu Jahresbeginn ein Erlaubnisfeld zum Aufsuchen für Lithium in dem Bereich gesichert. Weder noch, erklärt Exxonmobil-Sprecher Klaus Torp auf Nachfrage der Mediengruppe Kreiszeitung.
Bestimmte Pläne zur zukünftigen Nutzung der Fläche am Dötlinger Ortsrand gebe es derzeit nicht, berichtet Torp. „Wir sind weiterhin gesprächsoffen für konkrete Anfragen und für Nachnutzungsvorhaben.“ Auch sei seitens Exxonmobil nicht geplant, eine solche Erlaubnis zu beantragen, um dort selbst aktiv zu werden.
Einen Zusammenhang zwischen der Genehmigung, die die Exxon-Tochterfirma Esso Deutschland für die Erforschung von Lithium-Vorkommen erhalten hat und der ausgelaufenen Geothermie-Erlaubnis bestehe nicht, versichert der Sprecher. Anfang Januar hatte das LEBG dem Öl- und Gasunternehmen vier sogenannte Erlaubnisfelder zum Aufsuchen des seltenen Rohstoffs zugeteilt. Eines davon, das Feld „Hengstlage“, schließt die Gemeinde Dötlingen und damit die einstige Erdgasspeicheranlage ein.
Wir sind weiterhin gesprächsoffen für konkrete Anfragen und Nachnutzungsvorhaben.
Lithium zählt zu den Leichtmetallen und ist unter anderem für die Herstellung leistungsfähiger Akkus unverzichtbar. Perspektivisch soll in Norddeutschland Lithium im sogenannten Bohrlochbergbau gewonnen werden. Ähnlich wie bei der Tiefengeothermie werde aus mehreren tausend Metern Tiefe Flüssigkeit gefördert. Die darin enthaltenen Lithiumanteile würden abgeschieden, informiert die LBEG in einer Presseveröffentlichung. Der Rest der Flüssigkeit könne anschließend in die ursprünglichen Untergrundschichten zurückgeführt werden. Die entsprechenden Speicherbohrungen sind im Poggenpohlsand vorhanden.
So weit reiche die derzeitig erteilte Erlaubnis der LBEG allerdings gar nicht, verdeutlicht Torp. „Mit ihr sind dem Inhaber keine technischen Maßnahmen beziehungsweise konkrete Aufsuchungshandlungen wie Bohrungen gestattet“, sagt er. Exxonmobil fokussiere sich im Rahmen der erhaltenen Erlaubnisse auf die Lithium-Erkundung, bei der der Schwerpunkt zunächst auf der Akquise und Analyse von Daten liege. Dafür hat sich das Unternehmen inzwischen 19 Erlaubnisfelder gesichert. Deren Fläche umfasst knapp ein Sechstel der Fläche Niedersachsens.
