VonOlaf Moosschließen
Der Wettlauf der Stadt gegen die Autobahn GmbH ist so gut wie entschieden: Rechtzeitig vor der Sprengung der Rahmedetalbrücke und gerade noch rechtzeitig, bevor das Fallbett im Rahmedetal aufgeschüttet wird, soll die sogenannte Feuerwache Nord am Römerweg bezugsfertig sein.
Lüdenscheid - Vom Baufortschritt überzeugten sich am Freitagmittag zahlreiche Verantwortliche aus Stadtverwaltung und Feuerwehr, bauausführenden Firmen und Planungsbüros.
Auf dem früheren Lagerplatz des rheinland-pfälzischen Bauunternehmens Gebr. Schmidt, in direkter Nachbarschaft zur Firma Megatec, ist seit Dezember in Modulbauweise eine moderne Feuerwache entstanden. Die Module kommen von der Firma „deumoba“ in Ense und sind durch ihre hohe Wärmedämmung „energetisch auf dem allerneuesten Stand“, wie „deumoba“-Geschäftsführer Roland Armin Risse sagt.
Schwierige Suche
Die massiven Gebäude mit einer Gesamtgröße von 660 Quadratmetern Fläche – Ruhe- und Sanitärräume sowie Büros und Technik – bieten Platz für sechs Leute im Brandschutz und zwei im Rettungsdienst und werden an sieben Tagen pro Woche rund um die Uhr besetzt sein.
Die Einsatzfahrzeuge stehen in einer 220 Quadratmeter großen Halle direkt nebenan bereit. Von hier aus können die Einsatzkräfte nach der Abriegelung des Rahmedetals im Bedarfsfall jederzeit schnell die Ortsteile Dickenberg, Rathmecke oder Eggenscheid erreichen.
Neue Feuerwache Lüdenscheid-Nord




Nach Worten des Chefs der Feuerwehr, Christopher Rehnert, und des Bürgermeisters Sebastian Wagemeyer gestaltete sich die Suche nach einem geeigneten Grundstück „äußerst schwierig“. Schließlich einigten sich die Verantwortlichen mit dem Mitinhaber der Baufirma Gebr. Schmidt, Uwe Schmidt. Der verfrachtete seine Baumaschinen und Materialien zügig auf eine Ersatzfläche.
Die Stadt pachtete das Gelände und begann im September mit den Planungsarbeiten. Federführend war dabei neben ZGW-Architekt Andreas Beckmann eine Spezialistin für Industrie und Gewerbeobjekte, die Lüdenscheider Architektin Silke Mikler-Fahl.
Einzug Mitte April
Die Baumeisterin äußert sich zuversichtlich zur termingerechten Ausführung und der Qualität der „deumoba“-Module. „Die Feuerwehrleute werden hier gar nicht mehr ausziehen wollen.“ Mitte April soll die Feuerwache Lüdenscheid Nord bezugsfertig sein. Beckmann ist sicher: „Hier ist ein richtig schönes Gebäude entstanden, das man sicher die nächsten 20 Jahre nutzen könnte.“
Angesichts vieler technischer Probleme – die Bodenplatte konnte wegen anhaltenden Frostes erst mit Verzögerungen gegossen werden – erscheint das Tempo der Verwirklichung des Projektes ungewöhnlich.
Wie ZGW-Mann Andreas Beckmann erklärt, haben die Planungen im September begonnen, im Oktober war das Grundstück gefunden und gepachtet, im Dezember erfolgte der Baustart. Die Erteilung der Baugenehmigung habe weniger als eine einzige Woche Zeit in Anspruch genommen. Eine Frist, von der private Bauherren nur träumen können, wie ein Teilnehmer des Baustellentreffens sagte.
„Wichtiges Signal“
Sebastian Wagemeyer bezeichnet das Projekt als „sehr wichtiges Signal“, das den Menschen in den betroffenen Stadtteilen „eine Menge Sicherheit gibt“. Die Erreichbarkeit des alten Feuerwehrgerätehauses sei für die ehrenamtlichen Einsatzkräfte nach der Brückensperrung „eine echte Katastrophe“ gewesen.
Auch Aspekte wie Müllabfuhr oder Schulbusverkehr und die Wege in die Stadt seien nicht zu vernachlässigen. Der Bürgermeister: „Aber wesentlich ist die Einsatzfähigkeit von Feuerwehr und Rettungsdienst!“
