VonReinhold Großelohmannschließen
Über Jahre waren die Türen des Alten Landtages in Warstein geschlossen, lediglich für private Feiern konnte er gemietet werden. Doch nun gibt es einen neuen Pächter. Wer das ist, was er vorhat und wann er öffnen möchte.
Warstein – Wie lange eigentlich war der „Alte Landtag“ geschlossen? Viel zu lange, werden die meisten Warsteinerinnen und Warsteiner sagen. Sie können sich nun darauf freuen, dass die Durstphase bald vorbei ist. Im Oktober öffnet sich wieder die Tür zu dem einst beliebtesten Warsteiner Kneipen-Treffpunkt. Das bestätigte die Unternehmenskommunikation der Warsteiner Brauerei. Die zweite gute Nachricht. Es soll im Stil des früheren Gastronomiebetriebes weitergehen.
Der Alte Landtag ist so etwas wie eine Warsteiner Kultkneipe: Uriges Ambiente, hölzernes Interieur und Warsteiner Zeitgeschichte an den Wänden. Ein fundamentales Stück Gaststätten-Geschichte, nicht zuletzt geprägt durch das Wirtepaar Dieter „Pömel“ Menke und dessen Gattin Ilona. Die beiden hatten Ende 2015 das letzte Warsteiner im Alten Landtag gezapft. Anschließend führte das Anröchter Catering-Unternehmen Köster den Traditionsbetrieb auf Honorarbasis weiter, war aber nicht als Dauerlösung gedacht.
Westfälische Kleinigkeiten, keine Pizzeria
Ein kurzes Zwischenspiel gab im September 2016 Wirtin Ella Funke. Im Spätsommer 2017 musste sie die Räumlichkeiten allerdings schon wieder verlassen – und dann passierte lange Zeit nichts an gastronomischen Angeboten für die Allgemeinheit, außer dass das Gebäude für private Feiern oder auch geschäftliche Veranstaltungen angemietet werden konnte. Sehr zum Bedauern vieler Warsteiner.
Und nun gibt es einen Neustart als Traditionsgasthof direkt neben der Brauerei-Verwaltung. In einer Pressemitteilung der Warsteiner Brauerei heißt es: „Nach langer Zeit des Leerstandes konnte die Haus Cramer Gaststätten nun einen Pächter für den Alten Landtag am Domring finden. Ab Herbst diesen Jahres gibt es dort gute deutsche Küche sowie westfälische Kleinigkeiten für zwischendurch und natürlich die Biere der Warsteiner Brauerei. Der Pächter ist die in Warstein bekannte Gastronomenfamilie Capalbo.“
Kiosk am Hennesee
Mit viel Erfahrung tritt die Familie Capalbo die neue Aufgabe an. 15 Jahre lang betrieb Senior Franco Capalbo eine Pizzeria am Dr. Segin-Platz. Federführend wird nun sein Sohn Giuseppe Capalbo (51) sein, der derzeit einen Kiosk am Hennesee betreibt und in Zukunft die Regie hinter der Theke und in der Küche übernehmen wird. Auch wenn die italienischen Wurzeln der Capalbos dafür sorgen, dass es bei dem ein oder anderen Gericht ein wenig Bezüge nach Italien und insbesondere Kalabrien geben wird, so wird es doch keine Pizza geben. „Es gibt genug Pizzerien hier“, sagt Franco Capalbo. Der Alte Landtag solle im alten Stil zu neuem Leben erwachen.
