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Am Ende der Philipp-Reis-Straße wird neuer ökonomisch und ökologisch sinnvollerer Stauraumkanal gebaut. Der ursprüngliche Plan musste dabei verändert werden.
Hamm-Norden – Die Arbeiten haben später begonnen, unerwartete Verzögerungen hat es auch gegeben – und doch wird am Zeitraum der Fertigstellung nicht gerüttelt. „Der Zeitplan wird eingehalten“, sagt Meike Delang vom Lippeverband zum neuen Stauraumkanal, der in der Philipp-Reis-Straße im Hammer Norden entstehen soll. Mitte des Jahres soll das 209 Meter lange Projekt bis zu 363 Kubikmeter Wasser speichern.
Eigentlich sollte es schon im Oktober 2022 im Bereich des Wendeplatzes an der Tennisanlage des HTC Hamm losgehen. Es verzögerte sich jedoch zunächst, bis mit Baumrodungen begonnen wurde. Als die Arbeiten im Erdreich begannen, stellten die Verantwortlichen fest, dass der ursprüngliche Plan, das Loch mit Spritzbeton zu stabilisieren, nicht aufgehen würde. „Die Bodenverhältnisse sind zu feucht“, erläutert Delang die Gegebenheiten vor Ort. Deshalb sollen nun Spundwände für Halt sorgen.
Dadurch entstand ein weiteres Problem, dass nämlich der Kampfmittelräumdienst die Fläche nahe an den Bahngleisen für diese Arbeiten überprüfen musste. Gefunden worden sei nichts, sagt Delang, so dass dieser Teil der Maßnahme nun angegangen wird – nachdem auch Frost und Niederschläge weitere Verzögerungen mit sich gebracht hatten.
Regenwasser muss nicht mehr zur Kläranlage
Jetzt soll aber alles glatt laufen und mit der Maßnahme an der Straße gegenüber des Flugplatzes der vorhandene über 60 Jahre alte Regenüberlauf ersetzt werden, was nicht nur aufgrund des Alters sinnvoll ist, sondern auch Arbeitsschritte erspart. So wird mit Hilfe der Mischwasserbehandlungsanlage das nicht klärpflichtige Regenwasser mit Hilfe der Schwerkraft vom Abwasser getrennt und in der Folge direkt in die Lippe eingeleitet. Das geschieht über eine sogenannte Entlastungsschwelle, wenn das oben schwimmende, weitgehend saubere und nicht-klärpflichtige Regenwasser eine bestimmte Höhe erreicht hat. Die schwereren Schmutzsedimente werden mit dem Abwasser zur Kläranlage abgeleitet.
Durch dieses System können die Abwasserkanäle kleiner dimensioniert werden, was die Kosten erheblich senkt. Das saubere Regenwasser wird der Lippe zugeführt statt wie bisher in der Kläranlage gereinigt. Rund 2,9 Millionen Euro sind für die Maßnahme vorgesehen.