Beliebtes NRW Festival endet nach fast drei Jahrzehnten: 2025 ist Schluss
VonTamara Buckenauer
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Ein beliebtes, kostenfreies Festival wird nach knapp 30 Jahren zum letzten Mal veranstaltet. Verschiedene Faktoren haben zu dieser Entscheidung geführt.
Hamm – Die Festival-Saison steht in den Startlöchern, und NRW bietet zahlreiche Highlights. Im Juli lockt das San Hejmo am Flughafen Weeze Musikfans, während im Juni das Juicy Beats im Westfalenpark startet. Mit Ruhr in Love, dem Bautz Festival und noch vielen weiteren ist die Liste der Festivals lang. Doch eines der großen Festivals in NRW, das seit fast 30 Jahren existiert, wird in diesem Jahr zum letzten Mal stattfinden. Das „Odyssee – Musik der Metropolen“ hatte sich längst im Ruhrgebiet etabliert – nun geht es in seine finale Runde.
Großes Festival in NRW gab es fast 30 Jahre: 2025 findet es zum letzten Mal statt
„Bald ist es wieder so weit. Vom 9. Juli 2025 bis zum 26. Juli 2025 rollt das Roadfestival ODYSSEE: Musik der Metropolen wieder durch das Ruhrgebiet“, kündigen die Veranstalter in den sozialen Medien an. Vor 26 Jahren begann die Erfolgsgeschichte dieses Festivals, das durch das Ruhrgebiet zieht. In dem Zeitraum von drei Wochen klappert der Global Musik Truck Hagen, Bochum, Recklinghausen und Mülheim ab. Drei Wochen lang gibt es jede Woche vier Konzerte einer Band/Künstler – kostenlos und Open-Air.
„Mittwochs in Hagen, donnerstags in Recklinghausen, freitags in Mülheim an der Ruhr und samstags in Bochum“, erklären die Veranstaltergemeinschaft. Welche Künstler und Bands in diesem Jahr dabei sein werden, wird Anfang Mai bekanntgegeben. Was aber bereits feststeht: Die 27. Odyssee wird auch die letzte sein.
Zwölf kostenlose Konzerte auf den Open-Air-Bühnen der vier beteiligten Städte ein werden in diesem Jahr ein letztes Mal Besucher zu „Odyssee – Musik der Metropolen“ locken.
Festival leidet unter Geldproblemen – „Das Budget reicht nicht mehr“
Die Veranstaltergemeinschaft setzt sich aus der Altstadtschmiede Recklinghausen, dem Kulturzentrum Pelmke in Hagen, dem Ringlokschuppen Ruhr in Mülheim und dem Kulturzentrum Bahnhof Langendreer zusammen. In einer offiziellen Mitteilung erklärten sie: „Dass das Festival in diesem Sommer zum letzten Mal stattfindet, ist vor allem der finanziellen Situation in Land und Kommunen geschuldet.“ Das Festival, das seit 1998 fester Bestandteil des Ruhrgebiets ist, wurde über all die Jahre zuverlässig durch das Regionale Kulturprogramm NRW sowie das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.
Auch die kommunalen Kulturämter und Spielstätten unterstützten das Festival stets durch die Bereitstellung von Bühnen und Infrastruktur. Doch die Kosten für Gagen, Technik, Security, Reinigung, Transport und Catering „haben sich in den letzten sieben Jahren fast verdoppelt!“, so die Veranstalter. „So musste die beim Land beantragte Fördersumme immer wieder angepasst werden, während die öffentlichen Zuschüsse nicht in demselben Maße erhöht wurden.“
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Veranstalter leiten selbst das Finale ein – um einer ausbleibenden Förderung zuvorkommen
Die Veranstaltergemeinschaft des Festivals weist in der Mitteilung darauf hin, dass sich bereits seit Jahren ein Trend zu massiven Einschnitten bei der Kulturförderung in vielen Kommunen verzeichnen. „Die Veranstaltergemeinschaft des ODYSSEE-Festivals hat daher entschieden, der erwartbaren Entwicklung einer ausbleibenden Förderung zuvorzukommen und selbst das Finale dieser traditionsreichen Reihe einzuläuten“.
In den sozialen Medien ist die Betroffenheit bei den Fans des Festivals groß. „Schade, das war immer ein Highlight im Sommer“, schreibt einer. „Das darf doch echt nicht wahr sein!!“, eine andere. Die Veranstalter jedenfalls wollen dem Roadfestival eine würdige Abschiedssaison geben, laden noch einmal zu „zwölf Konzerten auf den Open-Air-Bühnen der vier beteiligten Städte ein, um gemeinsam die Vielfalt der globalen Musikkulturen zu feiern“.