Freizeitbad stellt Pläne vor

Becken etwas kälter, Sauna zeitweise aus: So will das Maximare Energie sparen

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Das Maximare plant, einen Teil der Becken weniger zu beheizen.
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Die Energiekrise erfasst auch das Maximare. Im beliebten Freizeitbad hat man sich nun Gedanken gemacht, wie man Energie einsparen kann. Man wolle die Bedürfnisse der Bewohner berücksichtigen.

Hamm - Um Energie zu sparen, wird das Freizeitbad Maximare in Hamm nach den Herbstferien mehrere Maßnahmen ergreifen. Vor allem die Temperatur von zwei Außenbecken sowie des Sportbeckens soll abgesenkt werden. Außerdem wird eine große Sauna an mehreren Wochentagen geschlossen.

Bei allen Überlegungen habe an die Bedürfnisse von Familien und Senioren in den Fokus gestellt, sagt Maximare-Sprecher Christian Fecke. Sie machten etwa 60 Prozent der Besucher aus. So könne man die Temperatur im Solebecken nicht einfach stark absenken, weil es als Präventionsangebot dazu beitrage, die Beweglichkeit älterer Besucher zu erhalten.

Eergiesparen im Bad: Bedürfnisse von Familien und Senioren sollen weiter erfüllt werden

Zugleich wird im Kinderbereich Trollaland beispielsweise gar nichts verändert. „Vor allem Kinder und Jugendliche leiden unter Bewegungsmangel und Übergewicht, verstärkt durch die Pandemie. Hier sind die Bewegungsangebote im Maximare ein wichtiger Faktor als Anreiz für gesunde Bewegung mit Spaß“, heißt es in einer Mitteilung aus dem Maximare.

Das sind die Maßnahmen im Einzelnen:

  • Außensolebecken: Die Beckentemperatur soll von aktuell 33 Grad Celsius auf 32 Grad gesenkt werden. Einsparpotential: eine halbe Million Kilowattstunden (kWh) Wärme.
  • 50-Meter-Sportbecken: Die Wassertemperatur wird um ein Grad auf 27 Grad Celsius gesenkt. Man halte diese Temperatur im Hinblick auf Kinderschwimmkurse, Schul- und Vereinssport für vertretbar, heißt es aus dem Bad. Einsparpotential: rund 400.000 kWh.
  • Sauna-Außenbecken: Die Wassertemperatur wird von 31 Grad Celsius auf 25 Grad gesenkt. Außerdem werden die Attraktionen dort nicht mehr eingeschaltet. Allein damit kann man 300.000 kWh sparen. Wird das Becken noch genutzt, kann die Temperatur auf 20 Grad gesenkt werden. Zum Aufwärmen gibt es im Saunabereich noch ein kleines Heißwasserbecken, das weiter 40 Grad warm bleibt.
  • Sauna Arena Mare: Dies größte Sauna des Bades bietet hat Platz für 100 Besucher, sie wird als einzige mit Gas beheizt. Dienstags bis donnerstags ist der Saunabereich aber nur schwach frequentiert. Daher bleibt die Arena Mare an diesen Tagen nach den Herbstferien aus. Aufgüsse werden in anderen Saunen verlegt. statt. Einsparpotential: rund 200.000 kWh.
  • Wellenbecken/Attraktionen: Das Betriebsmanagement will die Wellenzeiten abhängig vom Bedarf machen. Auch die angepasst und die Wasserattraktionen bedarfsorientiert gestartet. Einsparpotential: wird noch berechnet.
  • Wildwasserbach „Rio Mare“: Die Pumpenleistung wird reduziert. Das Team des Bades hat das bereits getestet und sieht keinen nennenswerten „Spaßnachteil“. Der Wildwasserbach ist mit einer Lichtschranke ausgestattet. Kommen keine Besucher, wird die Rutsche nach zehn Minuten abgeschaltet und erst wieder aktiviert, wenn jemand sie nutzen will. werden, wenn die Rutsche genutzt wird. Einsparpotential: rund 150.000 kWh Wärme, außerdem weniger Stromverbrauch.

Mit den nun beschlossenen Maßnahmen können 1,5 Millionen kWh gespart werden. Das entspricht 18 Prozent des Gesamtwärmeverbrauchs, der bisher zwischen 8,3 und 8,5 Millionen Kilowattstunden pro Jahr liegt. Außerdem verbraucht das Maximare 4,2 Millionen Kilowattstunden Strom. Auch hier werde man Energie einsparen, wenn man die Attraktionen weniger nutzt. Wie viel man hier spart, sei aber noch nicht klar.

Wir gehen davon aus, dass unsere Kunden die Maßnahmen mittragen.

Dieter Vatheuer, geschäftsführender Gesellschafter des Maximare

Eine wichtige Maßnahme können die Stadtwerke aufgrund von aktuellen Lieferschwierigkeiten noch nicht ergreifen: Sie brauchen eigentlich eine neue Außenabdeckung für das Soleaußenbecken, die alte ist kaputt. Brächte man die neue Abdeckung nachts an, könnten rund zwei Millionen kWh gespart werden - also mehr als durch alle anderen Maßnahmen zusammen. „Die Außenbecken sind die energieintensivsten Bereiche in den Bädern“, sagt Dieter Vatheuer, geschäftsführender Gesellschafter des Maximare. Ein Förderantrag für eine neue Abdeckung ist gestellt und sei wohl auf genehmigt. Allerdings gebe es Lieferschwierigkeiten. Das Maximare hofft, dass die neue Abdeckung noch 2022 eingebaut werden kann.

Mit den Sparplänen hatte sich das Team des Bads Zeit gelassen. Zunächst hatte man ein externes Ingenieurbüro beauftragt, das den Energieverbrauch überprüfte und erarbeitete, wie viel welche Maßnahmen einsparen würde. Über das Gutachten beriet das Bad und kam schließlich zu den Maßnahmen.

Diese wolle man nun im Tages- bis Wochenrhythmus überprüfen. „Wir gehen davon aus, dass unsere Kunden die Maßnahmen mittragen“, sagt Vatheuer. Sei das nicht der Fall, werde man sie anpassen.

Wie kalt die Becken sein können, erhitzt die Gemüter. So hatten die Stadtwerke einen Pilotversuch gestoppt: Sie hatten die Beckentemperatur in einigen Bädern abgesenkt, sie aber nach Protesten wieder erhöht.

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