Geschäftsführer geht

Möbelhersteller Hülsta insolvent – das betrifft auch Schalke 04

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Dr. Thomas Knecht verlässt den Möbelhersteller Hülsta. Das Unternehmen, das auch Ärmelsponsor des FC Schalke 04 ist, rutscht damit in die Regelinsolvenz. 

Stadtlohn/Gelsenkirchen - Der Möbelhersteller Hülsta meldet nun doch eine Regelinsolvenz an. Das Unternehmen mit Sitz in Nordrhein-Westfalen hatte im Oktober 2022 ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eröffnet und sich seitdem nach eigenen Angaben „strategisch neu und modern“ aufgestellt. Jetzt kommt aber doch die Regelinsolvenz. Geschäftsführer Dr. Thomas Knecht verlasse das Unternehmen, hieß es in einer Mitteilung vom 19. Oktober. Hülsta ist Ärmelsponsor des Fußball-Zweitligisten FC Schalke 04.

Man habe den „Turnaround“ geschafft, heißt es seitens Hülsta. Dr. Thomas Knecht und seinem Team sei es gelungen, „die operative Sanierung der hülsta Werke erfolgreich durchzuführen“. Auf dieser Basis könne das Insolvenzverfahren kurzfristig beendet werden. Allerdings wird dies nicht in Eigenverwaltung geschehen. Aufgrund des „fortdauernd extrem schwierige Marktumfeldes“ sei es notwendig, „dass der Hauptfinanzierer sein Engagement fortführt und die notwendigen Mittel bereitstellt, um so das Geschäft der Gesamtgruppe künftig weiterzuentwickeln.“ Dr. Thomas Knecht scheide in diesem Zuge aus.

Möbelhersteller aus dem Münsterland insolvent – das betrifft auch den FC Schalke 04

Ohne den bisherigen Geschäftsführer rutscht Hülsta in ein Regelverfahren, das vom bisherigen Sachverwalter Christoph Morgen geführt wird. „Das Verfahren wird nun kurzfristig auf der Grundlage des rechtskräftigen Insolvenzplanes erfolgreich beendet werden“, heißt es weiter. „Operativ nicht mehr nötige Gesellschaften, darunter die hülsta AG & Co. KG, die kein Personal beschäftigen, werden zum Teil über Insolvenzverfahren abgewickelt.“

Das Unternehmen beteuert, dass der Wechsel der Verfahrensart keine Auswirkungen für Kunden und Geschäftspartner habe. Für Furore sorgte die Nachricht mutmaßlich in Gelsenkirchen. Seit 2020 ist Hülsta ein Partner der Königsblauen und hält Werbe- und Marketingrechte in der Veltins-Arena.

Regelinsolvenz und Insolvenz in Eigenverwaltung

Bei einer Regelinsolvenz bestimmt das Gericht einen Insolvenzverwalter, der vom Geschäftsführer die Kontrolle über den laufenden Betrieb im insolventen Unternehmen übernimmt. Er hat unter anderem die Finanzhoheit.

Bei einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung behält der Geschäftsführer die Kontrolle über das Unternehmen. Er behält auch die Finanzhoheit. Dem Geschäftsführer wird ein Sachwalter zur Seite gestellt, der das Insolvenzverfahren überprüft.

Ärmelsponsor von Schalke 04 in Regelinsolvenz – „intensive Gespräche“

Im Sommer 2023 übernahm der Möbelhersteller dann das Ärmelsponsoring von Schalke. Der Vertrag läuft bis 2026. Wie mehrere Medien berichten, sah die Vereinbarung zwischen dem Zweitligisten und Hülsta eine Zahlung von zwei Millionen Euro an Sponsor-Geldern pro Saison vor.

Auf Nachfrage von Ruhr24 teilte Schalke mit, man sei in „intensiven und konstruktiven Gesprächen, was dies für den Fortbestand der Partnerschaft bedeutet“. Der Verein wolle zudem „selbstverständlich alternative Handlungsoptionen prüfen“.

Nicht selten bedeutet eine Insolvenz das Aus für bekannte Marken. So meldete jüngst der Spielwarenhersteller Haba Insolvenz an, die Marke Jako-o soll Anfang 2024 eingestellt werden.

Rubriklistenbild: © Bernd Thissen/dpa

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