Kalte Kante in Hamm

Beten und Bibbern: Kirchen senken Temperaturen drastisch

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Beten mit Schal und Mütze: Gottesdienstbesucher sollten sich im Winter warm anziehen.
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Die Kirchen in Hamm haben sich auf ein Energiesparprogramm für Herbst und Winter geeinigt. So werden die Heizungen der Pastoralverbünde Hamm-Mitte-Westen und Hamm-Mitte-Osten auf eine Grundtemperatur von 8 Grad eingestellt – auch während der Gottesdienste.

Hamm – „Ich weiß, dass 8 Grad kalt sind. Ich bin meistens der erste, der friert, aber wir wollen alle unseren Energieverbrauch so niedrig wie möglich halten. So einen riesigen Raum hochzuheizen, das schluckt unglaublich viel Energie“, sagt Pfarrer Bernd Mönkebüscher, Leiter des Pastoralverbundes Hamm-Mitte-Osten.

Würde man der Empfehlung der Bistümer folgen, würde man gar nicht heizen. „Sie empfehlen, die Heizungen aus zu lassen und auf die Luftfeuchtigkeit zu achten. Erst, wenn sie über 70 Prozent ist, sollte man auf maximal 5 Grad heizen. Das ist uns aber doch etwas zu kalt“, so der Pfarrer.

Die Grundtemperatur von 8 Grad sei dabei nicht willkürlich gewählt. Es sei die geringste Temperatur auf die die Heizungsanlagen der Hammer Kirchen eingestellt werden können, ohne das wir Gebäudeschäden fürchten müssen. Denn zu hohe Feuchtigkeit oder starke Temperaturschwankungen könnten dem Gebäude oder Einrichtungsgegenständen wie den Orgeln schaden, zum Beispiel durch Schimmel.

Für jede Kirche Decken angeschafft

Trotz niedriger Temperaturen soll aber niemand im Gottesdienst frieren müssen. „Wir haben für jede Kirche Decken angeschafft. Natürlich dürfen sich die Besucher auch selbst welche mitbringen. Wir müssen jetzt einfach kreativ werden“, sagt Mönkebüscher. Sollte es doch zu kalt sein, könne man an Werktagen auch in die Pfarrheime ausweichen. Dort gilt als Maximaltemperatur aktuell 19 Grad. Für die gut besuchten Sonntagsgottesdienste müsse man dann andere Lösungen finden.

Erst einmal hofft Mönkebüscher aber, dass die Kirchenbesucher Verständnis für die Maßnahmen haben. „Wir sparen pro Grad etwa 6 Prozent Energiekosten. Und gerade sollte ja jeder tun, was er kann. Wir tasten uns ran und bleiben im Gespräch“, so der Leiter des Pastoralverbundes Hamm-Mitte-Osten.

Bereits im August war bekannt geworden, dass die Jugendkirche und die Christuskirche nicht mehr angestrahlt würden. In der Pauluskirche müssen sich die Gottesdienstbesucher im Winter warm anziehen. 

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