VonGerald Busschließen
[Update] Die Bürgerinitiative „Stoppt A445“ erkennt ein K.-o.-Kriterium für den Weiterbau des Autobahn A445 zwischen Werl und Hamm. Und andere Betroffenen? Wir haben nachgefragt.
Werl/Hilbeck/Hamm - Hilbecks Ortsvorsteher Karl-Wilhelm Westervoß demonstriert Gelassenheit, die anderen demonstrieren alles andere als gelassen gegen den Weiterbau der A445 – und niemand weiß, ob und wie es nun weitergeht mit der jahrzehntelangen Planung zum acht Kilometer langen „Lückenschluss“ zwischen Werl und Hamm. Auch und vor allem, weil das Bundesverkehrsministerium keine Antworten liefert auf die Frage, inwieweit die baureife A445 betroffen ist vom neuen Maßnahmenpaket der Regierung – auch auf mehrfache Nachfragen unserer Redaktion gab es bislang keine Antwort aus dem Ministerium zu diesem Thema.
Westervoß spricht von „Unsicherheit“ im Dorf. „Ich weiß auch nicht, was ist“, räumt der Christdemokrat ein. Er glaubt aber an den Weiterbau – weil nicht sein kann, was nicht sein darf: „Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass dieses Projekt noch kippen kann – so viel Unvernunft kann es in diesem Land nicht geben“, sagt er, „Es gibt keine Alternative.“
„Fest überzeugt, dass die Autobahn gebaut wird“
Letztlich komme der Lückenschluss ja nicht, um Hilbeck zu entlasten, sondern um Ausweichstrecken und eine direkte Verknüpfung von der A44 zur A2 zu haben – davon profitiere aber das Dorf. Es seien bereits etliche Millionen Euro in die Planung gepumpt worden, das Thema Ausgleichsflächen und Flurbereinigung sei weit gediehen. „Eigentlich ist alles abgeschlossen bis auf die beklagten Punkte“, sagt der Ortsvorsteher mit Blick auf die aktuell ruhende Klage gegen das Vorhaben beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig. Der Hilbecker betont: „Ich bin fest überzeugt, dass die Autobahn gebaut wird.“
Die Bürgerinitiative „Stoppt A445“ sieht das anders. Vielmehr sei ihrer Meinung nach die Nicht-Beachtung des Weiterbaus der A46 von Hemer nach Arnsberg in der jüngst veröffentlichten Liste der 144 beschleunigt zu planenden Projekte auch ein K.-o.-Kriterium für die A445 zwischen Werl und Hamm. Dieses Teilstück sei einst nur geplant worden, um in Verbindung mit der (noch zu planenden und zu bauenden) A46 eine östliche Umfahrung der A1 zu haben, heißt es in einer Pressemitteilung der BI. Die Entlastung des Dorfes Hilbeck sei niemals das primäre Ziel gewesen. Dafür gebe es preiswertere und schnellere Maßnahmen. „Niemand würde ernsthaft 150 bis 200 Millionen Euro für eine Ortsumgehung ausgeben“, behauptet die BI.
Protestaktion in Hilbeck, Entlastung für B63 gefordert
„Daher appellieren wir erneut an die Lokalpolitik, sich für eine baldige Entlastung der B63 einzusetzen. Ein mögliches Maßnahmenbündel haben wir bereits seit Jahren immer wieder vorgebracht. An das Land appellieren wir erneut mit dem vollständigen Stopp des Straßenneubaus in NRW, denn das weltweit dichteste Netz an Straßen ist dringend sanierungsbedürftig“, heißt es indem Schreiben der Autobahngegner.
Eine Aktion sei zudem geplant: „Wir setzen uns weiter für eine Heimat ohne Autobahnneubau ein und demonstrieren im Rahmen der bundesweiten Aktionstage für eine Mobilitätswende am Samstag, 15. April, um 15 Uhr am Lindfeldweg in Hilbeck. Dort wollen die Gegner mit vorbeifahrenden Radfahrern und Spaziergängern ins Gespräch kommen.
