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Zehn Biogas-Busse sollen schon bald durch den Landkreis Oldenburg fahren. Das Land Niedersachsen fördert die Anschaffung.
Wildeshausen – Biogas? Elektro? Wasserstoff? Die künftige Antriebsart von Bussen im öffentlichen Personennahverkehr scheint noch nicht endgültig geklärt zu sein. Zurzeit schaffen die Verkehrsbetriebe Oldenburg-Land, die große Teile des Schulbus- und Linienverkehrs im Landkreis Oldenburg abwickeln, zehn neue Biogas-Busse an. Wie berichtet, fördert das Land die Investition mit 1,1 Millionen Euro, was 40 Prozent der Kosten entspricht. Die Wahl der Fahrzeuge erfolgte aus Überzeugung, aber auch wegen des Mangels an Alternativen, wie Geschäftsführer Leo Wilmering auf Anfrage unserer Zeitung deutlich macht.
Seit rund zwei Wochen seien fünf Biogas-Busse in der Stadt und im Landkreis Oldenburg unterwegs, informiert er. Eingesetzt werde das sogenannte CNG. Die Abkürzung steht für Compressed Natural Gas, das in Biogasanlagen gewonnen wird. Deswegen spricht man auch von Biogas.
Gute Alternative zum Dieselfahrzeug
„Ich gehe davon aus, dass wir eine gute Alternative zum Diesel haben“, sagt Wilmering. So sei die Reichweite fast identisch. Die neuen Fahrzeuge werden laut dem Unternehmer aber rund 90 Prozent weniger CO2 als Dieselmotoren produzieren. Letztere sind bei fast allen der 170 Busse umfassenden Flotte im Einsatz. Hinzu kommt, dass die Fahrzeuge bei der Verkehr und Wasser-Gesellschaft in Oldenburg betankt werden können, denn sonstige Tankmöglichkeiten seien rar.
Während bei Privatwagen zunehmend Elektroantriebe verwendet werden, hält Wilmering das für Busse noch nicht für praktikabel. „Die notwendige Lade-Infrastruktur ist zurzeit überhaupt nicht vorhanden“, sagt er. Betriebshöfe von Busgesellschaften hätten nicht die Kapazitäten, um 30 bis 40 Fahrzeuge auf einmal zu laden. Der Ausbau werde sicherlich noch Jahre in Anspruch nehmen. „Deswegen stellt sich die Lage in zehn bis 15 Jahren vielleicht schon ganz anders dar.“
Aber Wilmering will jetzt den CO2-Ausstoß verringern und setzt deswegen, zumindest übergangsweise auf CNG. Außerdem verringern sich angesichts gestiegener Dieselpreise die laufenden Betriebskosten der Fahrzeugflotte. Für die Zukunft geht der Unternehmer von mehr Elektrobussen aus. Das allerdings bevorzugt in den großen Städten – wegen der kürzeren Strecken und der besseren Lademöglichkeiten. „In Hannover oder Bremen gibt es ja eine Straßenbahn, also ist an vielen Haltestellen Strom vorhanden“, nennt er ein konkretes Beispiel. Ob sich die Elektrobusse hingegen auf dem flachen Land durchsetzen, stellt er aktuell infrage. Und was Wasserstoff angeht, fehle dafür noch die komplette Infrastruktur.
Guter Übergangsschritt
Der Landkreis Oldenburg ist Auftraggeber von Wilmering und macht über den Zweckverband Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen auch Vorgaben, was die Antriebsarten angeht. „Biogasbusse sind vielleicht nicht gerade das, was in der öffentlichen Diskussion erwartet wird“, sagt der zuständige Amtsleiter Maik Ehlers vom Landkreis auf Anfrage unserer Zeitung. Aber in einer Übergangssituation sei das ein Schritt in die richtige Richtung. Spannend wird sein, welche Vorgaben in der neuen Ausschreibung der Linien im Landkreis Oldenburg gemacht werden – doch bis dahin ist es noch ein paar Jahre hin.
