Erschreckender Trend

Teenie-Banden auf Raubzug: Polizei beobachtet besorgniserregendes Phänomen

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Seit Monaten sind junge Banden in Gelsenkirchen auf Raubzügen und bedrohen andere Jugendliche. Der Trend macht Sorgen, doch es gibt Ermittlungserfolge.

Gelsenkirchen – Es ist ein erschreckender Trend, der seit einigen Monaten in Gelsenkirchen zu beobachten ist. Immer öfter wurden zuletzt Kinder und Jugendliche beraubt, bedroht oder verletzt. Die Täter sind oft erst zwischen 12 und 17 Jahre alt und damit selbst noch fast Kinder. „Wir beobachten dieses Phänomen seit rund einem halben Jahr“, sagt ein Sprecher der Polizei Gelsenkirchen gegenüber wa.de.

Raubzüge von Jugendlichen in Gelsenkirchen

Allein in den vergangenen Wochen wurden mehrere Vorfälle bekannt. Am 11. Januar hatten drei Jugendliche einen Zwölfjährigen in Gelsenkirchen-Buer an einer Straßenbahnhaltestelle bedroht und ihm seine Bauchtasche geraubt. Am 20. Januar, erneut in Buer, raubten drei Jugendliche einem 14-Jährigen am Busbahnhof seine Kopfhörer. Nur einen Tag später wurden zwei 13-Jährige in Gelsenkirchen-Schalke von Jugendlichen ausgeraubt. Unter Androhung von Gewalt rückten sie ihre Handys und Bargeld raus.

Kurz darauf wurde bekannt, dass es auch an der Gesamtschule in Gelsenkirchen-Bismarck zu Raubzügen und Bedrohungen durch Jugendliche gekommen ist. Die Schule stand wegen zwei Amokdrohungen bereits am 18. und 20. Januar im Fokus der Öffentlichkeit. Gerade, als sich die Lage zu beruhigen schien, holte die Polizei am 24. Januar zwei Verdächtige im Alter von 13 und 15 Jahren aus dem laufenden Unterricht. Gegen zwei weitere Schüler (12 und 14) der Gesamtschule wird ebenfalls ermittelt.

In den vergangenen Wochen und Monaten hat die Zahl der Überfälle von Jugendlichen auf andere Teenies in Gelsenkirchen zugenommen (Symbolbild).

Raubzüge von Jugendlichen: Mehr als 100 Fälle in Gelsenkirchen

Insgesamt soll es bereits mehr als 100 solcher Taten geben, berichtet die WAZ. Und das sind nur die von der Polizei erfassten Vorfälle. Die Ermittler arbeiten daher auf Hochtouren an der Aufklärung der Raubserien. Eine große, vielleicht sogar organisierte, Bande soll für die Raubzüge aber nicht verantwortlich sein, sagt Polizeisprecher Thomas Nowaczyk gegenüber wa.de. Es seien mehrere verschiedene Gruppen von Jugendlichen, die immer wieder zuschlagen.

Die gute Nachricht: Mehr als die Hälfte der Taten konnten laut WAZ-Angaben bereits aufgeklärt werden. Jetzt gelang den Ermittlern erneut ein Schlag gegen die Jugendbanden: Ein 17-Jähriger, der für mehrere Raubdelikte in Gelsenkirchen verantwortlich sein soll, hat sich am Dienstag (31. Januar) bei der Polizei gestellt.

17-Jähriger in U-Haft – er soll an mehreren Raubzügen beteiligt gewesen sein

Bei dem Verdächtigen handelt es sich laut Polizeiangaben um einen „Intensivstraftäter“. „Dem Beschuldigten werden mehrere Taten vorgeworfen, unter anderem schwerer Raub in mindestens drei Fällen“, teilt die Polizei mit. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor Untersuchungshaftbefehl gegen den 17-Jährigen beantragt. Er wurde bereits in eine Justizvollzugsanstalt überstellt.

Für welche Taten konkret der 17-Jährige verantwortlich sein soll, gaben die Ermittler noch nicht bekannt. Er habe aber „definitiv nichts mit der Raubserie an der Gesamtschule Bismarck zu tun“, erklärt Nowaczyk. Der Polizeisprecher zeigt sich im Hinblick auf die weiteren Ermittlungen zuversichtlich: „Viele Tatverdächtige wurden bereits ermittelt oder werden demnächst ermittelt.“ (bs)

Rubriklistenbild: © Rolf Kremming/Imago

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