Auch Feuer auf Friedhöfen

„Auffällige Häufung“: Brand bei Rewe schon der neunte in 2024

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Beim Brand eines Papiercontainers am Sonntagabend wurde auch ein Rolltor stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Polizei geht von vorsätzlicher Brandstiftung aus. Sachbeschädigungen durch Feuer stehen offenbar auf der Tagesordnung in Bockum-Hövel : Nicht weniger als 26 Fälle waren's 2023, in den Vorjahren sogar noch mehr.
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Im Fall des brennenden Papiercontainers bei Rewe Räker an der Römerstraße ermittelt die Polizei jetzt wegen des Verdachts der vorsätzlichen Brandstiftung. Die Straftat reiht sich ein in eine Vielzahl von ähnlich gelagerten Vorkommnissen in Bockum-Hövel. Allein im noch jungen Jahr 2024 gab's schon acht weitere.

Bockum-Hövel – Immer wieder stehen dabei auch Friedhofsmülleimer in Flammen. So zuletzt am Freitag gegen 16.45 Uhr, zwei Tage vor der Rewe-Vorfall, als Unbekannte eine Mülltonne auf dem Höveler Friedhof am Hainbuchenweg in Brand setzten. Die Polizei meldete am Montag zudem angezündeten Abfall am Zentralfriedhof an der Horster Straße. Der ging bereits am Donnerstag gegen 19.15 Uhr in einem 1100-Liter-Gefäß in Flammen auf.

Die Feuerwehr löschte die Brände. Die Höhe des Gesamtschadens ist laut Polizei bislang nicht bekannt. Hinweise zu Tatverdächtigen nimmt sie unter Telefon 02381/916-0 oder per E-Mail an hinweise.hamm@polizei. nrw.de entgegen.

Hoher Sachschaden

Weiterhin gesucht wird auch nach den Tätern von Sonntagabend. Bei dem Papiercontainer-Brand an der Römerstraße hatten die Flammen auf ein Rolltor der Rewe-Filiale und einen weiteren Abfallbehälter übergegriffen. „Rechtlich ist das daher nicht mehr nur eine Sachbeschädigung wie bei den Friedhofsfällen, sondern vorsätzliche Brandstiftung“, erläutert Hamms Polizeisprecher Hendrik Heine.

Nach Schätzungen der Behörde liegt die Schadenshöhe in einem unteren fünfstelligen Bereich. Der Betrieb des Lebensmittelmarktes konnte zu Wochenbeginn ungeachtet der Brandspuren aufrecht erhalten werden.

„Haben Stadtbezirk im Blick“

Die vielen Sachbeschädigungen durch Feuer im Stadtbezirk lassen aufhorchen – auch die Polizei. „Die Kollegen vom Kriminalkommissariat 1 haben Bockum-Hövel derzeit besonders im Blick“, betont Heine. Man registriere hier eine „auffällige Häufung“ derlei Fälle, wie es sie auch mal in anderen Städten und Stadtbezirken gebe. Von einer Tatserie aber will er zum aktuellen Zeitpunkt nicht sprechen.

Das setze voraus, dass es sich um ein- und dieselben Täter oder ein- und dieselbe Tätergruppe handele, so Heine. „Wir wissen aber noch nicht, wer hinter den Taten steckt, und haben auch noch keine Anhaltspunkte.“

Aufklärung erhoffen sich Hamms Gesetzeshüter unter anderem durch Hinweise von Zeugen. „Darauf sind wir angewiesen“, unterstreicht Heine. Derzeit werde in alle Richtungen ermittelt.

26 Fälle in 2023

Das Brand-Phänomen in Bockum-Hövel existiert seit Jahren. „Zuletzt ist es etwas ruhiger geworden im Stadtbezirk, so ganz weg war's aber nicht“, weiß Heine. Auf Bitten des WA hat die Behörde die Statistik bemüht und eine Bestandsaufnahme für 2023 gemacht. Nicht weniger als 26 Fälle hat's gegeben. „In den Jahren davor waren's noch deutlich mehr.“

Die neun Brandstiftungen in diesem Jahr – auf Privat- und auf öffentlichem Gelände – lassen Schlimmes befürchten. Wäre die Feuerwehr am Sonntagabend nicht schnell genug ausgerückt, um zu löschen, wäre das Ausmaß des Brandes wohl weitaus gravierender gewesen.

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