- VonAlexander Langeschließen
Ein möglicher Feuerschein inklusive unklarer Rauchentwicklung auf dem Dach der St. Pankratius-Kirche sorgte am Donnerstagabend für einen Einsatz des Warsteiner Löschzuges.
Warstein – Mehrere Blitze, kurz darauf ein lauter Knall. Das Sturmtief Zoltan, das deutschlandweit am Donnerstag für abertausende Unwettereinsätze sorgte, fegte auch über das Warsteiner Stadtgebiet hinweg. Bis zum Abend blieb es bei kleineren Einsätzen, unter anderem umgestürzte Bäume und eine aufgrund des Sturms ausgelöste Brandmeldeanlage zählten in die Einsatzstatistik. Gegen 18.30 Uhr, kurz nachdem ein Gewitter über Warstein niedergeprasselt war, wurde eine Gruppe des Löschzuges Warstein zur St. Pankratius-Pfarrkirche alarmiert. Eine Passantin hatte einen möglichen Feuerschein sowie eine unklare Rauchentwicklung gemeldet. Möglicherweise sei der Blitz in die Kirche eingeschlagen.
Erst waren da die Blitze, dann habe es laut geknallt, berichtete sie. Dann hätte sie auf dem Kirchenschiff etwas entdeckt, das wie ein Feuerschein aussah – inklusive Nebel beziehungsweise Dampf. Der Löschzug machte sich mit der nachalarmierten Drehleiter aus Belecke auf den Weg in die Kernstadtmitte, auch Pastor Gudermann war aus dem Pfarrhaus herbeigeeilt.
Wind und kondensierendes Wasser im Scheinwerferlicht wirkten wie Rauch
Während von allen Seiten der Kirche die Lage erkundet wurde, ging Gudermann mit Löschzugmitglied Jörg Drescher den Kirchturm hinauf, inspizierte Glockenturm, Dachstuhl und Kirchenschiff. „Die Glocken sind sauber, es ist weder Rauch noch Feuer zu sehen“, erklärte Drescher nach seiner Rückkehr. Trotzdem erkundete er aus dem Drehleiterkorb auch noch einmal vom Westportal der Kirche aus die Situation. Offenbar war es ein versteckter Scheinwerfer, der vom Kirchdach aus die Nordseite des Turms beleuchtet, welcher die Feuerschein-Vermutung verursacht hatte. Wind und kondensierendes Wasser im gelborangenen Scheinwerferlicht wirkten gleichzeitig wie Rauch. Glücklicherweise war es also doch kein Blitz, der ins Kirchenschiff eingeschlagen war. „Die Gottesdienste können also alle stattfinden“, freute sich auch ein erleichterter Markus Gudermann.
„Das war ein klassischer Fall von ‚Lieber einmal zu oft den Notruf wählen, als einmal zu wenig‘“, erklärte vor Ort die Feuerwehr: „Die Passantin hat alles richtig gemacht.“ Nach etwa einer Stunde konnten die Kräfte der Feuerwehr sowie die der Polizei und des Rettungsdienstes wieder einrücken.

