VonAnnika Ketzlerschließen
Immer häufiger kommt es zu Todesfällen nach der Einnahme der „Blue Punisher“-Pillen. Die Droge wurde jetzt auch in Paderborn entdeckt. Warum ist sie so gefährlich?
Paderborn - Die Ecstasy-Tablette „Blue Punisher“ ist seit einiger Zeit im Umlauf. Obwohl sie eine lebensgefährliche Droge ist, konsumieren einige Menschen die Pille. Nachdem zuletzt eine 13-Jährige nach der Einnahme der „Blue Punisher“ in Mecklenburg-Vorpommern gestorben ist, ist die Droge nun auch in NRW aufgetaucht. Zwei dieser hochdosierten Pillen wurden in Paderborn gefunden, wie die Polizei mitteilte – verbunden mit einer dringlichen Warnung vor dem Konsum.
„Blue Punisher“ in NRW aufgetaucht: Polizei warnt vor tödlicher Ecstasy-Pille
Die Polizei entdeckte die Ecstasy-Tabletten bei einer Kontrolle im Paderborner Riemekepark. Ein 30-Jähriger hatte mehrere Betäubungsmittel bei sich – darunter auch zwei der dreieckigen, blauen Pillen. Woher der Mann die Ecstasy-Pillen hat, sei laut Polizei noch unklar. Auch eine Durchsuchung seiner Wohnung brachte die Ermittler nicht weiter. Und: Auch an weiteren Standorten im Umkreis könnten die Droge bereits angekommen sein. Auch in Münster und im Kreis Lippe kam es zu Festnahmen zweier Händler der „Blue Punisher“-Pillen, wie das Landeskriminalamt (LKA) Nordrhein-Westfalen auf Nachfrage von wa.de bestätigte.
„Blue Punisher“: Darum ist die tödliche Ecstasy-Pille so gefährlich
Die Pille hat ein mittig aufgebrachtes Logo, das ihr den Namen „Blue Punisher“ verleiht. Die Ecstasy-Tablette ähnelt in der Form und Prägung einem Diamanten. Das Logo ist an den Marvel-Charakter „The Punisher“ (Der Bestrafer) angelehnt. Hauptwirkstoff der „Blue Punisher“ ist – wie auch bei anderen Ecstasy-Pillen – MDMA, das dem Betäubungsmittelgesetz unterliegt. Die Droge wirkt vor allem im Gehirn. Sie sorgt dafür, dass der Körper stimmungsaufhellende Neurotransmitter ausschüttet, zum Beispiel Serotonin. Erwerb, Besitz und Handel solcher Pillen sind bundesweit strafbar.
Dadurch, dass „Blue Punisher“ aus verschiedenen, zumeist unbekannten chemischen Stoffen zusammengesetzt ist, warnt die Polizei dringlich vor der Einnahme dieser Pillen. Sie seien zudem äußerst hoch konzentriert. Daher können sie selbst bei jungen, gesunden Menschen tödlich sein. Beispiele wie der Tod von drei minderjährigen Mädchen bestätigen dies.
Und auch die Deutsche Suchthilfe e.V. (DHS) führt eine Vielzahl an schweren Nebenwirkungen eines Ecstasy-Konsums auf. Ecstasy gaukelt dem Körper eine enorme Leistungsfähigkeit vor, führe ihm aber keine Energie zu. Diese Nebenwirkungen können laut DHS auftreten:
- Überhitzungsschock und Kreislaufkollaps
- Dehydration
- totale Verkrampfung der Kiefermuskulatur
- Mangelernährung durch fehlendes Hungergefühl
- Nierenversagen, Herzinfarkte oder Schlaganfälle
Allgemeiner Trend zu Ecstasy-Tabletten in den vergangenen Jahren
„In den letzten Jahren gibt es allgemein den Trend zu Ecstasy-Tabletten mit sowohl sehr hohen Gewichten wie auch hohen Gehalten an MDMA – diese Entwicklung trifft also nicht nur auf Tabletten mit der Prägung „Punisher“, sondern auf Ecstasy-Tabletten insgesamt zu“, erklärt Maren Menke, Pressesprecherin des LKA, auf Nachfrage von wa.de.
Insgesamt sind in NRW laut Angaben des LKA anno 2022 in sechs Fällen insgesamt 2.761 Ecstasy-Tabletten mit dem Prägemotiv „Punisher“ sichergestellt und dem LKA übersandt worden. 2021 waren es neun Fälle mit 4.246 Pillen. „Im Jahr 2023 konnten in bislang einem Fall neun Ecstasy Tabletten mit entsprechendem Prägemotiv sichergestellt und dem LKA NRW übersandt werden“, teilt Menke mit.
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