VonGuido Menkerschließen
Der mehrwöchige Weihnachtsmarkt in Rotenburg ist Geschichte. Aber was geht nach der Coronapause an den Adventswochenenden? Noch stehen nicht alle Planungen. Am Weichelsee jedenfalls wird es „klein und lauschig“.
Rotenburg – Viele Rotenburger würden sich ganz sicher freuen, sollte es in diesem Jahr wieder einen Nikolausmarkt in der Innenstadt geben. Eine Entscheidung darüber ist allerdings noch nicht gefallen. Roland Nielebock vom „Strandgold“ am Weichelsee allerdings hat bereits Nägel mit Köpfen gemacht: An allen vier Adventswochenenden lädt er jeweils von Freitag bis Sonntag zum „Winter-Zauber-Strand“ ein.
Der Plan Nielebocks sieht einen überdachten Bereich mit gemütlichen Sitzgelegenheiten vor. „Klein und lauschig“ soll es werden. Jeweils um 14 Uhr geht es los. „Wir hatten einen schönen Sommer, jetzt hoffen wir auf passendes Winterwetter“, sagt er auf Anfrage. Das Angebot am „Winter-Zauber-Strand“ richte sich an Erwachsene, aber auch an die Kinder. Ein Kinder-Kettenkarussell wird am Strand zu finden sein, und auch eine Pfeilwurfbude soll es geben. Glühwein, Kaffee, aber auch eine paar Speisen von süß bis herzhaft will Nielebock seinen Gästen anbieten und ihnen damit die Möglichkeit verschaffen, in schöner Atmosphäre eine gute Adventszeit zu verbringen. Verkaufsstände, wie man sie etwa vom Nikolausmarkt kennt, seien nicht geplant. Dafür aber können sich seine Gäste am Weichelsee einen Weihnachtsbaum kaufen.
Für das zweite Adventswochenende ist darüber hinaus noch mehr vorgesehen: Ein Food-Truck werde den Weichelsee ansteuern, und außerdem können die Besucher Livemusik erleben. In diesem Zusammenhang teilt Nielebock mit, dass sich Firmen oder auch Vereine als Gruppe anmelden können und dann einen eigenen Bereich bekommen. Weitere Infos gibt es direkt bei Roland Nielebock.
Wachtelhof lädt wieder in den Garten ein
Auch das Rotenburger Hotel „Landhaus Wachtelhof“ an der Gerberstraße lädt in diesem Jahr wieder zum seit mehreren Jahren schon beliebten „Winterzauber“ in den hoteleigenen Garten ein. Geplant ist dieser für das dritte Adventswochenende vom 9. bis zum 11. Dezember, berichtet Hotel-Direktor Heiko Kehrstephan auf Anfrage. Er freue sich sehr darauf; der letzte „Winterzauber“ fand vor drei Jahren statt. Dann kam Corona. Geblieben ist das Grundgerüst der Veranstaltung. Es gibt Aprikosen-Punsch, ein beheiztes Zelt, es sind mehrere Aussteller dabei, es finden sich gemütliche Plätze, und geplant sind zudem musikalische Beiträge.
Am „Strandgold“ tut sich also auch im Winter was, aber was ist eigentlich mit dem inzwischen traditionellen Nikolausmarkt, den die IG Citymarketing über viele Jahre auf die Beine gestellt hat? Die Entscheidung, ob es in diesem Jahr endlich wieder zu einer Neuauflage kommt, sei noch nicht gefallen, sagt Vorstandssprecherin Cornelia Gewiehs. Sie spricht von einem „Berg an ungeklärten Aspekten“. Ganz oben auf dieser Liste stehe die Frage, wie es mit der Haftung und der Versicherung für eine solche Veranstaltung aussieht. Sie selbst sieht diese Fragen als problematisch an und spricht von einem Risiko, das die IG Citymarketing nicht ohne Weiteres eingehen könne. Mit dieser Ansicht hat sie sich auch an Bürgermeister Torsten Oestmann gewandt – in der Hoffnung, die Stadt könnte den Hut aufsetzen und die Veranstaltung übernehmen. Das aber, so Oestmann, sei nicht zu leisten. Er habe aber einen Weg aufgezeigt, wie die offenen Fragen zu klären sind. Ordnungsamt und Polizei könnte eine sogenannte Gefährungsbeurteilung erstellen. Daraus ergäben sich entsprechende Maßnahmen. Liegt das alles schriftlich vor und hält sich die IG Citymarketing daran, sei sie raus aus der Haftung.
„Wenn das am Ende wirklich so ist, wäre das vielleicht ein Weg“, erklärt Cornelia Gewiehs. Aber sie sagt auch: „Das alles sind noch ungelegte Eier.“ Außerdem seien eben noch ein paar Fragen mehr zu klären. Soll heißen: „Ich persönlich würde sagen, den Nikolausmarkt gibt es in diesem Jahr eher nicht.“ Möglicherweise aber könnte es auf eine kleinere Variante hinauslaufen, um im kommenden Jahr die Veranstaltung vielleicht auf „völlig neue Beine zu stellen“. Was am Ende dabei herauskommt – es ist vollkommen offen.
