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Hausbesitzer mit Steinwüste statt Garten könnten bald Post von ihrer Kommune bekommen. In NRW wird das Verbot von Schottergärten verschärft.
Hamm - Grau statt grün, Steine statt Pflanzen: Schottergärten vor und hinter dem Haus mögen zwar pflegeleicht sein, doch sie sind schlecht für die Umwelt. In Nordrhein-Westfalen ist diese Art der Gartengestaltung deshalb seit 2018 verboten. Eine Änderung der Bauordnung soll das Verbot nun noch verschärfen.
Verbot von Schottergärten in NRW: Jetzt wird es ernst für Hausbesitzer
Wer eine Steinwüste dort hat, wo Garten sein sollte, könnte künftig einen Brief von seiner oder ihrer Stadtverwaltung bekommen. Darin: die Anordnung der Bauaufsicht, mit dem Schottergarten Schluss zu machen.
Die Bauaufsicht soll den Rückbau der Steinwüsten anordnen können, sagte NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) bei der Vorstellung der Eckpunkte der geplanten neuen Landesbauordnung. Der Gesetzentwurf ist bereits vom Kabinett beschlossen und soll nun ins Parlament eingebracht werden. Die Städte gehen bereits teilweise gegen die Gärten vor. Mit der Gesetzesänderung könnte einiges auf die Schottergärtner zukommen: Ein kompletter Rückbau der Steinwüste ist aufwendig und teuer.
Der Hintergrund für das immer strengere Vorgehen gegen Schottergärten ist der Naturschutz. Schotterungen von nicht bebauten Flächen und die Verwendung von Kunstrasen sorgen für versiegelte Flächen. Sie verhindern beispielsweise, dass Starkregen abfließen kann, sorgen für höhere Umgebungstemperaturen und bieten zudem Insekten keine Nahrung.
Schottergärten: Städte sollen Rückbau anordnen können
In NRW sind die einzelnen Kommunen für die Durchsetzung des Schottergarten-Verbots zuständig. Ihnen fehlten aber die klaren Rechtsgrundlagen, um das Verbot durchzusetzen. Das soll sich nun ändern.
Der Vorstoß des Bauministeriums in Nordrhein-Westfalen ist gut abgepasst: Am 12. Juni 2023 ist Tag des Gartens. Aus diesem Anlass hat der Naturschutzverband BUND verlangt, entschlossen gegen Schottergärten vorzugehen. „Für einen Schottergarten wird häufig der Boden abgegraben, dann Plastikfolie ausgelegt und mit Schotter wieder verfüllt“, sagte Bini Schlamann von BUND. „Unter dieser Fläche ist kein Bodenleben möglich.“
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