- VonDaniel Schinzigschließen
Marvin K. Hoffmannschließen
Bei Wartungsarbeiten an einer Achterbahn ist im Phantasialand ein Mitarbeiter tödlich verunglückt. Das Phantasialand äußert sich. Ein Teil des Statements sorgt für Kritik.
Brühl – Das Phantasialand in Brühl bei Köln (Nordrhein-Westfalen) lockt mit seinen Attraktionen und Achterbahnen jedes Jahr Tausende Besucher an. Kurz vor Saisonbeginn ist eines dieser Fahrgeschäfte einem Mitarbeiter nun aber offenbar zum Verhängnis geworden: Es ist bei Wartungsarbeiten am Montag, 25. März, tödlich verunglückt.
Unglück an der Achterbahn „Taron“ im Phantasialand
Der genaue Hergang des Unfalls am Montag an der Achterbahn „Taron“ sei noch unklar, sagte eine Sprecherin der Polizei im Rhein-Erft-Kreis. Der Verunglückte war 43 Jahre alt. Zuvor hatte der Kölner „Express“ berichtet. In dem Freizeitpark ist noch Winterpause, diese endet aber laut Plan mit Gründonnerstag am 28. März.
Laut Informationen des Kölner Stadt-Anzeigers wurde der Rettungsdienst um kurz vor 15 Uhr alarmiert. Ein Rettungshubschrauber sei auf der Streuobstwiese, die direkt an den Freizeitpark grenzt, gelandet. Wie die Bezirksregierung Köln am Dienstagvormittag mitteilte, handelt es sich bei dem Mitarbeiter um einen Beschäftigten der technischen Abteilung des Phantasialands. Er soll von der Achterbahn erfasst worden sein und sich dabei schwere Kopfverletzungen zugezogen haben. Rettungskräfte hatten versucht, den verunglückten Mitarbeiter zu reanimieren. Doch er starb noch an der Unfallstelle. Bis zu 15 Mitarbeiter sollen laut Kölner Stadt-Anzeiger den Unfall mitangesehen haben. Sie wurden von Notfallseelsorgern betreut.
Phantasialand-Mitarbeiter stirbt bei Wartungsarbeiten: Freizeitpark äußert sich
Das Phantasialand hat am Dienstagnachmittag über ihre sozialen Medien ein Statement zu dem Vorfall veröffentlicht. „Wir sind erschüttert. Fassungslos. In tiefer Trauer“, heißt es darin. „Das tödliche Unglück eines geliebten Kollegen, das eine klaffende Lücke in die Phantasialand-Familie gerissen hat, lässt uns sprachlos zurück.“ Die Art und Weise, wie die Mitteilung des Parks endet, stößt bei einigen Fans allerdings auf Kritik. Denn direkt unter der Beileidsbekundung wird noch auf die Öffnung des Freizeitparks hingewiesen: „Während der tragische Verlust aus unserer Mitte uns tief berührt und noch lange bewegen wird, kann das Phantasialand wie geplant am 28. März 2024 öffnen.“
„So unnötig, die Öffnung des Parks am Ende zu erwähnen“, heißt es beispielsweise in den Kommentaren unter dem Beitrag auf Facebook. Auch andere Nutzer sprechen das an. „Der letzte Satz, wann der Park eröffnet, finde ich sehr unpassend“, sagt ein Facebook-User, von einem anderen heißt es: „Die Eröffnung hier nochmal zu erläutern ist voll daneben bei so einem Vorfall.“ Aber die Art und Weise, wie das Phantasialand mit dem Unglück umgeht, sorgt auch für viele positive Erwähnungen und Beileidsbekundungen. So schreibt ein Fan beispielsweise: „Mein tiefes Beileid! Sehr respektvoller Post.“
Aktuell dauern die Ermittlungen der Polizei zur Unfallursache an. Bereits am Montag hat die Polizei Spuren gesichert. Nach und nach werden Zeugen befragt.
Phantasialand gehört zu den größten Freizeitparks Europas
Das Phantasialand in Brühl bei Köln zählt zu den größten Freizeitparks Europas. Mit seiner insgesamt 28 Hektar großen Fläche zieht das Phantasialand jährlich rund 1,75 Millionen Besucher an. Es gibt sieben verschiedene Themenwelten, in die die Besucher eintauchen können. Die Achterbahn „Taron“ ist eines der Highlights im Park, fällt vor allem durch die aufwendige Thematisierung und den zwei Beschleunigungs-Passagen auf. Sie erhielt in den vergangenen Jahren mehrere Auszeichnungen.
Das Phantasialand bietet Geburtstagskindern freien Eintritt. Allerdings liegt die Betonung hier auf dem Wort „Kinder“. Der Geburtstagsrabatt in dem Freizeitpark in Brühl gilt nur für Kinder bis einschließlich 11 Jahren. Neben dem Altersnachweis ist hier auch eine tagesaktuelle Reservierung erforderlich, schreibt der Park auf seiner Internetseite.
Zu einem tragischen Einsatz von Rettungskräften und Polizei ist es derweil auch am Montagabend in Ahlen bei Hamm gekommen. Dort wurden ersten Informationen zufolge zwei Leichen auf einem Bauernhof entdeckt. Auch hier dauern die Ermittlungen noch an.
Rubriklistenbild: © Phantasialand

