- VonStefan Gehreschließen
Es ist, wie Oberbürgermeister Marc Herter es formulierte, das „derzeit größte Projekt der Wärmewende in Hamm“: Betroffen sind rund 800 Wohnungen in 125 Immobilien der Hammer Gemeinnützigen Baugesellschaft (HGB).
Hamm-Westen – Sie werden in den kommenden Jahren mit umweltfreundlicher Fernwärme aus der Müllverbrennungsanlage durch die Stadtwerke versorgt. Eine wichtige Voraussetzung hierfür ist der Bau einer Fernwärmeleitung. Über das Projekt und die verkehrlichen Folgen für den Hammer Westen in den kommenden Monaten informierten die Beteiligten am Freitag am Kreisverkehr Hafenstraße/Dortmunder Straße.
Erste Häuser werden bis Mitte 2024 mit Fernwärme versorgt
Die HGB-Immobilien befinden sich im Gebiet der Holstenstraße, der Normannenstraße und der Waterloostraße im Hammer Westen beziehungsweise der Westenheide. Immobilien im Bereich der Sachsenschleife und der Viktoriastraße liegen bereits im Umfeld der geplanten Hauptleitungstrasse und können zukünftig ebenfalls über zusätzliche Hausanschlüsse ans geplante Fernwärmenetz angeschlossen werden. Nach Fertigstellung der Hauptleitung sollen die ersten Objekte in der Holstenstraße bis Mitte 2024 mit Fernwärme versorgt werden.
Fünf Bauabschnitte geplant: Start schon jetzt an der Dortmunder Straße
Die Dortmunder Straße ist seit voriger Woche zwischen dem Kreisverkehr und der Chemnitzer Straße gesperrt – und wird es bis Mai bleiben.
Der zweite Bauabschnitt auf der Dortmunder Straße von der Chemnitzer Straße bis circa 40 Meter vor der Radbodstraße ist für Mai/Juni geplant. Dort wird es eine halbseitige Sperrung geben.
Im dritten Bauabschnitt (Juli/August) erfolgt die Querung der Radbodstraße. Aufgrund der Gegebenheiten erfolgt sie in offener Bauweise. „Die damit verbundenen Verkehrseinschränkungen werden zeitnah kommuniziert“, so die Stadtwerke.
Im vierten Bauabschnitt wird dann bis Dezember die Längsverlegung der Leitung auf der Dortmunder Straße von der Radbodstraße bis zur Langen Straße realisiert. Da die Dortmunder Straße in diesem Abschnitt vierspurig verläuft, ist keine Vollsperrung erforderlich. Ebenso soll der Kreisverkehr Hafenstraße/Dortmunder Straße gequert und die Verbindung zum Heizwerk „Hafen“ erstellt werden.
Der Start für den fünften und letzten Bauabschnitt ist für Januar 2024 geplant. Hier erfolgt dann die Längsverlegung der Leitung von der Pommernschleife bis zur Holstenstraße.
Hauptleitung bis März 2024 verlegt
Stand jetzt soll die Hauptleitung bis März 2024 verlegt sein. Nach Angaben der Stadtwerke beträgt die Trassenlänge circa 2,5 Kilometer. Da es aber zwei parallel verlaufende Rohre gibt, müssen insgesamt rund fünf Kilometer Leitung verlegt werden. Kosten: rund 4,5 Millionen Euro.
Noch mehr Nutzer als die HGB-Mieter
Neben den Mietern der HGB-Wohnungen können auch weitere Verbraucher, die in der Nähe der geplanten Hauptleitung wohnen, die „preiswerte, sichere und vor allem umweltschonende Versorgung mit Wärme und Warmwasser nutzen“. Nach dem Bau der Hauptleitung erfolgt der weitere Ausbau aufgrund der technischen Beschaffenheit stufenweise in kleineren Quartieren. „Sobald die Pläne für die Anbindung einzelner Verbraucher erstellt werden, gehen wir aktiv auf potenzielle Haushalte zu, um weiteren Anliegern einen Anschluss zu ermöglichen. Wir bitten darum, von telefonischen Anfragen Abstand zu nehmen, da telefonisch keine verbindlichen Informationen möglich sind“, so Stadtwerkesprecherin Cornelia Helm.
Stellungnahmen zum Projekt
Oberbürgermeister Marc Herter bedankte sich bei der HGB und den Stadtwerken. Ihr Fernwärme-Projekt sei für die Stadt Hamm ein wichtiger Schritt in eine CO2-freie Zukunft. Anders als beim Strom, sei die Stadt bei der klimafreundlichen Wärmeerzeugung noch relativ weit unten. Umso wichtiger sei es, dass auch andere Wohnungsanbieter in Hamm dem vorbildlichen Beispiel von HGB und Stadtwerken folgten und ebenfalls umrüsten. „Wir wollen 2035 klimaneutral sein“, so der Oberbürgermeister.
Stadtwerke-Geschäftsführer Reinhard Bartsch stieß ins gleiche Horn: „Mit der Erweiterung unseres bestehenden Fernwärmenetzes leisten wir einen wichtigen Beitrag zur umweltfreundlichen Wärmeversorgung in unserer Stadt.“ Angestrebt werden auch weitere Projekte wie ein Nahwärmenetz oder die Nutzung anderer Wärmequellen.
HGB-Chef Thomas Jörrißen freut es, in einem ersten Schritt rund ein Viertel aller rund 3 300 HGB-Wohnungen in Hamm klimaneutral mit Fernwärme versorgen zu können. Wo es technisch und von der Dachausrichtung her möglich ist, werden wir auf unseren Häusern zudem PV-Anlagen installieren, um Mieterstrom produzieren zu können.“