Wahllokale in Diepholz

Exakte Wahlbeteiligung pro Wahlbezirk ist durch Briefwahl ein Schätzwert

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Wahlzettelabgabe im Rathaus: Nur die vor Ort abgegebenen Stimmen fließen in die Wahlbeteiligung der Wahlbezirke ein.
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Die tatsächliche Wahlbeteiligung pro Wahlbezirk ist durch die Briefwahl nur ein Schätzwert. Es sei zwar theoretisch möglich, diese auszurechnen, doch das sei für die Wahlhelfer nicht zu leisten, erklärt Petra Hage, Fachdienstleiterin Ordnung und Soziales, Bildung und Familie bei der Stadt Diepholz.

Die Wahlbeteiligung zur Bundestagswahl 2021 in der Stadt Diepholz lag bei 68,70 Prozent. Doch die einzelnen Wahlbezirke selbst kamen allesamt auf deutlich geringere Werte. Wie kann das sein? Die Erklärung ist simpel: Durch die vielen Briefwähler in der Kreisstadt sank die Zahl derer, die ihr Kreuz vor Ort im Wahllokal gesetzt haben. So weit, so logisch. Doch daraus ergibt sich ein Problem: Durch die Briefwahl lassen sich keine konkreten Rückschlüsse auf die tatsächliche Wahlbeteiligung aller wahlberechtigten Menschen in den einzelnen Wahlbezirken ziehen.

Briefwahl außen vor: Nur vor Ort abgegebene Stimmen fließen in die Wahlbeteiligung der Wahllokale ein

In der Theorie sei es zwar möglich, die Wahlbeteiligung pro Wahlbezirk inklusive Briefwähler „näherungsweise“ zu ermitteln, meint Petra Hage, Fachdienstleiterin Ordnung und Soziales, Bildung und Familie bei der Stadtverwaltung, auf Anfrage der Mediengruppe Kreiszeitung. Praktisch „wurde das aber noch nie gemacht“. Sie erklärt: „Diese händische Nacharbeit ist vom Wahlteam nicht zu leisten. Insgesamt wäre der Aufwand für die ehrenamtlichen Wahlhelfer zu groß, auch die Briefwahlunterlagen in den Urnenwahllokalen auszuzählen. Es bräuchte dann auf jeden Fall wesentlich mehr Wahlhelfer, die eh schon schwer in ausreichender Zahl zu finden sind. Außerdem läge ein Ergebnis dann deutlich später vor.“

Hage führt weiter aus: „Die Anzahl der ausgegebenen Briefwahlunterlagen je Wahlbezirk kann problemlos ermittelt werden. Allerdings kommen erfahrungsgemäß nicht 100 Prozent zurück. Deshalb sind Rückschlüsse auf die Wahlbeteiligung nur bedingt möglich.“ Zudem zählt nicht die Stadt Diepholz, sondern der Landkreis die Briefwahlzettel zur Bundestagswahl aus. Hage erläutert: „Erst am Wahlabend, wenn der Landkreis die Briefwahlergebnisse bekanntgegeben hat, könnte man die Rücklaufquote für das Stadtgebiet errechnen.“ Jedoch nicht für jeden einzelnen Wahlbezirk in Diepholz.

Das heißt: Ob der Wahlbezirk mit dem Wahllokal in der Mühlenkampschule in Diepholz bei der Bundestagswahl 2021 also tatsächlich die geringste Wahlbeteiligung mit 34,81 Prozent aufwies, oder ob in diesem Bereich einfach besonders viele Briefwähler wohnten, die die absolute Wahlbeteiligung dort angehoben hätten, wäre nur mit sehr großem Aufwand und nicht abschließend zu ermitteln. Petra Hage: „Es bleibt eine Schätzung.“

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