- VonFrank Osiewaczschließen
Das Cineplex Hamm zeigt „Oppenheimer“ und „Barbie“ im Doppelpack. „Es wäre unklug als Kino, da nicht zu reagieren“, sagt Cineplex-Leiter Carsten Dunke zu dem Internet-Hype.
Hamm – „Oppenbarbie“ oder „Barbenheimer“ – der Internet-Hype um zwei Kinofilme, die eigentlich gar nichts miteinander zu tun haben, ist riesengroß. Einzige Gemeinsamkeit der Blockbuster: der bundesweite Starttermin in dieser Woche. Auch das Cineplex in Hamm wird wie vielerorts beide Filme hintereinander im Doppelpack anbieten, bedingt durch den Umbau allerdings erst in der nächsten Woche.
„Barbie“ von Greta Gerwig und „Oppenheimer“ von Christopher Nolan in seltsamer Symbiose: „Marketingtechnisch kann den Filmkonzernen nichts Besseres passieren“, sagt Cineplex-Betriebsleiter Carsten Dunke. „Es ist über das Netz eine Kampagne entstanden, die quasi nichts gekostet hat, aber extremes Aufsehen erregt. Es wäre unklug als Kino, da nicht zu reagieren.“
„Barbenheimer“ auch im Cineplex Hamm: Erst die Bombe, dann die Barbie
Am Freitag, 28. Juli, um 17.30 Uhr startet das „Double Feature“ in Hamm. Rund 110 Plätze in Kino 6 stehen dafür zur Verfügung. Dunke geht nach ersten Vorverkäufen davon aus, dass die Vorstellung sehr gut besucht sein wird. Knapp fünf Stunden laufen beide Filme zusammen. Den Auftakt macht der „schwerere“ Oppenheimer-Stoff, ehe Barbie die Welt dann rosarot färbt. In Hamm bleibt es bei einem einmaligen Ereignis, Stand jetzt voraussichtlich ohne besondere Gimmicks.
Es ist schwer vorstellbar (abgesehen von einer rein cineastischen Motivation), für beide Filme eine Schnittmenge zu finden. Doch die gibt es nach Dunkes Einschätzung: „Das ist eine einzigartige Geschichte, es ist der Event-Charakter. Alle wollen sagen: ich war dabei.“ An eine ähnlich künstlich erzeugte Konstellation könne er sich in seiner über drei Jahrzehnte langen Kino-Laufbahn nicht erinnern. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein „Barbie“-Publikum zu einem unabhängigen Starttermin identisch mit einem „Oppenheimer“-Publikum ist, sei eher gering einzuschätzen.
Losgelöst vom jüngsten Hype sagt Dunke „Barbie“ als den mutmaßlich erfolgreichsten Film des Sommers voraus. „Am Ende wird er bundesweit irgendwo zwischen ,Der Super Mario Bros. Film' mit seinen rund 5 Millionen Zuschauern und ,Guardians of the Galaxy Vol. 3' mit knapp zwei Millionen Besuchern liegen“, glaubt der Cineplex-Leiter. Die Premiere von „Barbie“ in Hamm als „Emotions Preview“ am Mittwoch verlief vielversprechend: ausverkaufter Saal mit rund 200 Besuchern und Besucherinnen, etliche davon in pinkem Outfit. Drei mal täglich, am Wochenende vier Mal, wird „Barbie“ in Hamm gespielt.
Die ungleich düstere Atombomben-Thematik in „Oppenheimer“ ist aus Gründen des Umbaus und der damit verbundenen eingeschränkten Kapazität des Kinos ab dem 27. Juli in Hamm zu sehen. Der Film wird dann „Indiana Jones 5“ ablösen, neben „Mission Impossible – Dead Reckoning Teil 1“ einer der vier Blockbuster des Sommers. Eine Terminierung, die Dunke für den deutschen Markt für nicht optimal hält: „Ich hätte mir etwas entzerrte Starttermine gewünscht“, sagt er. „Wir haben Sommer und 30 Grad. Da ist es ohnehin schwieriger, Menschen zum Kino zu motivieren. Und dann noch vier große Filme fast gleichzeitig.“
