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Das Modehaus Aachener ließ sich als Retter von Galeria-Filialen feiern. Jetzt hat die Muttergesellschaft Insolvenz angemeldet. Der Firmengründer ist untergetaucht.
Hamm - Was für ein Jahr für die Modekette „Aachener“ aus NRW. Anfang 2023 sorgte sie mit der Ankündigung, bis zu 25 Filialen des insolventen Warenhaus-Giganten Galeria Karstadt Kaufhof übernehmen zu wollen, für Aufsehen. Jetzt, Ende 2023, hat die Muttergesellschaft „TEH Textilhandel GmbH“ mit Sitz in Dortmund selbst Insolvenz angemeldet.
Modekette Aachener aus NRW: Insolvenz bei „Galeria-Retter“, Ex-Chef untergetaucht
Firmengründer Friedrich-Wilhelm Göbel ist derweil untergetaucht und wird per Haftbefehl der Polizei gesucht, nachdem er Anfang November nicht zu einem Gerichtstermin erschienen war. Ihm wird vorgeworfen, falsche Angaben zu seinem Vermögen gemacht zu haben.
Erst vor wenigen Tagen gab Göbel, früher Chef der Modekette Sinn, die TEH-Geschäftsführung an Oliver Nobel ab. Der muss nun versuchen, die 2021 gegründete „TEH Textilhandel GmbH“ gemeinsam mit dem vom Amtsgericht Dortmund (Aktenzeichen: 258 IN 101/23) bestellten vorläufigen Insolvenzverwalter Dr. Christoph Schulte-Kaubrügger zu retten.
Das Erbe ist offenbar ein schwieriges. „Nach aktuellem Stand der Dinge ist nicht mehr sichergestellt, dass wir fällige Verbindlichkeiten noch termingerecht und vollständig begleichen können“, heißt es in einem Schreiben an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aus dem die Wirtschaftswoche zitiert. Am Donnerstag, 23. November, stellte Nobel Antrag auf Eröffnung eines Regelinsolvenzverfahrens. Am selben Tag wurden die mehr als 360 Mitarbeiter informiert. Ihre Löhne und Gehälter sind über das Insolvenzgeld bis Januar 2024 gesichert.
Aachener-Filialen sollen geöffnet bleiben - Unsicherheit bei alten Galeria-Standorten
Die bestehenden Standorte von Aachener sollen geöffnet bleiben, der Geschäftsbetrieb weitergehen wie bisher. Die Modekette betreibt aktuell sieben Filialen in Deutschland, und zwar in diesen Städten:
- Bad Homburg
- Bad Kreuznach
- Brühl
- Flensburg
- Göppingen
- Koblenz
- Mayen
Unsicherer ist die Lage bei den noch nicht eröffneten Märkten. Mehrere frühere Galeria-Standorte hatte TEH angemietet, darunter in Coburg, Cottbus, auf der Frankfurter Zeil, in Nürnberg, Saarbrücken und Leverkusen. In Dortmund ist Aachener bereits mit einem Fahrrad- und Sportartikel-Outlet im ehemaligen Kaufhof-Gebäude vertreten. Das große Karstadt-Haus am Dortmunder Hansaplatz wurde im Mai gerettet.
„Für die noch nicht eröffneten Filialen prüfen wir die Möglichkeiten einer zeitnahen Eröffnung“, heißt es in der Mitteilung an die Beschäftigten. Darin ist laut Wirtschaftswoche auch von „vielversprechenden ersten Gesprächen mit Vermietern und Lieferanten“ die Rede. Immerhin das.
Rubriklistenbild: © Sascha Ditscher/imago

