VonThomas Machatzkeschließen
Seit rund zwei Jahren steht die Grundschule Lösenbach nun schon leer. Jetzt soll auf einmal alles ganz schnell gehen. Im September soll der Abriss des Gebäudes beginnen.
Lüdenscheid – Es war im Sommer 2022, vor ziemlich genau zwei Jahren. In Lüdenscheid gingen die Schülerinnen und Schüler in die Sommerferien. Jene von der Grundschule Lösenbach indes gingen, um nach den sechs Wochen an einem neuen Standort in einem anderen Stadtteil ganz neu durchzustarten. Das alte Gebäude an der Lösenbach hatte ausgedient. Der Brandschutz spielte nicht mehr mit. Die Stadt spendierte aus ihrem Haushalt einen täglichen Bustransfer zur Kaiserallee. Jetzt schon zwei lange Schuljahre lang.
Die Stadt hatte seinerzeit auch versprochen, dass am alten Standort Lösenbach so schnell wie möglich wieder ein Grundschulbetrieb möglich sein solle. So schnell wie möglich – ein dehnbarer Begriff. Nun, nach zwei Jahren Leerstand im alten Gebäude an der Schubertstraße, hat die Stadt den Abriss des Gebäudes ausgeschrieben. Losgehen sollen die Arbeiten, wenn sich ein Bewerber gefunden und den Zuschlag erhalten hat, im September. Laut Ausschreibung soll der Abriss bis Ende Februar 2025 ausgeführt sein.
Abriss der Grundschule: Sport- und Schwimmhalle sollen erhalten bleiben
„Die Baumaßnahme beinhaltet den Abbruch der Grundschule Lösenbach und den Erhalt der angrenzenden Sport- und Schwimmhalle sowie des geförderten Schulhofes“, heißt es in der Ausschreibung. Bekanntlich wird gerade das Lehrschwimmbecken weiterhin dringend benötigt, weil es nach Wegfall des Schwimmbeckens in der Sportklinik in Hellersen ohnehin einen Engpass in der Stadt gibt. Auch auf die Sporthalle, in der der Gesundheits- und Breitensportsektor vom TuS Jahn Lüdenscheid bespielt wird, kann nicht verzichtet werden. Nicht nur, aber vor allem des Tischtennissports wegen. Für die TTSG Lüdenscheid war die Lösenbach zwar bisher immer „nur“ die kleine Ausweichhalle. Doch nun ist die TTSG mehr denn je auf diese Sportstätte angewiesen, denn wann die große Dreifachhalle der Adolf-Reichwein-Gesamtschule wieder für den Sportbetrieb zur Verfügung steht, steht in den Sternen.
Zurück zur Abriss-Ausschreibung: „Das Gebäude wurde 1960 als Stahlskelettbau errichtet und weist schwerwiegende Mängel im konstruktiven Brandschutz auf. Ein Schadstoffgutachten liegt ebenfalls vor. Es handelt sich um eine Asbestsanierung inklusive Entsorgung und Demontage von schadstoffhaltigen Bauteilen und anschließend dem Rückbau des Gebäudes“, heißt es.
Asbestsanierung? Im politischen Raum war dies bei der Grundschule Lösenbach so nicht kommuniziert worden. Nachfrage bei der Stadt. „Es ist ein Schadstoffgutachten gemacht worden“, stellt Stadtsprecherin Marit Schulte-Zakotnik nach einem Austausch mit der Zentralen Gebäude-Wirtschaft gelassen fest, „es handelt sich um gebundenen Asbest, der in den Fassadenplatten zu finden ist.“ Die Grundschule Lösenbach ist in den 1960er-Jahren gebaut worden. Asbest in Fassadenplatten ist da nichts Außergewöhnliches. „Der Bewerber muss den Nachweis erbringen, dass er diese Platten fachgerecht abbauen und entsorgen kann“, erklärt Schulte-Zakotnik, „die Platten dürfen eben keinesfalls gebrochen werden. Sie müssen im Ganzen abgeschraubt und entsorgt werden.“
Ablauf der Angebotsfrist ist am 29. Juli um 10 Uhr, am 26. August läuft die Bindefrist ab. Im September sollen die Bagger anrücken. Dass man so lange auf sie warten würde – im Sommer 2022 wäre wohl keinem der Beteiligten so eine Idee gekommen.

