Haltepunkt und neue Straßenführung

Ab dem Jahr 2024 wird vieles anders in Westtünnen

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Erläutern den Plan rund um den Haltepunkt Westtünnen: Christoph Erdmann (links) und Andreas Mentz von der Stadt Hamm.
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Die Westtünner Mitte wird sich in den kommenden Monaten erheblich verändern. Der Bahnhaltepunkt macht vieles neu.

Westtünnen – Rund vier Jahrzehnte ist es her, dass erstmals vom Bau eines Bahnhaltepunktes in Westtünnen gesprochen wurde. Mit den vielen Jahren schwand zwischenzeitlich die Zuversicht, dass dieses Projekt überhaupt jemals realisiert wird. Nun aber laufen die Bauarbeiten auf Hochtouren. In zwei Jahren – die Bahn spricht von Mitte 2024 – sollen erstmals Haltezeiten im Fahrplan aufgeführt sein. Mit dem Bau des Bahnhofs einher gehen etliche Maßnahmen der Stadt Hamm. Die Verwaltung stellte nun auf Anfrage unserer Redaktion die unterschiedlichen Bauprojekte konkret vor. Für die lärmgeplagten Anwohner gibt es dabei zumindest teilweise eine gute Nachricht.

Unterführung

Die Verlegung des Südfeldwegs mit der Bahnunterführung ist der Teil der Maßnahme, der am weitesten vorangeschritten und am sichtbarsten ist. Seit Anfang des Jahres wird intensiv auf dem Feld zwischen Südfeldweg und Verdistraße gearbeitet. Das Brückenbauwerk liegt quasi fertiggestellt zum Einschub bereit. Dies wird derzeit vorbereitet. Im Laufe des Monats soll der Tunnel unter den Gleisen fertiggestellt sein. Eine Freigabe der Straße erfolgt allerdings nicht vor 2024, erklärt Christoph Erdmann von der Stadt Hamm. Parallel dazu wird der Bahnhofsvorplatz auf der nördlichen Seite der Gleise (Richtung Von-Thünen-Straße) vorbereitet, in dem unter anderem ein unterirdisches Pumpwerk sowie eine Regenrückhaltung eingebaut werden.

Alles auf einen Blick: Auf dem Übersichtslageplan sind die verschiedenen Baumaßnahmen zu erkennen.

Haltepunkt

Der Bau des Bahnsteigs selbst, also die Einstiegsmöglichkeit für die Fahrgäste, wird in diesen Tagen vorbereitet. Sofern keine Kampfmittel in der näheren Umgebung entdeckt werden, werden die Arbeiten am 8. August beginnen. Bis zum 26. August gibt es eine Sperrpause auf dieser Bahnstrecke. In dieser Zeit muss die etwa 180 Meter lange Bahnsteigkante fertiggestellt werden. Anschließend kann – in sicherem Abstand zu den Gleisen – der komplette Bahnsteig erstellt werden. Hier rechnet die Bahn damit, dass die Arbeiten Mitte 2023 beendet sind, so Erdmann.

Lärmschutz

Eigentlich sollten die Lärmschutzwände in Westtünnen und Berge längst stehen. Fehler bei den Planungen der Bahn ließen eine erforderliche Sperrpause im Fahrplan verstreichen. Nun muss auf die nächste gewartet werden. Das wird bis zum Jahr 2027 dauern. „Das gefällt uns natürlich auch nicht, wir würden die Wände sofort bauen, wenn wir könnten“, so Oberbürgermeister Marc Herter. Immerhin sei auf Bitten der Stadt Hamm erreicht worden, dass der Schallschutz im Bereich des Bahnhofs, also an der hinteren Bahnsteigkante zwischen Südfeldweg und Dierhagenweg, bereits zur Inbetriebnahme des Bahnhofs erstellt sein wird. Mit dem Bau sei Anfang 2024 zu rechnen, ergänzt Erdmann.

Weiterer Straßenbau

Der neue Südfeldweg wird nördlich der Unterführung in einem Kreisverkehr auf die Von-Thünen-Straße treffen. Das Teilstück der Straße samt Kreisel wird ebenfalls bis zur Bahnhofseröffnung in 2024 fertig sein. Der Lückenschluss vom Kreisverkehr auf die Dambergstraße ist geplant und wird – sofern es der Haushalt der Stadt Hamm in den Folgejahren zulässt – anschließend in Angriff genommen. Das Südfeldweg-Teilstück von der Verdistraße bis zum jetzigen Bahnübergang wird zurückgebaut und der Natur zurückgegeben. Der Bahnübergang wird gänzlich verschwinden. Die Zuwegungen am Südfeldweg von der Von-Thünen-Straße bis zum jetzigen Bahnübergang (Silcherstraße, Knabstraße) bleiben so erhalten. Die Verdi-straße, ab sofort die Zuwegung für den südlichen Teil des Dierhagenwegs, wird verbreitert, ein Gehweg wird gebaut. Der Südfeldweg im weiteren Verlauf bis zum Rhynerberg bleibt zunächst der Zubringer aus Richtung Rhynern. Die endgültige Lösung vom Kreisverkehr an der Konrad-Adenauer-Realschule ausgehend wird erst dann umgesetzt, wenn die Planungen für das Neubaugebiet „Dierhagenweg“ konkreter werden, so Herter. Die Ausweichbuchten auf dem Südfeldweg bleiben so bestehen. „Selbstverständlich werden wir die Verkehrsentwicklung auf dem Südfeldweg im Blick gebehalten“, so Baurat Andreas Mentz. „Immerhin dürfte der Weg ohne Bahnschranke attraktiver werden. Aber der Verkehr in Richtung Osten soll auf der B63 und der Dr.-Loeb-Caldenhof-Straße bleiben, erklärt Mentz das Ziel.

Parkplätze

Auf beiden Seiten des Bahnsteigs entstehen ausreichend Fahrradstell- und Park+Ride-Plätze (südlich 97, nördlich 49). Erreichbar sind diese mit dem Auto über die Verdistraße (südlich) und Südfeldweg (nördlich) sowie zu und mit dem Rad zusätzlich über den Südfeldweg (südlich) und die Von-Thünen-Straße (nördlich, Weg entlang der Bäckerei Dördelmann).

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