VonLaura Ottenschließen
Das Schloss Corvey in Höxter war ehemals ein Kloster – heute ist es UNESCO-Weltkulturerbe. Neben dem Gebäude selbst ist auch der Garten ein wahrer Blickfang.
Höxter – In Nordrhein-Westfalen gibt es eine ganze Reihe eindrucksvoller Schlösser und Burgen zu bestaunen. Da wäre zum Beispiel das Schloss Nordkirchen, das auch als „Westfälisches Versailles“ bekannt ist. Aber auch das imposante Schloss Corvey in Höxter, das im Jahr 2014 von der Unesco als Weltkulturerbe ausgezeichnet wurde, steht dem in nichts nach.
Einst Benediktiner-Abtei: „Eine der bedeutendsten Klostergründungen“
Seine Geschichte reicht etwa 1200 Jahre in die Vergangenheit. Damals war Corvey nämlich noch eine Benediktiner-Abtei – sie galt als „eine der bedeutendsten Klostergründungen im mittelalterlichen Deutschland“, heißt es in einem Info-Flyer des Welterbe Corvey.
Im Zuge des Dreißigjährigen Kriegs wurde die Anlage zerstört und im Laufe der darauf folgenden Jahre umgebaut. Kloster ist Corvey schon seit 1803 nicht mehr – es kam in den Besitz der Herzöge von Ratibor und Fürsten von Corvey, wie auf der Corvey-Website nachzulesen ist. Durch sie erhielt Corvey „eine zeitgemäße Innenausstattung und seine Fürstliche Bibliothek“, heißt es.
Ein Blickfang ist vor allem das karolingische Westwerk, der Kirchenraum, der der Basilika westlich vorgesetzt ist. Das Westwerk ist nicht zuletzt wegen der eindrucksvollen Spitzdächer eine echte Landmarke – heute ist es Unesco-Kulturerbe. Ebenso die Civitas Corvey, die ehemalige Klosteranlage, die heute nur noch als Denkmal im Boden zu bestaunen ist. Das Westwerk und die Civitas Corvey zu besichtigen, hat seinen Preis: 14 Euro zahlen Erwachsene, bis 17 Jahre ist der Eintritt frei.
Aber auch der Remtergarten ist aus der Anlage nicht wegzudenken. „Er diente im 18. Jahrhundert als Küchengarten für die Versorgung des Konvents in der Abtei. Heilkräuter, Gemüsebeete sowie Obstbäume, Spaliere und Hecken werden in alten Quellen erwähnt“, heißt es. Daher ist er auch heutzutage noch Heimat von verschiedenen Heilkräutern und Arzneipflanzen, die bei den Benediktiner-Mönchen zum Einsatz kamen.
Remtergarten 2023 für Landesgartenschau hergerichtet
Die ganze Saison über soll es laut Corvey-Website in dem Schlossgarten blühen: „Den Anfang machen die Narzissen im Frühjahr in Weiß und Gelb. Danach folgen Prärielilien in Weiß und Blau und Hasenglöckchen in Blau, Rosa und Weiß. Zuletzt blühen im Sommer die Lilien in Altrosa und einem zarten Gelb“. Zuletzt war der Garten 2023 für die Landesgartenschau hergerichtet worden. Der Eintritt in den Remtergarten kostet 6 Euro. In Kombination mit der Besichtigung des Westwerks und der Civitas Corvey zahlen Besucher 17 Euro.
Das Schloss kann auch im Rahmen von verschiedenen Themenführungen besichtigt werden. Auch Veranstaltungen wie Konzerte, das Garten- oder Kunstfest finden in Corvey statt. Ein Ausflug zum Schloss ist auch mit einem Bummel durch die historische Altstadt Höxter gut zu kombinieren – in der Stadt an der Weser fallen besonders die vielen Fachwerkgebäude ins Auge. Auch Einkaufsmöglichkeiten und das gastronomische Angebot runden den Besuch ab.
Aber auch die Anlage des Schlossparks Westerwinkel in NRW lädt zum Spazieren und sogar zum Sporttreiben ein. Früher stand hier ein Wasserschloss, das auf eine lange Geschichte zurückblickt.
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