Tier macht Sachen

Video: Wolf jagt durch Wohngebiet in Weyhe – „Hunde lieber an die Leine nehmen“

  • schließen

Ein Wolf ist vergangene Woche durch Weyhe gelaufen. Ein Zeuge hat das Ganze auf Video festgehalten. Wolfsexperte Lars Pump schätzt die Szene ein.

Weyhe – Ganze zwei Sekunden lang ist das Video, das für einige Aufregung in den sozialen Netzwerken sorgte. Zu sehen ist eine Wolfs-ähnliche Kreatur, die hastig über eine Haus-Einfahrt eilt und dann über den Bürgersteig auf die Straße läuft. Aufgenommen wurde das Video vergangenen Samstagnachmittag, 28. Januar 2023, in der Theodor-Storm-Straße in Weyhe-Erichshof (Landkreis Diepholz).

Ende Januar wurde ein Wolf in Weyhe entdeckt. Unter anderem lief das Tier durch Leeste und Erichshof.

Auch für den Wolfsberater des Landes Niedersachsen, Lars Pump, scheint die Sache klar: „Ich bin mir ziemlich sicher, dass das ein Wolf ist.“ Ob ein männlicher oder ein weiblicher, das kann er nicht sagen. Nur so viel: „Gut möglich, dass es ein junger Wolf war, der sich auf der Suche nach Nahrung in das Wohngebiet verirrt hat.“

Wolf jagt durch Wohngebiet in Weyhe: „Ich denke, dass er hier falsch abgebogen ist“

Laut dem niedersächsischen Umweltministerium könne es aber auch sein, dass der Wolf auf der Suche nach einem Partner war. „Dann könne es vorkommen, dass die Tiere eine weite Strecke zurücklegen und dabei auch menschliche Siedlungen passieren“, erklärte ein Sprecher gegenüber der dpa.

Kein Kuscheltier, aber auch keine große Gefahr.

Wolfsexperte Lars Pump über den Vorfall

Zwei Ansätze, die erklären würden, warum ein Wolf durch Weyhe und Syke spaziert ist. Denn normalerweise kommen Wölfe dem Menschen nicht nahe. „Ich denke, dass dieser hier falsch abgebogen ist, plötzlich im Wohngebiet war, sich dachte: Hier ist es zu unruhig, schnell wieder weg“, so Pump. Ebenso wie das Video, das im Netz kursiert, sei der Wolfsbesuch schnell wieder vorbei gewesen.

Wolf in Weyhe: Bloß nicht füttern – Hunde an die Leine nehmen

Trotz der Begegnung mit einem Raubtier schätzt der Berufsförster die Situation als relativ ungefährlich ein: „Mir sind keine Fälle in Deutschland bekannt, in denen Menschen von Wölfen attackiert wurden.“ Einige Verhaltensweisen gelte es aber doch zu befolgen: „Man sollte den Wolf jetzt nicht verfolgen und nicht zu nah rangehen.“ Wie das Tier dann reagieren würde, sei schwierig einzuschätzen. Pump: „Es ist kein Kuscheltier, aber auch keine große Gefahr.“

Zudem sollten Anwohner davon absehen, den Wolf zu füttern: „Er könnte sonst wiederkommen.“ Hundebesitzern rät er, ihre geliebten Vierbeiner an die Leine zu nehmen oder gleich ins Haus zu holen. „Wölfe sind an Hunden interessiert, nicht immer unbedingt als Nahrung, sondern auch als Geschlechtspartner.“

Einem Hund im Landkreis Uelzen wurde dieses Interesse zum Verhängnis. Er wurde von einem Wolf getötet.

Rubriklistenbild: © Privat

Kommentare