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In Reih und Glied stehen Baufahrzeuge vor der gesperrten A45. Sie signalisieren: Hier kommt niemand durch.
Lüdenscheid/Schalksmühle – Die Baufirma hat schweres Gerät aufgefahren. Seit einigen Tagen bilden abgestellte Muldenkipper, Walzen und Bagger an der Anschlussstelle Lüdenscheid-Nord eine schier unüberwindbare Blockade auf der ohnehin schon gesperrten A45. Auch die bislang mit Warnbaken abgeriegelte Zufahrt auf den gesperrten Teil der A45 in Fahrtrichtung Frankfurt ist mit tonnenschweren Betonblöcken zusätzlich gesichert. Hier gibt es kein Durchkommen für niemanden.
Der Aufwand hat gleich mehrere Gründe, wie die zuständige Autobahn Westfalen auf Anfrage mitteilt. „Um das Einfahren in den Baustellenbereich zu verhindern, sind grundsätzlich immer Verkehrssicherungsmaßnahmen erforderlich“, erklärt Autobahnsprecherin Anke Bruch. Die zusätzlichen Sicherungsmaßnahmen haben vor allem mit den Feiertagen zu tun. „Vor Weihnachten oder Neujahr werden die Baustellenabsicherungen erweitert. Dies soll unter anderem das Betreten der Baustelle durch Unbefugte oder Diebstahl verhindern“, sagt Bruch. Dies gilt vor allem an Autobahnbaustellen, an denen über die Feiertage nicht gearbeitet wird. Das ist auch an dem jetzt abgesperrten Bereich der Fall, wie Anke Bruch bestätigt.
Tatsächlich gehört der jetzt abgesperrte Bereich nicht zur Baustelle für den Ersatzneubau der Talbrücke Rahmede, sondern ist Teil des Auftrags zum Ersatzneubau der Talbrücke Sterbecke an die Arbeitsgemeinschaft Gebr. Echterhoff GmbH & Co. KG aus Westerkappel und der Straßen- und Tiefbau GmbH aus Kirchhundem. Dieser beinhaltet – wie berichtet – auch den sechsspurigen Ausbau des zwei Kilometer langen Teilstücks zwischen den Talbrücken Sterbecke und Rahmede. Auf der A45 bei Lüdenscheid gibt es also zwei Baustellen, die nahtlos ineinander übergehen.
Die zusätzlichen Sicherungsmaßnahmen in dem Bereich sind zudem eine Reaktion auf den Baufortschritt. Demnach wurde auf der gesperrten Strecke in Fahrtrichtung Frankfurt zuletzt der Fahrbahnbelag entfernt. „Ein Passieren ist dort derzeit nicht möglich“, sagt Autobahn-Sprecherin Bruch. Außer natürlich für schweres Gerät, wenn die Bauarbeiten am Montag wieder aufgenommen werden. „Nach einer feiertagsbedingten Pause beginnen die Arbeiten an der Talbrücke Sterbecke regulär wieder am 8. Januar“, erklärt die Sprecherin. Die Sicherung der Baustelle bleibe aber so lange erhalten, bis „die Strecke neu aufgebaut wurde“.
Dabei ist eine Zufahrt zur Baustelle für die neue Talbrücke Rahmede für Baufahrzeuge weiter gegeben. Denn auch wenn sich die Bauarbeiten derzeit an der Südseite des Rahmedetals konzentrieren, wo auch zwischen den Jahren gearbeitet wurde, war das beauftragte Konsortium um den österreichischen Baukonzern Habau, MCE und Bickhardt Bau an der Nordseite nicht tatenlos. Dort werden derzeit unter anderem Baustraßen und der Taktkeller gebaut, erklärt Autobahnsprecherin Bruch. Im sogenannten Taktkeller werden später die Stahl-Brückenteile vormontiert, um sie schließlich von beiden Seiten aus übers Tal auf die neuen Pfeiler zu schieben. Geplante Fertigstellung des ersten Bauabschnitts: Sommer 2026.
Sämtliche Absperrmaßnahmen konnten allerdings nicht verhindern, dass zuletzt Unbekannte auf der Baustelle einen frei stehenden Stahltank aufbrachen und rund 100 Liter Diesel entwendeten. Laut Polizei müssen die Dieseldiebe innerhalb der zurückliegenden zwei Wochen zugeschlagen haben. Hinweise nimmt die Polizei unter Tel. 0 23 51/90 99 0 entgegen.
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