Stunikenmarkt auf dem Prüfstand

Allerheiligenkirmes Soest wird teurer - Klare Ansagen für Hamm

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Die Standgebühren für die Schausteller der Allerheiligenkirmes in Soest sollen kräftig steigen. Das werden die Besucher im Portemonnaie spüren. Gilt das auch für Hamm und seinen Stunikenmarkt? Wir haben nachgefragt.

Hamm - Trotz ihrer bemerkenswerten Strahlkraft hat die Allerheiligenkirmes der Stadt Soest in den vergangenen Jahren zu wenig Geld in die Kassen gespült, sie war sogar ein Zuschussgeschäft. Nun sollen die Schausteller die sechsstellige Euro-Lücke zur Hälfte stopfen. Heißt: Die Gebühren steigen, und der Kirmesbesuch wird (noch) teurer. Für den Stunikenmarkt - die deutlich kleinere Traditionskirmes in Hamm - gilt das nicht, sagt Uwe Röhrig.

Röhrig, erster Vorsitzender des heimischen Schaustellervereins, entzerrt mögliche Vergleiche zwischen Soest und Hamm. Während in der Bördestadt der kommerzielle und professionelle Ansatz überwiege, fielen in der Lippestadt keine Personalkosten an, weil der Verein hier ja ehrenamtlich arbeite. Während die Stadt Soest auf Einnahmen auch durch Tourismus samt Übernachtungsgästen von weither setze, falle diese Faktor in Hamm wegen der engen Regionalität durchs Raster.

Trotz aller Probleme Schausteller durch und durch: Uwe Röhrig.

Und im Kern: Während die Stadt Soest unverhohlen die Gebührenspirale anstößt, gibt es solche Signale aus dem Hammer Rathaus nicht. „Wir haben keine Informationen darüber, dass die Sondernutzungs- und andere Gebühren teurer werden“, sagt Röhrig: „Im Gegenteil wurden und werden wir von dort sogar noch unterstützt.“

Allerheiligenkirmes versus Stunikenmarkt: erste Preis-Signale

Dass die allgemeine Kostenentwicklung insbesondere der vergangenen Monate auch in Hamm spürbar ist, steht auf einem anderen Blatt Papier. Drauf stehen Posten wie Energie, Waren und Material sowie seit ein oder zwei Jahren auch ein verpflichtender Sani-Dienst. Dieses „Papier“ liegt den Schaustellern natürlich auch vor. Röhrig verweist in diesem Zusammenhang aber auf die jüngsten Kirmessen in Bockum-Hövel und Herringen, die mit Preisen wie im Vorjahr punkten konnten. Ein bewusstes Signal in Richtung Stunikenmarkt, der vom 15. bis 19. September in die Innenstadt locken wird.

Er könne natürlich nicht für alle Beschicker sprechen, ergänzt der Kirmes-Chef: Jeder Betrieb sei am Ende für sich allein verantwortlich. „Aber wir Schausteller legen großen Wert darauf, die Kostensteigerungen im Rahmen zu halten - denn wenn die Menschen nicht kommen, kann Kirmes nicht funktionieren.“ Im Zweifel verzichte man dann lieber mal auf einen Teil der teuren Werbung.

Allerheiligenkirmes versus Stunikenmarkt: Achterbahn zurück

Kirmes-Fans dürfen auf dem Stunikenmarkt 2023 ein Programm nach dem Motto „Alles wie gehabt“ erwarten. Wie immer werden lediglich einige der großen Fahrgeschäfte ausgetauscht, um neue Reize zu setzen. Nach mehrjähriger Pause endlich wieder Teil der fast 100 Betriebe rund um die Pauluskirche ist die Achterbahn „Crazy Mouse“, besser bekannt als „Wilde Maus“. Eine Nachricht, die viele Besucher ganz sicher freuen wird.

Wer letztmals vor dem Stunikenmarkt in Hamm nochmal Kirmesluft schnuppern möchte, kann das schon bald drei Tage lang in Heessen tun. Los geht‘s dort am Freitag, 12. Mai.

Die „Wilde Maus“ kommt zurück nach Hamm.

Highlights auf dem Stunikenmarkt in Hamm 2023:

  • Mr. Gravity
  • Crazy Mouse (Wilde Maus)
  • Break Dance
  • Riesenrad Around the World
  • Autoscooter
  • Musik Shop
  • Geister Hotel
  • Villa Wahnsinn
  • Crazy Dancer
  • (außerdem:)
  • Kinder Karussell
  • Kinder Flieger
  • Kinder Schiffschaukel
  • Kinder Hügel

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