Knappe zwei Stunden benötigte ein Team von rund 15 Helferinnen und Helfern, um die 2 000 Teelichter in der Tropfsteinhöhle zu verteilen und anzuzünden.
2 000 Teelichter und ein Kerzen-Kronleuchter in der Tropfsteinhöhle, viele, teilweise bunte Scheinwerfer sowie Petroleum-Laternen – 950 Besucher bewundern das leuchtende Bilsteintal.
Warstein – „Wunderschön.“ „Wow.“ „Beeindruckend.“ Toll.“ „Sehr schön.“ „Faszinierend.“ Vielfältigstes Lob gab es am Samstagabend von den Besucherinnen und Besuchern des Leuchtenden Bilsteintals. 2 000 Teelichter und ein Kerzen-Kronleuchter in der Tropfsteinhöhle, viele, teilweise bunte Scheinwerfer sowie Petroleum-Laternen im Wildpark zwischen Waldwirtschaft und Felsformation sorgten dafür, dass Warsteins Besuchermagnet Nummer 1 sprichwörtlich mal in einem ganz anderen Licht zu bewundern war.
Vor dem Vergnügen (der Besucher) stand aber die Arbeit (der Ehrenamtler und des Höhlenführerteams): Bereits in der Mittagszeit wurde mit den Vorbereitungen begonnen. Verpflegungszelte, Aufbau und Verkabelung der Beleuchtung. Und natürlich das Platzieren der 2 000 Teelichter in der Tropfsteinhöhle. Punkt 15 Uhr trafen sich dazu rund 15 Helferinnen und Helfer aus dem Höhlenführerteam, aktuelle und ehemalige FÖJ-Kräfte sowie ehrenamtliche Vereinsmitglieder und Interessierte, um innerhalb von zwei Stunden bis zum ersten Einlass um 17 Uhr die Kerzen zu platzieren und anzuzünden. Damit auch die letzten Besucher der fünfstündigen Veranstaltung noch die Tropfsteine im Kerzenschein bewundern können, nutzt man Teelichter mit einer Brenndauer von rund acht Stunden. Allerdings: Ab und an kommt es dann doch vor, dass entweder Tropfwasser von der Decke oder aber ein schnelleres Abbrennen durch Zugluft dafür sorgen, dass die Flamme früher ausgeht. „Ich habe um 23 Uhr nochmal einen Kontrollgang durch die Höhle gemacht, da brannte noch rund die Hälfte aller Kerzen“, so Bilsteintal-Betriebsleiterin Lena Hoffeld. Die Teelichter konnten über Nacht ausbrennen, am Sonntagvormittag wurde dann aufgeräumt.
Leuchtendes Bilsteintal: Tropfsteine im Schein von 2000 Teelichtern
Damit die Kerzenbeleuchtung besser zur Geltung kommt, werden etliche der LED-Strahler, die sonst die besonders schönen Stellen anstrahlen, verhüllt. „Ein Scheinwerfer war seit dem letzten Jahr abgedeckt“, entdeckte Lena Hoffeld zufällig bei der Abdunkelungsaktion. Und nicht nur das: Sie fand auch noch ein abgebranntes Teelicht aus dem Vorjahr, das beim Aufräumen nach dem 2022er Event übersehen worden war.
Der Andrang zur Besichtigung der Tropfsteinhöhle im Kerzenschein war ähnlich groß wie in den Vorjahren: Rund 950 verkaufte Eintrittskarten resümierte man nach dem Kassensturz und damit „minimal weniger“ als zuletzt. Während es im Vorjahr oft zu langen Schlangen kam, weil „alle auf einmal“ in die Höhle wollten, verteilte sich der Besucherandrang in diesem Jahr besser. „Zu Beginn war der Andrang groß, anfangs kamen viele Familien mit Kindern, das wurden hinterher deutlich weniger“, so Lena Hoffeld. Eigentlich sollte die Höhle bis 22 Uhr geöffnet sein, da aber die Nachfrage gegen 21 Uhr abriss, wurde eher Feierabend gemacht. Ein einsames Pärchen kam zum Abschluss noch zu einer Privatführung. Auffällig war wieder: Die Führungen, aus Sicherheitsgründen wird jede Gruppe immer von einem Höhlenmitarbeiter begleitet, dauern auch ohne die sonst üblichen Informationen zu den Sehenswürdigkeiten unter der Erde und ihre Entstehungsgeschichte beim Leuchtenden Bilsteintal wesentlich länger. Der Grund ist einfach: „Es gibt mehr zu gucken und auch mehr zu fotografieren“, so Lena Hoffeld.
Wesentlich größer als in den Vorjahren war der Andrang am Samstagabend in der vom Bilsteintal-Verein betriebenen Waldwirtschaft: „Wir waren voll und an unserer Kapazitätsgrenze“, resümierte Iris Belecke-Severin, die im Bilsteintal-Führungsteam für die Gastronomie verantwortlich zeichnet. Man sei ausgebucht gewesen, viele Gäste hatten sich Plätze bereits im Vorfeld reserviert. „Viele Tische wurden zwei-, drei- oder viermal an diesem Abend besetzt“, so Belecke-Severin, so dass während der Veranstaltung rund 300 Gäste bewirtet wurden. Dafür gab es eine spezielle, wildlastige Speisekarte. „Tolle Stimmung, nette Menschen und ein tolles Team“ lautete daher auch das positive Fazit für die Waldwirtschaft und mit Blick auf das ganze Tal, in dem den ganzen Abend über sehr viele Besucher unterwegs waren: „Eine durchweg positive Geschichte.“
Neben dem Küchenteam um Koch Hans-Jürgen Stappert und den Servicekräften sorgten aber auch die Ehrenamtler des Bilsteintal-Vereins zusätzlich fürs leibliche Wohl der vielen Besucherinnen und Besucher. Auf der Terrasse der Waldwirtschaft – aufgrund der milden Temperaturen an einem nach regnerischem Start schließlich doch noch goldenen Oktober-Samstag saßen viele Gäste auch noch draußen zusammen – wurden Bratwurst und Getränke angeboten. Hier gingen rund 300 Bratwüstchen für die hungrigen Gäste über den Tresen.
Mitten im Tal am Wildschwein-Gehege gab es an diesem Abend auch noch eine weitere Spezialität: Die Freisen-Familien boten Waffeln an, gebacken in historischen Waffeleisen überm offenen Feuer.
Auch wenn die Temperaturen noch nicht so ganz passten, wurde traditionell die Glühwein-Saison eröffnet. Wer sich am alten Kassenhäuschen auf dem Weg zum Höhleneingang mit Eintrittskarten eingedeckt hatte, konnte anschließend mit einem Heißgetränk – natürlich gab es auch alkoholfreien Kinderpunsch – die Wartezeit bis zum Einlass in die mit 2 000 Kerzen beleuchteten Tropfsteinhöhle überbrücken.