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Regelmäßig wird der Verteilerkasten an der Kreuzung B55/Bahnhofstraße umgeworfen, was teilweise für Probleme bei TV, Internet und Telefon sorgt. Doch mit Lösungen scheint es kompliziert zu sein. Nun äußert sich Vodafone.
Belecke – Nach dem Viertelfinale zwischen Deutschland und Spanien wurde er umgeworfen, am darauffolgenden Mittwoch wieder aufgestellt. Am vergangenen Wochenende, in der Nacht von Samstag auf Sonntag, dann wieder umgeworfen. Und er liegt nach wie vor da.
Immer wieder Ärger mit Belecker Vodafone-Verteilerkasten – Haushalte ohne Internet
Der Vodafone-Verteilerkasten am Kreuzungsbereich B 55/Bahnhofstraße in Belecke, auf der Wiese vor dem Ensemble Stütings Mühle, wird in regelmäßigen Abständen Opfer von Vandalismus. „Es passiert regelmäßig, dass genau dieser Kasten umgeworfen wird“, berichtet ein betroffener Belecker dieser Zeitung. Betroffen, weil dieser Verteilerkasten rund ein Drittel der Belecker Vodafone-Kunden mit TV, Internet und Telefon versorgt, erklärt der Belecker. Mal fällt das alles aus, wenn der Kasten umgeworfen wird, mal nicht oder fällt erst nach wenigen Tagen aus, beschreibt er. „Aktuell ist es noch da“, sagt der Belecker. Wie lange? Ungewiss.
Problematisch ist nur: Wird der Kasten umgeworfen, die Versorgung der betroffenen Kunden in Belecke aber nicht gestört, wird der Vodafone-Zentrale auch kein Ausfall gemeldet. „Dann bleibt der Kasten dort liegen“, so der Belecker. Es sei sowieso schon schwierig, in der Hotline des Anbieters durchzukommen, sagt er. Dann noch auf einen umgeworfenen Verteilerkasten hinzuweisen, ohne das eine Störung vorliegt, sei „Sisyphusarbeit“. Das einzige, was Vodafone in seinem System sehe, seien dann steigende Fehlerraten, erklärt der Belecker aus Erfahrung, der nach eigener Aussage schon Stunden in der Anbieterhotline verbracht habe. Der Vodafone-Verteilerkasten in dem Kreuzungsbereich sei einer von drei in Belecke.
Plastiksollbruchstellen aufgrund des Straßenverkehrs
Den Kasten einfach liegen zu lassen, solange TV, Internet und Telefon noch funktionieren, sei keine Alternative: „Da ist Strom drin, das ist ein Schulweg, eine exponierte Stelle. Das wäre gefährlich.“ Abgesehen von dem Bild, das ein umgeworfener Verteilerkasten abgibt.
Warum dann nicht wieder aufstellen und so sichern, dass er nicht mehr umgeworfen werden kann? Auch das sei nicht so einfach, kann der Belecker erklären. Eine Rolle spielt da der viel befahrene Kreuzungsbereich. Würde ein Auto beispielsweise in Folge eines Unfalls von der Straße abkommen und mit diesem Verteilerkasten kollidieren, könnte der Aufprall zu schwereren Verletzungen führen. Das wird verhindert durch die Plastiksollbruchstellen am Fuß des Kastens, die kaum Widerstand leisten. Kaum Widerstand gegen Autos, allerdings aber auch nicht gegen Chaoten: „Ich vermute, dass es immer die gleichen sind, die diesen Kasten umwerfen, in der Regel nachts.“ Die einzige Alternative, sagt er, wäre vermutlich, den Verteilerkasten zu verlegen. An eine Stelle, die weniger exponiert ist und besser gegen Vandalismus gesichert werden könne.
Drei kurzzeitige Teilausfälle laut Vodafone
Übrigens: Nur wenige einhundert Meter weiter, kurz vor dem Belecker Kriegerdenkmal, tobten sich vermutlich die gleichen Chaoten ebenfalls an einem Stromkasten aus. Dort allerdings mit weniger Erfolg. Dieser ist allerdings nun mit einem blauen Sack gesichert.
Aus der Pressestelle von Vodafone heißt es zu dem Verteilerkastenproblem, dass es in den vergangenen zwölf Monaten zu drei kurzzeitigen Teilausfällen an dem beschriebenen Verteilerkasten kam. Am 8. Juli und 28. Mai in diesem Jahr sowie am 3. November in 2023: „In allen drei Fällen haben uns jeweils nur sehr wenige Kunden kontaktiert, um eine Störung an ihrem Kabelanschluss zu melden. Die Auswirkungen dieser drei Teilausfälle waren also eher gering. Bei einem Komplettausfall des gesamten Verstärkerpunktes würden bis zu 800 Kunden kein TV empfangen können und ein kleiner Teil dieser Kunden wäre auch von einem Internetausfall betroffen.“ Auf die Frage nach Lösungsmöglichkeiten für das Vandalismusproblem, eine „stärkere“ Sicherung oder eine Verlagerung des Standortes heißt es: „Unsere Technik-Experten und unser örtlicher Dienstleister behalten die Situation vor Ort und die weitere Entwicklung im Blick.“
Ein Teil des Marktplatzes Welver ist bereits wieder für Fußgänger freigegeben. Einen Autofahrer interessierte das Durchfahrverbot offenbar herzlich wenig.
