„Wieland-Carrée“ in Hamm

Riesiges Baugebiet ausgebremst - Kosten dramatisch gestiegen

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Stillstand an der Wielandstraße: Aufgrund der explosionsartig gestiegenen Kosten als Folge des Ukraine-Krieges und der Energie-Krise wurde die Erschließung des Baugebiets „Wieland-Carrée“ auf Eis gelegt.
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Mit mehr als 120 Wohneinheiten ist das Wieland-Carrée eines der größten Baugebiete in Hamm. Doch aufgrund hoher Kosten wurde die Erschließung, die längst laufen sollte, auf Eis gelegt.

Hamm - Gestiegene Baukosten, hohe Zinsen und die allgemein unsichere Lage: Der Traum vom Eigenheim ist für viele Bauwillige in weite Ferne gerückt. Aber auch potenzielle Investoren sind vorsichtig geworden und halten aktuell die Füße still. So auch Volkan Günes, der eigentlich schon längst mit der Erschließung des Baugebiets „Wieland-Carrée“ an der Wielandstraße in Wiescherhöfen beginnen wollte. Sie ist erst einmal auf Eis gelegt. Wann es dort losgeht, kann der Investor derzeit nicht sagen.

Hauptproblem für ihn sind die gestiegenen Erschließungskosten, die sich seit Anfang 2021 verdreifacht hätten. Nun wäre es für ihn ein Einfaches, diese Kosten auf den Quadratmeterpreis umzulegen. Da aber auch die Baukosten und die Zinsen gestiegen seien, könne ein Einfamilienhaus dadurch schnell 650.000 Euro teuer werden. Und das könnten sich nur die wenigsten leisten, sagte Günes.

Also versucht der Investor aktuell, an der Preisschraube zu drehen – sprich an den Erschließungskosten. Gemeinsam mit seinem Architekten und potenziellen Baufirmen suche er nach einer Möglichkeit, sie zu senken. Das Niveau von vor 20 Monaten werde er zwar nicht erreichen. Er wolle aber möglichst nah heranrücken.

Wieland-Carrée: Warteliste der Interessenten ist lang

Trotz der aktuell schwierigen Lage, von der quasi alle Baugebiete in Hamm betroffen sind, glaubt Günes weiter fest an das „Wieland-Carrée“. Mit dem Worst Case, also dem Verzicht auf das gesamte Baugebiet, beschäftige er sich nicht, so der Investor.

Wie Günes weiter ausführte, seien einige Bauwillige mittlerweile zwar abgesprungen. „Es gibt aber immer noch genügend Interessenten, die sich an der Wielandstraße ihren Traum vom Eigenheim verwirklichen wollen.“ Die Warteliste sei lang. Notariell beglaubigte Grundstücksverkäufe seien angesichts der aktuellen Situation bislang aber noch nicht getätigt worden.

Wieland-Carrée: Böses Erwachen sogar vermieden

Sobald sich die Lage entspannt und mit der Erschließung begonnen werden kann, erwartet Günes einen Run auf das Baugebiet. Aktuell bräuchten Bauwillige aber noch etwas Geduld. Er gehe davon aus, dass die Grundstücke innerhalb weniger Wochen veräußert werden. Der Investor selbst hält Grundstücke mit Platz für etwa 80 Häuser beziehungsweise Wohneinheiten. Auch die Stadt und ein weiterer Investor wollten in dem Baugebiet tätig werden, sagte er.

Ein Gutes konnte Günes, dem längst die Baugenehmigung vorliegt, dem verspäteten Baustart dann aber noch abgewinnen. Hätte er, so wie geplant, schon 2021 mit der Erschließung begonnen, wären vermutlich viele Bauherren mitten in die Energiekrise hineingeschlittert, mit all ihren Auswirkungen. Und ausgerechnet während der Bauphase hätte es dann für sie ein böses Erwachen gegeben.

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