Stadt prüft acht Standorte im Bezirk Uentrop

Auf die Bremse: Neue Bereiche für Tempo 30 im Hammer Osten

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Drei Tempo-30-Bereiche auf rund 1600 Metern: Eine Geschwindigkeitsreduzierung soll im Stadtbezirk Uentrop zum Beispiel am St. Marien-Hospital II (siehe Foto)/Perthes-Haus eingerichtet werden.
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Die Hammer Stadtverwaltung prüfte 23 Standorte für weitere Tempo-30-Bereiche. Acht davon liegen im Stadtbezirk Uentrop. Aber längst nicht an allen wird die erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 50 auf 30 Kilometer in der Stunde herabgesetzt. Die Prüfer haben dafür Gründe.

Uentrop – Langsamere Autos stehen für weniger Unfälle und Lärm sowie für mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer. Die Rechnung macht die SPD auf. Ein Jahr nach dem Prüfauftrag der SPD-Ratsfraktion zur Ausweitung von Tempo-30-Bereichen vor besonderen Einrichtungen legte die Stadtverwaltung das Ergebnis vor. Abgesehen von bekannten und bereits bedachten Stellen kamen die Prüfer auf 23 zusätzliche Bereiche, an denen die Einrichtung sinnvoll erscheine, wie es heißt. Davon liegen acht im Stadtbezirk Uentrop.

Nach derzeitigem Plan soll aber nur an drei Stellen im Hammer Osten tatsächlich eine Geschwindigkeitsreduzierung eingeführt werden: vor dem Perthes-Haus/St. Marien-Hospital II, dem Amalie-Sieveking-Haus und dem DRK-Senioren-Stift Mark.

Sie liegen auf einer Straßenlinie. So werden Autofahrer künftig auf einem Abschnitt von etwa 1,6 Kilometern zwischen Innenstadt und Hamm-Osten an drei Stellen langsamer vorankommen. Vor allem aber für Fußgänger und Radfahrer soll es sicherer werden. Im Fall der Kita Villa Kunterbunt will die Stadt später noch einmal prüfen.

Voraussetzung für Tempo 30 im Stadtbezirk Uentrop

Die pauschale Geschwindigkeitsreduzierung für Fahrzeuge in der Stadt von maximal 50 auf 30 Kilometer in der Stunde ist schwierig und laut Straßenverkehrsordnung nicht möglich. Ausgenommen sind sensible Bereiche wie Kindertageseinrichtungen, Schulen, Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheimen. Hier darf nur vor den Einrichtungen oder maximal auf eine Länge von 300 Metern die Temporeduzierung eingerichtet werden.

Das ist teils schon in der Stadt geschehen und soll in einem nächsten Schritt an noch mehr Einrichtungen erfolgen. Allerdings sind weitere Kriterien für solch eine Maßnahme zu prüfen. Das führt dazu, dass die Verwaltung vor einigen Häusern von einem 30er-Bereich absieht.

Tempo 30 in Uentrop: Acht Standorte

Die Prüfer haben das Perthes-Haus und das St. Marien-Hospital II zu einem Standort zusammengefasst. Sie liegen an der Ludwig-Teleky-Straße einander gegenüber. Die Kreisstraße (K2) weist laut Verwaltung eine Verkehrsbelastung von 6.000 Fahrzeugen am Tag auf. Hier wird auf einem Abschnitt von 300 Metern Tempo 30 eingeführt.

Tempo 50 auf Ostenallee in Hamm-Osten

Die Seniorenresidenz Am Kurpark und die katholische Kita Herz Jesu sind zwei Prüfstandorte, liegen aber nebeneinander an der Ostenallee. Sie ist eine Landesstraße, was eine Temporeduzierung erschwert. Die L736 weist mit 18.000 Fahrzeugen am Tag eine entsprechende, wie auch eine vergleichsweise sehr hohe Verkehrsbelastung auf. Tempo 30 würde laut Verwaltung für die Verkehrsbetriebe den Einsatz zusätzlicher Fahrzeuge zur Einhaltung des Fahrplans bedeuten.

Hinzu kommt, dass Kita und Seniorenanlage ihre Eingänge nicht unmittelbar zur Straße haben, was aber ein Kriterium für ein 30er-Bereich ist. Die Unfalllage sei unkritisch, es gebe keine Unfälle mit überhöhter Geschwindigkeit beziehungsweise mit Beteiligung von Kindern oder Senioren. Außerdem sei der Abschnitt kein Bestandteil des Lärmaktionsplanes, erklären die Prüfer. Deshalb bleibe es hier bei Tempo 50.

Tempo 50 vor Kitas in Werries

Die Evangelische Kindertageseinrichtung Immanuel liegt an der Braamer Straße. Sie ist nur eine untergeordnete Gemeindestraße mit vergleichsweise geringer Verkehrsbelastung von rund 2.000 Fahrzeugen am Tag. Gegen einen Tempo-30-Bereich spricht aber laut Verwaltung, dass sich der Kita-Eingang im ohnehin schon verkehrsberuhigten Bereich Schäferstraße/Klenzestraße befinde, dass die Verkehrsbetriebe Zeitverzögerungen im Fahrplan hätten, die Unfalllage „unkritisch“ sei und es nur „geringe“ Verstöße durch zu schnell fahrende Autos gebe.

Was für die Kita Immanuel gilt, trifft im Prinzip auch auf die katholische Kita St. Bonifatius in Werries zu. Deshalb auch hier kein Tempo 30. Der Eingang liegt weiter weg vom Alten Uentroper Weg. Auf der Kreisstraße (K2) sind etwa 4.000 Fahrzeuge am Tag unterwegs, die Unfalllage ist unkritisch, und es würde eine Zeitverzögerung für Busse. geben.

Tempo 30 vor Seniorenanlagen im Bezirk Uentrop

Einmal mehr rückt mit dem Amalie-Sieveking-Haus eine Einrichtung an der Kreisstraße 2 in den Fokus. In diesem Bereich des Alten Uentroper Wegs ist die Verkehrsbelastung mit 14 000 Fahrzeugen am Tag recht hoch. Laut Verwaltung liegt der Eingang an der Straße – vielmehr ist die Zuwegung und sind es nicht die Zugänge zu den Häusern. Trotz „starker“ Auswirkungen auf den Bus-Fahrplan sieht die Verwaltung einen Tempo-30-Bereich vor.

Wieder ist es die K2, diesmal als Marker Allee 88. Vor dem DRK-Senioren-Stift Mark rechnet die Stadt mit 12.000 Fahrzeugen am Tag. Der Eingang liegt zur Straßenseite. Die Unfalllage sie unkritisch und die gemessene Verstoßquote bei vorausgegangenen Messungen sei sehr gering gewesen, heißt es bei der Verwaltung. Aber wegen der Lage werde hier die angeordnete Höchstgeschwindigkeit von 50 auf 30 Kilometer in der Stunde reduziert.

Vor dem Amalie-Sieveking-Haus am Alten Uentroper Weg soll Tempo 30 eingeführt werden.

Bei der Kita Villa Kunterbunt ist die Sache noch nicht entschieden. Noch befindet sich der Eingang zur Elterninitiative am Alten Uentroper Weg (K2). Mit dem geplanten Neubau hinter der alten Zechenvilla wird die Kita künftig an der Ostwennemarstraße liegen. Dort ist die Verkehrsbelastung mit 6.000 Fahrzeugen am Tag um etwa 2.000 höher.

Die Ostwennemarstraße ist Teil der Bedarfsumleitung der Autobahn 2. Tempo 30 würde beim Busverkehr für „deutliche“ Verzögerungen sorgen. Nur durch ein weiteres Fahrzeug könnte der Fahrplan eingehalten werden. Das spricht erst einmal gegen einen 30er-Bereich. Weil die Lage des Zugangs am Neubau aber noch unbekannt ist, will die Stadtverwaltung die Situation erst nach dem Umzug der Kita neu bewerten.

Umsetzung von Tempo 30 in Uentrop

Die 30er-Bereiche werden in nächster Zeit eingerichtet. Teilweise sind aber aufwendige Neuplanungen der Signalprogramme für die Ampeln erforderlich, wie es allgemein heißt. An den übrigen Stellen erfolgt die Anordnung nach Kenntnisnahme der Verwaltungsvorlage durch den Stadtrat. Das ist in der Juni-Sitzung geschehen.

Im Zuge dieser Maßnahmen werden zum Beispiel auch 30er-Bereiche in der Stadtmitte und in Heessen eingerichtet.

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